Sicherheit im Bahnverkehr
Deutsche Bahn investiert Millionen in Kameras und Bodycams

| Redaktion 
| 15.02.2026

Nach dem gewaltsamen Tod des Zugbegleiters Serkan C. hat die Deutsche Bahn beim Sicherheitsgipfel am 13. Februar ihre Sicherheitsstrategie konkretisiert. Mehr als 200 Millionen Euro pro Jahr fließen in Schutzmaßnahmen. 11.000 Kameras sind an Bahnhöfen im Einsatz, Bodycams werden ausgeweitet. Der Konzern setzt auf Personalpräsenz, Technik und engere Abstimmung mit der Bundespolizei.

Der tödliche Angriff auf Serkan C., der bei einer Fahrkartenkontrolle schwer verletzt wurde und später im Krankenhaus starb, hat eine bundesweite Debatte über Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Verkehr ausgelöst. Zwei Tage nach der Tat hatte Bahnchefin Evelyn Palla zu einem Sicherheitsgipfel nach Berlin eingeladen. Am 13. Februar kamen Vertreter:innen von Bund, Ländern und Sicherheitsbehörden zusammen.

Drei Säulen der Sicherheitsstrategie

Die Deutsche Bahn verweist auf ein Sicherheitskonzept, das auf drei Elementen basiert: Präsenz von Sicherheitskräften, Zusammenarbeit mit der Bundespolizei und Ausbau der Videotechnik.

Nach Unternehmensangaben sind bundesweit rund 6.000 Beamt:innen der Bundespolizei sowie etwa 4.500 Sicherheitskräfte für die Bahn im Einsatz. Die Kooperation besteht seit dem Jahr 2000 im Rahmen einer sogenannten Ordnungspartnerschaft. Jährlich investiert der Konzern mehr als 200 Millionen Euro in Sicherheitsmaßnahmen.

11.000 Kameras an 1.000 Bahnhöfen

In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 180 Millionen Euro in moderne Videotechnik investiert. An etwa 1.000 Bahnhöfen sind aktuell rund 11.000 Kameras installiert. Die Zahl der Kameras hat sich seit 2012 nahezu verdoppelt.

Täglich frequentieren rund 20 Millionen Reisende und Besucher:innen die rund 5.700 Bahnhöfe in Deutschland. Gemessen an dieser Zahl sei das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden, statistisch gering, heißt es aus dem Unternehmen.

Bodycams und Pilotprojekte

Im Nahverkehr werden Kundenbetreuer:innen auf freiwilliger Basis mit Bodycams ausgestattet. Im Fernverkehr läuft seit August 2025 ein Pilotversuch für Zugbegleitpersonal auf nationalen Verbindungen.

Rund 80 Prozent der Züge von DB Regio sind videoüberwacht. Zusätzlich testet die Bahn technische Hilfsmittel wie digitale Hilferufsysteme und Taschenalarme für Mitarbeitende an Bahnhöfen.

Der gewaltsame Tod des Mitarbeiters stellte auch die Unternehmenskommunikation vor eine Ausnahmelage. Kommunikationschef Jens-Oliver Voß äußerte sich öffentlich zu den Herausforderungen professioneller Krisenkommunikation in ihren schwersten Stunden und beschrieb die Gratwanderung zwischen Sprachlosigkeit und Verantwortung.

Der Sicherheitsgipfel vom 13. Februar markiert damit einen weiteren Schritt in der Diskussion um Schutzmaßnahmen für Beschäftigte im Bahnverkehr.

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