Deutsche Wirtschaft bleibt unter Druck: Keine Erholung in Sicht

| pte 
| 01.11.2023

Die deutsche Wirtschaft hat noch keine Anzeichen einer Erholung gezeigt, wie das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Oktober belegt.

Das am Dienstag, veröffentlichte Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) liegt im Oktober bei 88,1 Punkten. Gegenüber September hat sich der Wert damit noch einmal geringfügig verringert und liegt weiterhin merklich unter der neutralen 100-Punkte-Marke. Diese zeigt ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft an.

Verhaltene Aussichten

Nachdem die Wirtschaft im dritten Quartal 2023 leicht geschrumpft ist, bleiben die Aussichten auch für das laufende vierte Quartal verhalten. Weiter belasten die schwache Weltwirtschaft, die hohen Zinsen sowie die im Vergleich zur Zeit vor dem Krieg in der Ukraine höheren Energiepreise die deutsche Wirtschaft. Zudem, so die DIW-Berlin-Ökonomen haben die ohnehin schon hohen geopolitischen Risiken durch den Krieg im Nahen Osten zugenommen.

"Die deutsche Wirtschaft tritt aktuell auf der Stelle, die Hemmschuhe Zinsen, hohe Energiepreise und schwache Auslandsnachfrage sind momentan einfach zu groß", so Geraldine Dany-Knedlik vom DIW Berlin. Kollege Timm Bönke ergänzt: "Zwar gibt es vor allem für nächstes Jahr Hoffnung, dass sich angesichts steigender Löhne und abnehmender Inflation der Konsum erholt - aber das ist Zukunftsmusik." Verbraucher hielten sich zurück.

Noch kein Aufschwung

Eine zaghafte konjunkturelle Aufhellung zeichnet sich allerdings ab. Zwar hat sich die Lage in der Industrie im Sommer zunehmend verschlechtert: Trotz merklich nachlassender Materialengpässe konnte sich die Produktion kaum erholen, der Auftragsbestand nahm deutlich ab. Die Talsohle dürfte allerdings nunmehr erreicht sein. Die Auftragseingänge sind zuletzt gestiegen und die Geschäftserwartungen haben sich im Oktober leicht aufgehellt.

Dies nährt die Hoffnung auf einen allmählich einsetzenden Aufschwung. "Ein dynamisches Wachstum ist aber nicht zu erwarten", sagt DIW-Berlin-Konjunkturexpertin Laura Pagenhardt und unterstreicht: "Weiterhin belastet die schwache Außennachfrage die exportorientierte deutsche Industrie und die höheren Zinsen dämpfen die Investitionen." Die deutsche Wirtschaft sei zwar widerstandsfähig, ein kräftiges Wachstum sei aber noch nicht in Sicht.

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