Finanzfluss-Podcast
im Loop: Ein Pressekodex zum ersten Geburtstag

| Redaktion 
| 09.08.2026

Klassische Medienhäuser konkurrieren immer stärker mit Podcasts, Creator-Formaten und freiem Videojournalismus. Mit dem Erfolg dieser Sparten wächst allerdings auch die Frage, nach welchen journalistischen Standards entsprechende Angebote eigentlich arbeiten – und in Form von "im Loop" mit Mary Abdelaziz-Ditzow liefert nun ein kaum ein Jahr altes Wirtschaftsformat eine Antwort, die bislang eher Ausnahme als Regel ist.

In den vergangenen zwölf Monaten hat die Finanzbildungsplattform Finanzfluss ihr redaktionelles Angebot im Pod- und Vodcast-Segment spürbar verstärkt. Schlüsselfigur ist dabei Mary Abdelaziz-Ditzow, die erst im April mit "Marys Call" ein neues Format bekommen hat – zusätzlich zu "im Loop", einem täglichen News- und Wirtschaftspodcast, der sich ziemlich rasch als einer der gefragtesten Vertreter seiner Art auf Spotify etablieren konnte.

Inhaltlich konzentriert sich die von Abdelaziz-Ditzow angeführte Redaktion auf Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsthemen mit besonderem Fokus auf deren ökonomische Auswirkungen. Zum Konzept gehören dementsprechend sowohl Nachrichtenüberblicke als auch Hintergrundanalysen und Interviews mit Experten, Unternehmern, Wissenschaftlern oder politischen Akteuren.

Verteilt über YouTube und weitere gängige Plattformen freut sich das Format über eine monatliche Reichweite im sechsstelligen Bereich; auch der Herbert-Quandt-Medienpreis und der BSW-Preis für Wirtschaftsjournalismus sind bereits auf "im Loop" aufmerksam geworden.

Eine Frage der Positionierung

Wahrlich keine schlechte Bilanz für eine Marke, die ihren ersten Geburtstag noch vor sich hat: Am Dienstag, 18. August steht das erste Wiegenfest des Formats im Kalender – und noch recht vage kündigt Mary Abdelaziz-Ditzow an, dass es rund um den Anlass aufregende Neuigkeiten zu "im Loop" geben könnte.

Mit Bezug auf den Deutschen Presserat werden die Dinge dagegen schon jetzt etwas konkreter, schließlich hat dieser den Verantwortlichen des Podcasts vergangene Woche mitgeteilt, dass ihre Anmeldung nach mehrmonatiger Wartezeit endlich angenommen wurde.

Bedeutet: "im Loop" verpflichtet sich künftig zur Einhaltung des Pressekodex, der die zentralen journalistischen Standards in Deutschland formuliert. Er beinhaltet zum Beispiel die Verpflichtung zu Sorgfalt, Wahrhaftigkeit, Transparenz bei Korrekturen, Trennung von Redaktion und Werbung oder den Schutz von Persönlichkeitsrechten. Medien, die dem Pressekodex unterliegen, können bei Beschwerden vom Presserat überprüft und gegebenenfalls gerügt werden.

Bemerkenswert ist der Schritt in diesem Fall vor allem, weil "im Loop" als junges, plattformübergreifendes Vodcast- und Social-Media-Format aus der Creator- und Podcast-Welt stammt, in der sich Formate vornehmlich außerhalb der traditionellen Selbstkontrollstrukturen des Journalismus bewegen.

Der Antrag und die nun erfolgte Aufnahme dürfen daher als selbstbewusstes Signal verstanden werden, dass sich "im Loop" ausdrücklich als journalistisches Medium positionieren und denselben professionellen Standards unterwerfen möchte, die längst für etablierte Zeitungen, Magazine oder Rundfunkangebote gelten. Das kommende Geburtstagskind sei damit "unter den neuen Medien eine Art Präzedenzfall", wie Mary Abdelaziz-Ditzow berichtet.

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