AAA-Rating mit stabilem Ausblick
Fitch bestätigt Deutschlands Spitzenbonität

| Redaktion 
| 18.03.2024

Die Ratingagentur Fitch hat kürzlich die Spitzenbonität "AAA" für Deutschland bestätigt und einen stabilen Ausblick für die Zukunft gegeben. Diese Bewertung spiegelt Deutschlands robuste und diversifizierte Wirtschaft wider, die von hohen Wertschöpfungsmöglichkeiten und starken institutionellen Strukturen unterstützt wird.

Insbesondere lobte Fitch die umsichtige Finanzpolitik des Landes sowie die äußerst niedrigen staatlichen Finanzierungskosten. Die anhaltend hohen Leistungsbilanzüberschüsse werden als Indiz für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Exportsektors und die positive Nettoauslandsposition angesehen, heißt es in der Bewertung weiter. 

Strukturelle Herausforderungen und Prognosen für das Wirtschaftswachstum

Trotz dieser Stärken steht Deutschland jedoch vor einigen strukturellen Herausforderungen. Eine davon ist die rapide alternde Bevölkerung, die zunehmend Druck auf die öffentlichen Finanzen und den Arbeitsmarkt ausübt. Zudem bleibt die Wirtschaftsleistung Deutschlands nach der Pandemie schwach, wie aus den Zahlen des vierten Quartals 2023 hervorgeht, als die Wirtschaft real um 0,3 Prozent geschrumpft ist. Dies liegt nur geringfügig über dem Niveau des vierten Quartals 2019, heißt es 

Die unterdurchschnittliche Wachstumsleistung seit 2022 wird auf eine Kombination aus externen Schocks und strukturellen Faktoren zurückgeführt. Fitch-Analysten prognostizieren für das Jahr 2024 nur ein Wachstum von 0,1 Prozent, aber sie erwarten, dass sich die Konjunkturaussichten verbessern und das Wachstum bis 2025 auf 1,4 Prozent beschleunigen wird. Es wird angenommen, dass der Energieschock das deutsche Produktionspotenzial um 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verringert hat, obwohl die Produktionslücke noch beträchtlich ist, was auf einen Aufholbedarf hinweist.

Risiken und mögliche Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum

Diesen positiven Aussichten stehen jedoch Risiken gegenüber, insbesondere auf der Abwärtsseite. Es besteht die Möglichkeit, dass das deutsche Produktionspotenzial deutlich stärker unter dem Energieschock gelitten hat als erwartet oder dass sich die Erholung verzögern könnte. Des Weiteren könnte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporte erheblich sinken, falls die Lohnkosten schneller steigen als das Produktivitätswachstum oder falls sich die Energiepreise auf einem höheren Niveau stabilisieren. Zusätzlich könnte eine weitere Haushaltskonsolidierung erforderlich sein, um die Schuldenbremse nach 2024 einzuhalten, was sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte.

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