Luftfahrt im Ausnahmezustand
Flugverkehr im Nahen Osten: Flugausfälle, Sperrungen und die aktuelle Lage im Überblick

| Redaktion 
| 01.03.2026

Militärische Eskalation im Nahen Osten: Welche Flughäfen geschlossen sind und welche Fluggesellschaften ihre Verbindungen gestrichen haben. Die aktuelle Lage im Überblick.

Der militärische Schlagabtausch rund um Iran hat nicht nur politische, sondern auch massive luftverkehrliche Folgen. Was für viele Reisende als Routine begann – Umsteigen in der Golfregion, Weiterflug nach Europa, Asien oder Afrika – endete abrupt in Warteschlangen, Hotelzimmern oder auf Feldbetten in Terminals. Außerdem sind auch Flughäfen selbst Teil des Konfliktgeschehens geworden.

Drehkreuze im Ausnahmezustand

Am internationalen Flughafen von Dubai, größtes internationales Drehkreuz der Welt kam es Berichten zufolge zu Verletzten nach einem mutmaßlichen Angriff. Normalerweise starten und landen dort täglich mehr als 1000 Maschinen. Zeitweise wurde der Betrieb komplett eingestellt. Ähnlich angespannt war die Lage am Hamad International Airport in Doha, einem weiteren Schlüsselpunkt im globalen Streckennetz.

In Abu Dhabi wurde ein Einschlag gemeldet, in Bahrain entstand bei einem Drohnenangriff Sachschaden am Airport, heißt es auf spiegel.de.

Tausende Flüge gestrichen – Zehntausende betroffen

Nach Angaben von Flugbeobachtungsdiensten wurden bereits mehrere Tausend Verbindungen gestrichen. Allein an sieben großen Airports im Nahen Osten summieren sich die Ausfälle auf deutlich über 3000 Flüge, wie der Guardian berichtet. Für die folgenden Tage werden weitere Streichungen erwartet. Wer dort umsteigt, steckt nun häufig fest. Maschinen und Besatzungen kommen nicht mehr an ihre vorgesehenen Einsatzorte, Anschlussflüge verfallen, ganze Rotationen brechen zusammen.

Lufträume geschlossen – Europa warnt Airlines

Nicht nur einzelne Flughäfen, auch ganze Lufträume wurden gesperrt. Neben Iran und Israel schlossen unter anderem Irak, Kuwait und Bahrain ihre Grenzen für zivile Maschinen. Der iranische Luftraum bleibt vorerst dicht.

Die europäische Luftfahrtaufsicht empfahl Airlines, betroffene Gebiete weiträumig zu meiden. Flugzeuge müssen daher große Umwege fliegen – was zusätzliche Zeit und vor allem zusätzliche Kosten bedeutet.

Kettenreaktion für den Weltverkehr

Die Golfregion ist einer der wichtigsten Transitkorridore zwischen Europa, Asien, Afrika und Australien. Wenn Drehkreuze wie Dubai oder Doha ausfallen, wirkt sich das global aus.

Flugzeuge stehen an falschen Orten, Crews erreichen ihre Einsatzpläne nicht, Fracht bleibt liegen. Gerade Airlines vom Golf gehören auch zu den größten Luftfrachtanbietern weltweit – Lieferketten könnten dadurch zusätzlich unter Druck geraten.

Analysten im Guardian rechnen bei länger anhaltenden Einschränkungen außerdem mit steigenden Ticketpreisen: Längere Routen bedeuten höheren Treibstoffverbrauch, weniger verfügbare Sitzplätze treiben die Preise zusätzlich.

VAE hilft gestrandeten Reisenden

Zahlreiche Fluggesellschaften ermöglichen ihren Kundinnen und Kunden derzeit kostenfreie Umbuchungen oder eine gebührenfreie Stornierung. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten zudem an, für gestrandete Reisende sämtliche Ausgaben für Hotelunterbringung, Verpflegung und zusätzliche Betreuung zu übernehmen, wie Focus berichtet.

 

 

