Das war der ADC Wettbewerb 2022

Noch nie gab es soviele Einreichungen wie dieses Jahr. Vergeben wurden 5 Grand-Prix, 62 Mal Gold, 115 Mal Silber und 272 Mal Bronze.

Der Art Directors Club (ADC) kann sich über einen sehr erfolgreichen ADC-Wettbewerb 2022 freuen. So sind – obwohl noch Pandemiejahr – 2021 mehr Arbeiten beauftragt und auch eingereicht worden. Es zeigt sich auch daran, dass sich die Kreativbranche schnell erholen konnte. Der Anteil der Neueinreicher:innen im ist im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gestiegen.

Die Jury verlieh fünf Grands Prix, 62 Mal Gold, 115 Mal Silber und 272 Mal Bronze. Die ersten zwei Tage des Festivals tagten die 29 Jurys wieder physisch im Volksparkstadion in Hamburg. Unter Leitung der Chairwoman Rosie Bardales diskutierten 435 der kreativsten Köpfe Deutschlands und beurteilten die Einreichungen mit mehr als 10.000 Bestandteilen.

Die 5 Grand-Prix-Gewinner

Fünf Arbeiten konnten sich klar von der Konkurrenz abhoben und damit einen Grand Prix – also den Hauptpreis in der jeweiligen Kategorie – holen. Die Juryvorsitzenden vergaben keinen Grand Prix in der Kategorie "Design".

In der Kategorie "Werbung" setzte sich die Kampagne "Unser schlimmster Jahrgang" für die neu gegründete Marke #Flutwein durch. Im Juli 2021 zerstörte die Flut im Ahrtal komplette Dörfer, Existenzen und Leben. Die Winzer der Region traf die Katastrophe besonders hart. Die verschlammten Weine in ihren Kellern schienen nicht mehr verkaufsfähig zu sein. Doch dann entstand die Idee: Unter der neuen Marke #flutwein wurden die Flaschen von 50 Weinbetrieben gegen eine Spende auf Startnext angeboten. Jede Flasche ein Stück Geschichte und als originalverschlammtes Unikat von symbolischem Wert.

Der PR-Effekt multipliziert sich durch den Spendenerfolg: #flutwein wird die erfolgreichste Crowdfundingkampagne Deutschlands – über 47.000 Menschen spendeten mehr als 4,4 Millionen Euro. Die Kampagne rund um diese Spendenaktion stammt von der Seven One Ad Factory.

In der Kategorie "Film & Ton" holte erwartungsgemäß der Penny-Spot "Der Wunsch" den Grand Prix. Die Agentur Serviceplan interpretierte in dem Spot Bon Jovis "It's my life" neu – von jugendlichen Höhenflügen bis zum bittersten Herzschmerz. Der Song trägt die verschiedenen Stimmungen und sorgt für Gänsehaut. Zum Schluss schafft der Sohn mit seinem Gesang einen Perspektivwechseln in der Story, indem er selbst erkennt "It's my life. And it's now or never". So wird ein alter Klassiker zur Hymne einer Generation.

"Dies ist definitiv der Film des Jahres. Er hat bei jeder Vorführung der gesamten Jury den Boden unter den Füßen weggezogen. In allen Bereichen handwerklich brillant und kraftvoll in seiner Botschaft steht er für ganz großes Kino", so die Jury.

In der Kategorie "Digital" behaupteten sich BMW und die Agenturen Jung von Matt, Elastique sowie Meiré und Meiréder mit der Cloud-Streaming-Plattform Joytopia: Ein globales, virtuelles und für alle zugängliches Event. Dies war das Ziel, als der bayerische Autobauer im September 2021 nach München zur "IAA Mobility" einlud. Ziel war es, die Themen Elektromobilität, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit präsentieren. Im Fokus: junge, moderne Zielgruppen und ihre Bedürfnisse.

