SumUp-Studie
So unterschiedlich ergeht es stationären und online Geschäften in Deutschland

Die wirtschaftliche Situation im deutschen Handel bleibt angespannt – doch die Herausforderungen treffen Händler je nach Vertriebsweg sehr unterschiedlich. Eine aktuelle Umfrage des Zahlungsanbieters SumUp verdeutlicht die Kluft: Während im Ladenlokal vor allem die Fixkosten drücken, kämpft der E-Commerce mit Konkurrenzdruck und einer spürbaren Kaufzurückhaltung.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Stationär: Hohe Nebenkosten (44 %) und steigende Betriebskosten sind die größten Belastungen.

Online: Hoher Wettbewerb (23 %) und zögerliches Kundenverhalten (34 %) prägen das Geschäft.

Ausblick: Online-Händler sind mit 38 % Wachstumserwartung deutlich optimistischer als Ladenbesitzer (23 %).

Kostenfalle Ladenlokal: Wenn Fixkosten die Marge fressen

Für den stationären Einzelhandel sind vor allem die laufenden Betriebskosten ein Problem. Die Umfrage zeigt, dass 44 % der Händler vor Ort unter den hohen Nebenkosten leiden. Im Vergleich dazu geben dies nur 22 % der Online-Unternehmen an. Der klassische Handel ist durch Mieten und Energiekosten deutlich unflexibler gegenüber Preissteigerungen auf dem Energiemarkt.

Im Netz sind die Sorgen anderer Natur. Hier stehen nicht die Räumlichkeiten, sondern der Wettbewerbsdruck im Vordergrund: Fast jedes vierte Online-Unternehmen (23 %) klagt über die starke Konkurrenz. Im stationären Handel empfinden dies nur 13 % als primäres Problem.

Zudem reagieren Online-Kunden sensibler auf wirtschaftliche Unsicherheiten. Während im Laden oft spontan gekauft wird, beobachten 34 % der Webshop-Betreiber, dass Kunden Kaufentscheidungen bewusst aufschieben. Im stationären Bereich liegt dieser Wert nur bei 26 %.

Preisdruck und Kundenverhalten: Rabattfokus vs. Zögern

Das Kaufverhalten hat sich überall gewandelt, aber die Ausprägung variiert:

Stationärer Handel: Hier herrscht ein massiver Fokus auf Rabatte und Niedrigpreise. 35 % der Händler berichten, dass Kunden gezielt nach Schnäppchen suchen.

Online-Handel: Hier wiegt der generelle Rückgang der Kauffreude schwerer. 24 % der Online-Geschäfte spüren eine generelle Unlust am Konsum (stationär: 17 %).

Prognose 2026: Online-Handel blickt zuversichtlicher in die Zukunft

Trotz der Herausforderungen ist die Stimmung im Netz besser. Rund 38 % der Online-Anbieter rechnen in den kommenden Monaten mit Gewinnwachstum. Im stationären Handel ist man vorsichtiger: Hier erwarten nur 23 % ein Plus, während 40 % von einer Stagnation ausgehen.

Auch bei der Personalfrage zeigen sich unterschiedliche Ansätze: Stationär: 37 % der Inhaber setzen erfolgreich auf finanzielle Anreize wie höhere Löhne und Boni, um Fachkräfte zu halten. Online: Auch hier nennen 37 % die Mitarbeiterbindung als Thema, geben jedoch an, noch nach der passenden Strategie zu suchen, da rein monetäre Anreize im digitalen Wettbewerb oft nicht ausreichen.

 

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