Die Maßnahmen der Fluggesellschaften im Überblick

  • Aegean Airlines: Flüge von und nach Tel Aviv, Beirut und Erbil bis 2. März ausgesetzt.
  • Air Astana: Alle Flüge in den Nahen Osten bis 3. März gestrichen.
  • Air Canada: Israel-Flüge bis 8. März, Dubai bis 3. März gestrichen.
  • Air Europa: Flüge nach Tel Aviv am Sonntag und Montag gestrichen; weitere Entscheidungen abhängig von der Lage.
  • Air France-KLM: Air France strich Tel-Aviv- und Beirut-Flüge; KLM setzte Verbindungen nach Dubai, Dammam und Riad aus.
  • Air India: Zahlreiche Langstreckenflüge u. a. nach London, New York, Chicago, Toronto, Frankfurt und Paris gestrichen.
  • Azerbaijan Airlines: Verbindungen nach Dubai, Doha, Dschidda und Tel Aviv ausgesetzt.
  • British Airways: Tel Aviv und Bahrain bis 3. März gestrichen; Flug nach Amman am Samstag ausgesetzt.
  • Cathay Pacific: Flüge nach Dubai und Riad sowie Frachtdienste am Flughafen Al Maktoum gestoppt.
  • Emirates: Alle Flüge von und nach Dubai bis 2. März, 15 Uhr Ortszeit, ausgesetzt.
  • Etihad Airways: Abflüge aus Abu Dhabi bis Sonntag, 14 Uhr Ortszeit, ausgesetzt.
  • Flydubai: Flugbetrieb von und nach Dubai bis Sonntag, 15 Uhr Ortszeit, vorübergehend eingestellt.
  • Iberia Express: Geplanter Tel-Aviv-Flug am Samstag gestrichen.
  • IndiGo: Aussetzung ausgewählter internationaler Flüge über den Nahen Osten verlängert.
  • ITA Airways: Tel-Aviv-Flüge gestoppt; mehrere Lufträume werden gemieden; Dubai bis 1. März ausgesetzt.
  • Japan Airlines: Flug Tokio–Doha sowie Rückflug gestrichen.
  • LOT Polish Airlines: Tel Aviv bis 15. März, Dubai und Riad bis 2. März ausgesetzt.
  • Lufthansa: Flüge nach Tel Aviv, Beirut und Oman bis 7. März gestrichen; Dubai zeitweise ausgesetzt; mehrere Lufträume werden gemieden.
  • Norwegian Air: Dubai bis 4. März ausgesetzt.
  • Pegasus Airlines: Flüge nach Iran, Irak, Jordanien und Libanon bis 2. März gestrichen.
  • Qatar Airways: Flüge wegen Luftraumschließung Katars vorübergehend ausgesetzt.
  • Scandinavian Airlines: Kopenhagen–Tel-Aviv-Verbindung am Samstag ausgesetzt.
  • Turkish Airlines: Zahlreiche Golf- und Nahostverbindungen gestrichen, teils bis 2. März.
  • Virgin Atlantic: Meidet irakischen Luftraum; London–Dubai-Flug gestrichen.
  • Wizz Air: Flüge nach Israel, Dubai, Abu Dhabi und Amman bis 7. März eingestellt.

Quelle: spiegel.de

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Die Maßnahmen der Fluggesellschaften im Überblick

  • Aegean Airlines: Flüge von und nach Tel Aviv, Beirut und Erbil bis 2. März ausgesetzt.
  • Air Astana: Alle Flüge in den Nahen Osten bis 3. März gestrichen.
  • Air Canada: Israel-Flüge bis 8. März, Dubai bis 3. März gestrichen.
  • Air Europa: Flüge nach Tel Aviv am Sonntag und Montag gestrichen; weitere Entscheidungen abhängig von der Lage.
  • Air France-KLM: Air France strich Tel-Aviv- und Beirut-Flüge; KLM setzte Verbindungen nach Dubai, Dammam und Riad aus.
  • Air India: Zahlreiche Langstreckenflüge u. a. nach London, New York, Chicago, Toronto, Frankfurt und Paris gestrichen.
  • Azerbaijan Airlines: Verbindungen nach Dubai, Doha, Dschidda und Tel Aviv ausgesetzt.
  • British Airways: Tel Aviv und Bahrain bis 3. März gestrichen; Flug nach Amman am Samstag ausgesetzt.
  • Cathay Pacific: Flüge nach Dubai und Riad sowie Frachtdienste am Flughafen Al Maktoum gestoppt.
  • Emirates: Alle Flüge von und nach Dubai bis 2. März, 15 Uhr Ortszeit, ausgesetzt.
  • Etihad Airways: Abflüge aus Abu Dhabi bis Sonntag, 14 Uhr Ortszeit, ausgesetzt.
  • Flydubai: Flugbetrieb von und nach Dubai bis Sonntag, 15 Uhr Ortszeit, vorübergehend eingestellt.
  • Iberia Express: Geplanter Tel-Aviv-Flug am Samstag gestrichen.
  • IndiGo: Aussetzung ausgewählter internationaler Flüge über den Nahen Osten verlängert.
  • ITA Airways: Tel-Aviv-Flüge gestoppt; mehrere Lufträume werden gemieden; Dubai bis 1. März ausgesetzt.
  • Japan Airlines: Flug Tokio–Doha sowie Rückflug gestrichen.
  • LOT Polish Airlines: Tel Aviv bis 15. März, Dubai und Riad bis 2. März ausgesetzt.
  • Lufthansa: Flüge nach Tel Aviv, Beirut und Oman bis 7. März gestrichen; Dubai zeitweise ausgesetzt; mehrere Lufträume werden gemieden.
  • Norwegian Air: Dubai bis 4. März ausgesetzt.
  • Pegasus Airlines: Flüge nach Iran, Irak, Jordanien und Libanon bis 2. März gestrichen.
  • Qatar Airways: Flüge wegen Luftraumschließung Katars vorübergehend ausgesetzt.
  • Scandinavian Airlines: Kopenhagen–Tel-Aviv-Verbindung am Samstag ausgesetzt.
  • Turkish Airlines: Zahlreiche Golf- und Nahostverbindungen gestrichen, teils bis 2. März.
  • Virgin Atlantic: Meidet irakischen Luftraum; London–Dubai-Flug gestrichen.
  • Wizz Air: Flüge nach Israel, Dubai, Abu Dhabi und Amman bis 7. März eingestellt.

Quelle: spiegel.de

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