Joytopia, gebaut mit der Unreal Engine 4, wurde erstmal im Rahmen der IAA geöffnet. Das interaktive Metaverse bietet mit einem Klick Zugriff auf virtuelle Welten in HD, die nicht nur einen Messeauftritt nachbilden sondern ungesehene Produkterlebnisse, Entertainment und neue Blickwinkel auf Markenthemen eröffnet. Dazu die Jury: "Eine Arbeit die uns mit einem sprechenden Fuchs begrüßte und mit schierem Staunen hinterlässt. Massive Multiplayer Realtime Online Experience. Mindblowing. Bewusstseinserweiternd. Benchmark."

Den Grand Prix in der Kategorie "Kommunikation im Raum/Event" gewinnt die Forschungswand im Humboldt Labor. In Zeiten von wachsender Wissenschaftsskepsis begegnen die Besucher*innen den Forschung auf Augenhöhe und treten in einen Dialog über die Fragestellung "Wie wollen wir leben?". Auf einer speziell eintwickelten Installation entstehen durch Kinetik immer neue Bildflächen, die als dynamische Fenster vielfältige Perspektiven auf die Forschungsergebnisse ermöglichen.

"Die 'Forschungswand' im Humboldt Labor ist nicht nur eine beeindruckend präzise Medienwand sondern eine in sich schlüssige Installation im Panoramaformat. Die dynamische Bespielung vertikaler Markisen als 'Projektionsflächen' beeindrucken auch als ein glaubwürdiges, virtuelles Fenster in verborgene Welten wissenschaftlicher Forschung. […] Diese Arbeit zeichnet sich nicht nur durch handwerkliche Perfektion aus, sondern setzt auch Maßstäbe in seiner Kategorien, der interaktiver Vermittlung komplexer Inhalte – eine herausragende Medieninstallationen mit kreativ-beispielhaften Charakter. Der Jury war es eine Ehre diese Arbeit auszuzeichnen!", begründet die Jury ihre Entscheidung.

Einer von fünf Menschen ist Legastheniker. "Dyslexia Unetited" ist eine Initiative für mehr Akzeptanz von Legasthenie, denn oft wird noch immer angenommen, dass Legastheniker weniger intelligent seien. Dabei gibt es Nobelpreisträger, CEOs und sogar Schriftsteller mit Legasthenie. Das weiß nur keiner, denn Legasthenie wird immer wegkorrigiert.

Kai West Schlosser, Art Director bei Serviceplan und selbst Legastheniker wollte das ändern. Der Stern veröffentlichte 2021 am Tag der Legasthenie einen Artikel voller Rechtschreibfehler: "Meine gschichte , meine perspektife, unredigirt." Ausgehend von Print und Digital, schaffte es die Initiative sogar ins TV und sorgte für große Resonanz. "Eine persönliche Schwäche wird zur Stärke eines unterhaltsamen Artikels. Und das, ohne dabei um Mitleid zu werben. Das nischige Problem Legasthenie wird mit vielen Anekdoten so dem breiten Stern-Publikum zugänglich, schafft Awareness und arbeitet gegen Vorurteile. Ein Leseerlebnis, das für den Betrachter, passend zum Thema, fast beklemmend ist. Richtik tol", freut sich die Jury.

Verleihung im exklusiven Rahmen

Die Gewinnerarbeiten wurden im Rahmen der ADC-Award-Show Event-Bunker  in der Hamburger Feldstraße am Freitagabend live auf YouTube und im Beisein von rund 250 Personen beim Public Viewing ausgezeichnet. Alle Gewinner finden Sie HIER. Comedian und Moderator Simon Gosejohann führte durch die digitale Preisverleihung. Da bei der Planung des Events noch nicht klar war, wie sich die Corona-Situation entwickelt, fand die Verleihung nur in einem kleinen Rahmen statt.

LEADERSNET war vor Ort. Eindrücke vom Public Viewing finden Sie in unserer Fotogalerie.

www.adc.de

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