M&A-News: Interior & Finance
Rolf Benz zurück in Deutschland: Investoren-Konsortium übernimmt Design-Ikone

Nach sechs Jahren unter chinesischer Führung kehrt die Luxusmöbel-Marke Rolf Benz in die Heimat zurück. Ein deutsches Konsortium rund um Ex-FlatexDegiro-Chef Frank Niehage übernimmt den Polstermöbel-Pionier aus Nagold. Der Deal markiert eine strategische Trendwende im Premium-Segment: Weg von globaler Eigentümerschaft, hin zu lokaler Markenidentität und Renditesteigerung.

Heimkehr einer Traditionsmarke: Der Rolf-Benz-Deal im Detail

Die Designmöbelmarke Rolf Benz wechselt erneut den Besitzer – und kehrt dabei nach Deutschland zurück. Ein heimisches Investorenkonsortium übernimmt das Unternehmen, das 2018 an die chinesische Kuka-Gruppe veräußert worden war. Nach Unternehmensangaben soll der Vollzug der Transaktion (Closing) bereits im März 2026 erfolgen, wie das manager magazin zu berichten weiß. Während über den exakten Kaufpreis Stillschweigen vereinbart wurde, signalisiert der Rückkauf ein Ende der Phase internationaler Eigentümerschaft und eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der Marke.

Strategiewechsel mit Frank Niehage: Fintech-Expertise für die Möbelbranche

An der Spitze des Aufsichtsrats steht künftig eine der profiliertesten Figuren der deutschen Finanzszene: Frank Niehage. Der frühere Vorstandschef des Onlinebrokers FlatexDegiro wagt damit den Schritt in ein völlig neues Branchenumfeld. Nach seinem Abgang bei FlatexDegiro im Jahr 2024 bringt Niehage nun seine Expertise in den Bereichen Skalierung und Kapitalmarktstrategie ein, um Rolf Benz neu auszurichten, wiewohl der Fokus nun auf haptischen Premium-Gütern statt auf digitalen Trading-Plattformen liegt.

Operativ setzt das Konsortium auf Kontinuität: CEO Jürgen Mauß und CFO Jens Hofmann führen das Unternehmen weiter. Ein starkes Signal für die Belegschaft: Die Führungsebene wird sich künftig auch als Gesellschafter am Unternehmen beteiligen.

Analyse: Ertragreiche Segmente und "Made in Germany" als Wachstumshebel

Die neuen Eigentümer kündigen eine Schärfung des Markenprofils an. Im Fokus stehen:

  • Produktinnovation: Gezielte Investitionen in neue Design-Linien.
  • Ertragsstärke: Fokus auf hochmargige Segmente im globalen Premiummarkt.
  • Standortsicherung: Festigung der Position von Rolf Benz als Botschafter für hochwertige Polstermöbel „Made in Germany“.

Kennzahlen: Wo die Designmarke heute wirtschaftlich steht

Das Unternehmen mit Sitz in Nagold ist insbesondere im DACH-Raum tief verwurzelt. Öffentlich zugänglichen Zahlen zufolge erzielte Rolf Benz zuletzt – im Geschäftsjahr 2021 – mit rund 460 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 75 Millionen Euro. Bei einem überwiegend im Inland erwirtschafteten Umsatz fiel die Gewinnmarge mit einem Konzernbilanzgewinn im unteren sechsstelligen Bereich zuletzt jedoch moderat aus. Hier setzen die neuen Investoren an, um die Effizienz und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV