Energieversorgung ab 2030 möglich
NASA plant Bau eines Atomreaktors auf dem Mond

Die NASA macht Ernst mit der Rückkehr zum Mond – und plant dort den Bau eines Atomreaktors. Bereits 2030 soll das System Strom für künftige Mondmissionen liefern. Damit geht die Raumfahrtbehörde einen entscheidenden Schritt zur dauerhaften Präsenz im All – im Wettlauf mit China und Russland.

Im Rahmen ihrer Mondoffensive will die NASA bis Ende des Jahrzehnts erstmals einen nuklearen Reaktor auf der Mondoberfläche in Betrieb nehmen. Das Projekt soll eine zuverlässige Stromversorgung für bemannte Missionen und wissenschaftliche Stationen sicherstellen – unabhängig von Sonnenlicht oder Tageszeiten. Die Initiative ist Teil des Artemis-Programms und wird von der US-Regierung strategisch gefördert.

Mondreaktor als Schlüssel zur Energieautarkie im All

Mit dem Fission Surface Power Project arbeitet die NASA gemeinsam mit dem US-Energieministerium an der Entwicklung eines kompakten, robusten Atomreaktors, der auf dem Mond rund um die Uhr Energie liefern soll. Der Prototyp soll eine Leistung von etwa 40 Kilowatt erzeugen – genug, um mehrere Mondhabitate dauerhaft mit Strom zu versorgen.

Technologiepartner wie Lockheed Martin und BWXT entwickeln bereits entsprechende Module. Das System basiert auf einem gasgekühlten Reaktor mit festem Brennstoff und ist für eine Betriebsdauer von zehn Jahren ausgelegt – ohne Wartung. Die Integration in künftige Mondstationen ist bereits Teil der NASA-Planung für die 2030er-Jahre.

Artemis-Programm schafft neue Infrastruktur

Die Energiepläne sind eng mit dem Artemis-Programm verknüpft, mit dem die NASA nach mehr als 50 Jahren wieder Menschen auf den Mond bringen will. Bereits 2025 soll mit Artemis III die erste bemannte Landung stattfinden. Ziel ist es, nicht nur zu landen, sondern dauerhaft zu bleiben – mit wissenschaftlicher Infrastruktur, Lebensräumen und Energieversorgung.

Der geplante Atomreaktor soll dabei zentrale Funktionen übernehmen: Versorgung von Kommunikationssystemen, Schutzsystemen, Messstationen und Lebenserhaltung. Auch für den Bau künftiger Strukturen mit 3D-Druck-Technologie wäre eine konstante Energiequelle unerlässlich.

Strategischer Wettlauf mit China und Russland

Der Vorstoß der NASA ist nicht nur technologisch, sondern auch geopolitisch motiviert. China verfolgt ambitionierte Pläne für eine eigene bemannte Mondbasis und arbeitet ebenfalls an nuklearen Stromquellen für den Einsatz im All. Auch Russland beteiligt sich an einem bilateralen Mondprojekt mit China – die Ankündigung eines eigenen Reaktors steht seit Jahren im Raum.

"Amerika hat sich verpflichtet, zum Mond zurückzukehren, die Infrastruktur zu bauen, die man braucht, um zu bleiben, und die Investitionen vorzunehmen, die es für den nächsten großen Sprung zum Mars und darüber hinaus braucht", sagte NASA-Chef Jared Isaacman.

Laut eines Berichts von aero.de soll der Reaktor bereits 2030 in Betrieb gehen. Die Planungen sind Teil eines umfassenderen Wettbewerbs zwischen den großen Raumfahrtnationen.

Parallel dazu formiert sich auch in Europa eine neue Generation von Raumfahrern. Unter den Kandidaten für künftige Mondmissionen gelten ESA-Astronauten wie Alexander Gerst und Matthias Maurer als besonders erfahren und international vernetzt – ihr Profil passt zu den Anforderungen künftiger multinationaler Kooperationen auf dem Mond.

Testgelände für den Mars

Die NASA betrachtet den Mond zunehmend als Testumgebung für langfristige Raumfahrtprojekte – etwa für Missionen zum Mars. Der geplante Atomreaktor dient als Proof-of-Concept für spätere Energieversorgungssysteme auf dem Roten Planeten, wo Sonnenlicht noch seltener verfügbar ist und extreme Umweltbedingungen herrschen.

Der Reaktor könnte außerdem als internationales Kooperationsprojekt dienen. Die NASA schließt nicht aus, dass künftig auch andere Raumfahrtagenturen oder private Anbieter Technologien für ein gemeinsames Mondökosystem beitragen. Der Reaktor ist dabei das erste größere Infrastrukturprojekt, das langfristige Präsenz technisch überhaupt erst möglich macht.

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