Filmfunktionärin wird Unternehmerin
Yoko Holding will die KI-Zukunft des Kinos mitgestalten

| Redaktion 
| 01.03.2026

Yoko Higuchi-Zitzmann glaubt, dass "der große KI-Moment im Filmgeschäft" bevorsteht. Wie überzeugt sie davon ist, zeigt der jüngste Karriereschritt der erfahrenen Filmfunktionärin: Mit der Yoko Holding GmbH hebt sie ihr eigenes Content-Studio aus der Taufe, das sich die hybride Produktion von Filmen, Serien und digitalen Formaten auf die Fahne schreibt.

Dieser Tage hat Asha Sharma ihre liebe Mühe, die Xbox-Community hinter sich zu bringen: Die berufliche Vergangenheit der frischgebackenen CEO von Microsoft Gaming ist nicht durch Videospiele, sondern Künstliche Intelligenz geprägt, weshalb ihr viele Fans mit gehöriger Skepsis begegnen.

Und das, obwohl Sharma zum Antritt extra versicherte, dass die Spielesparte unter ihrer Führung weder "weder kurzfristiger Effizienz hinterherjagen noch unser Ökosystem mit seelenlosem KI-Slop" überfluten würde – eine präventive Anerkennung des Umstands, dass ein Großteil der eigenen Zielgruppe großen Wert auf tatsächlich von Menschen geschaffene Games legt.

Die derzeitige Gefühlslage in der Filmwelt schätzt Yoko Higuchi-Zitzmann ähnlich ein: "Wer heute einen KI-Film in die Kinos bringen wollte, würde bitter draufzahlen. Das will kein Mensch sehen", stellt sie in einem Interview in der aktuellen Sonntagsausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung fest.

"Der große KI-Moment im Filmgeschäft" naht

Einschätzungen der Deutsch-Japanerin beruhen auf einem beeindruckenden Erfahrungsschatz: In den Nullerjahren leitete sie den internationalen Filmeinkauf bei Constantin, ehe sie für den Filmrechtehandel bei der Telepool GmbH verantwortlich zeichnete und später eng mit Tanja und Regina Ziegler zusammenarbeitete.

Positionen als Co-Geschäftsführerin der von Matthias Schweighöfer gegründeten Produktionsfirma Pantaleon Films oder als CEO von Telepool tauchen genauso in ihrer Vita auf wie ein Platz in der Jury der International Emmy Awards; mehrere selbstgewonnene Preise kommen obendrauf.

Yoko Higuchi-Zitzmann und Tanja Ziegler bei der Premiere von "Mein Blind Date mit dem Leben" im Kino der Kulturbrauerei in Berlin am 18. Januar 2017 (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)
Yoko Higuchi-Zitzmann und Tanja Ziegler bei der Premiere von "Mein Blind Date mit dem Leben" im Kino der Kulturbrauerei in Berlin am 18. Januar 2017 (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)

Entsprechend ist man geneigt, Yoko Higuchi-Zitzmann Glauben zu schenken, wenn sie sagt, dass ihre eben zitierte Einschätzung nicht mehr lange gültig ist: Das angebrochene Jahr wird "der große KI-Moment im Filmgeschäft", zeigt sich die 54-jährige Filmfunktionärin überzeugt.

Tatsächlich bringt Künstliche Intelligenz einen rapiden Wandel in die Welt der bewegten Bilder. Man führe sich vor Augen: Es ist keine drei Jahre her, seit das erste Video von Will Smith beim Verzehr von Spaghetti viral ging – eher aufgrund der unfreiwilligen Komik und weniger als technologische Machtdemonstration.

Im vergangenen Februar wiederum befand Marvel-Autor Rhett Reese ("Deadpool & Wolverine") angesichts eines beeindruckenden, komplett KI-generierten Faustkampfs zwischen Brad Pitt und Tom Cruise stellvertretend für menschliche Filmschaffende: "Ich sage es nur ungern, aber es ist wahrscheinlich vorbei für uns."

Yoko Holding soll "ein echter europäischer Champion" werden

Yoko Higuchi-Zitzmann handelt derweil nach bester "Put your money where your mouth is"-Devise und belässt es keinesfalls bei bloßen Prognosen zur Zukunft der Branche: "Ja, ich habe es getan", schreibt sie auf ihrem LinkedIn-Profil und klärt auf: "Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich den Sprung ins Unternehmertum gewagt – als Gründerin und CEO der Yoko Holding GmbH."

Yoko Higuchi-Zitzmann und Begleitung bei der Bambi-Verleihung in der Bavaria Filmstadt in München am 13. November 2025 (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)Yoko Higuchi-Zitzmann und Begleitung bei der Bambi-Verleihung in der Bavaria Filmstadt in München am 13. November 2025 (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)

"Zusammen mit herausragenden Mitbegründern und Weltklasse-Partnern bauen wir ein zukunftsfähiges Content-Studio für Filme, Serien, Kurzformate und digitale Inhalte auf – angetrieben von generativer KI und hybrider Filmproduktion – mit dem Ziel, ein echter europäischer Champion für innovative Bewegtbilder, Innovation, Wachstum und KI zu werden", führt Higuchi-Zitzmann aus.

Während die personellen und finanziellen Einsparungsmöglichkeiten durch hochklassige KI-Optionen auf der Hand liegen, will die Yoko Holding die humane Komponente keineswegs außen vor lassen: "Wir glauben, dass Europa leistungsstarkes, kreatives, menschliches & KI-gesteuertes Storytelling braucht", betont die Gründerin. "Innovation mit Substanz" werde angepeilt.

Sicher sei sie außerdem, dass "die Zukunft des Contents intelligent, emotional und global wettbewerbsfähig ist" und verspricht, dass es sehr bald mehr "aufregende News" aus neugegründetem Hause gibt: "Das ist erst der Anfang."

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