ox8 Corporate Finance
Mergers & Acquisitions: Was Käufer dieses Jahr überzeugt

| Redaktion 
| 03.02.2026

Nach einem von Zurückhaltung geprägten Vorjahr dürfte der Markt für Unternehmensübernahmen wieder an Dynamik gewinnen, wie die Experten von ox8 Corporate Finance prognostizieren. Statt opportunistischer Schnellschüsse rücken dabei jedoch Substanz, technologische Widerstandsfähigkeit und belastbare Zukunftsperspektiven in den Mittelpunkt.

Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten haben im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Priorität vielerorts nicht unbedingt beim Erwerb oder Zusammenschluss von Unternehmen lag. Und wenn doch? "Statt auf schnelle Gelegenheiten setzten Käufer auf Substanz, Belastbarkeit und Zukunftsfähigkeit", erinnert man sich bei den Fachleuten von ox8 Corporate Finance an 2025.

Gleichzeitig sind die beiden Gründer Klaus Wagner und Thorsten Hackspiel überzeugt, dass sich der Markt der Mergers & Acquisitions in diesem Jahr an neue Umstände gewöhnen und eine steigende Anzahl an Transaktionen mit sich bringen wird. Klaus Wagner identifiziert dabei drei Aspekte, die besonders im Rampenlicht stehen dürften:

"Die Widerstandsfähigkeit von Geschäftsmodellen gegenüber technologischen Umbrüchen, allen voran durch Künstliche Intelligenz, eine stärkere regionale Ausrichtung von Small- und Mid-Cap-Deals sowie ein intensiver Wettbewerb um wenige, überzeugend aufgestellte Unternehmen."

KI dient als "Stresstest für Unternehmen"

Hinsichtlich des omnipräsenten KI-Themas würden potentielle Käufer heute genauer denn je prüfen, was Automatisierung und datengetriebene Lösungen für das Unternehmen bedeuten – sei es im Bezug auf eigene Möglichkeiten oder die Gefahr, durch neue Technologien angreifbar zu sein.

"Künstliche Intelligenz ist längst kein Add-on mehr, sondern ein Stresstest für Unternehmen", unterstreicht Thorsten Hackspiel. "Unternehmen mit klarer technologischer Positionierung, eigener Datenbasis und skalierbaren Strukturen gelten als deutlich robuster und stoßen dementsprechend auf höhere Aufmerksamkeit und Bewertungen."

Das Angebot an dahingehend geeigneten Kandidaten ist den Experten von ox8 Corporate Finance zufolge begrenzt, obwohl Liquidität vorhanden ist und ein gewisser Anlagedruck ansteigt.

"Wir sehen einen Markt, in dem viel Kapital verfügbar ist, während die wirtschaftliche Substanz vieler Unternehmen eher abnimmt“, beschreibt es Klaus Wagner. Komme ein überzeugendes Konzept schließlich auf den Markt, sei „der Wettbewerb entsprechend intensiv."

Mehr als temporäre Trends

Schwer haben es Unternehmen im Verkaufsprozess demnach, wenn sie "kein klares Profil oder stabile Erträge vorweisen" können.

Klaus Wagner, Mitgründer von ox8 Corporate Finance (Bild: ox8)
Klaus Wagner, Mitgründer von ox8 Corporate Finance (Bild: ox8)

Gute Chancen rechnet Thorsten Hackspiel dagegen "Technologieunternehmen, B2B-Dienstleistern, spezialisierten Nischenanbietern und ausgewählten Healthcare-Segmenten" aus.

Das liege weniger an temporären Trends und vielmehr daran, dass die genannten Branchen strukturelle Veränderungen (wie Digitalisierung und KI) aktiv nutzen und so davon profitieren. "Gleichzeitig verstärken der demografische Wandel und anstehende Nachfolgeregelungen den Verkaufsdruck in vielen mittelständischen Unternehmen", ergänzt Klaus Wagner.

Das Fazit der Fachleute

"2026 gewinnt im M&A nicht der Verkaufswille, sondern die gründliche und strukturierte Vorbereitung und die bewusste Wahl des richtigen Partners", stellen die beiden Gründer fest. Der passende Zeitpunkt für einen Verkauf bemesse sich am Ende des Tages "nicht allein an der aktuellen Performance, sondern an der Visibilität der zukünftigen Entwicklung."

"Das Ergebnis ist ein Markt, der 2026 zwar aktiver sein dürfte, zugleich aber deutlich selektiver bleibt", schlussfolgern Wagner und Hackspiel.

Als Pluspunkt im angebrochenen Jahr sehen die beiden außerdem sinkende Zinsen und eine rückläufige Inflation, durch die sich "die finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Übernahmen" verbessern.

"Eine günstigere Finanzierung bedeutet aber nicht automatisch eine höhere Bewertung für alle", gibt Hackspiel zu bedenken und schildert: "Sie verschärft vielmehr den Wettbewerb um jene Targets, die strategisch schon überzeugt haben und langfristig in bestehende Wachstumspläne passen."

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