Hybride Arbeitswelt
Neuer Coworking-Trend: Warum junge Menschen jetzt bei Ikea arbeiten

| Redaktion 
| 21.09.2026

Statt Coworking-Abo oder Kaffeehaus nutzen junge Menschen Ikea-Restaurants und sogar Ausstellungsflächen zum Arbeiten. Das Unternehmen toleriert die ungewöhnliche Nutzung. Hinter der aktuellen TikTok-Welle steckt eine größere Entwicklung: Handelsflächen werden zu informellen Büros.

Laptop aufklappen, Kopfhörer aufsetzen, Kaffee holen: Mehrere aktuelle TikTok-Videos zeigen junge Menschen, die bei Ikea arbeiten. Einige sitzen im Restaurant, andere an Ausstellungsschreibtischen, auf Sofas oder sogar Betten.

WLAN, Steckdosen, Essen und Sitzplätze sind vorhanden. Eine Nutzerin berichtet, sie habe für weniger als zehn Euro den ganzen Tag bei Ikea gearbeitet. Mit Ikea-Family-Mitgliedschaft gebe es zudem kostenlosen Kaffee oder Tee. Ganz neu ist die Idee nicht. Freelancer diskutierten bereits 2014 über Ikea als Arbeitsplatz. Neu sind die viralen Videos – und die positive Reaktion des Möbelkonzerns.

Darf man bei Ikea arbeiten?

In der Schweiz ausdrücklich: ja. Ikea Schweiz bestätigte gegenüber 20 Minuten, dass Kunden im Restaurant mit dem Laptop arbeiten dürfen. Teilweise stehen dafür Bereiche mit Ladestationen bereit. "Wir möchten, dass sich alle bei uns wohlfühlen. Deshalb gibt es bei uns grundsätzlich kein Zeitlimit", sagt Hampus Svensson, Food Manager von Ikea Schweiz. Auch die Zahl der Kaffee- und Tee-Refills sei nicht begrenzt.

@zaverytv

Is nur bisschen laut manchmal aber mit noice cancelling easyy

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Selbst ausgestellte Schreibtische dürfen genutzt werden. Andere Kunden müssen die Möbel aber weiterhin ansehen und ausprobieren können. Für Deutschland gibt es keine vergleichbar klare Regelung. Unter dem Video einer Content Creatorin schrieb Ikea Deutschland jedoch: "Du bist jederzeit herzlich willkommen." 

Warum Ikea als Coworking-Space funktioniert

Ein mobiler Arbeitsplatz braucht wenig: stabiles WLAN, eine Steckdose, einen brauchbaren Tisch und eine Toilette und Verpflegung. Ikea bietet alles an einem Ort. Die Restaurants sind größer als typische Cafés, die Ausstellung bietet verschiedene Sitz- und Arbeitsmöglichkeiten. 

Doch das Konzept hat Grenzen. In Restaurants kann es laut werden. Vertrauliche Gespräche und Videokonferenzen stören andere Kunden. Öffentliche WLAN-Verbindungen eignen sich ohne zusätzliche Absicherung nicht für sensible Unternehmensdaten.

Warum Ikea die Laptop-Gäste duldet

Wer mehrere Stunden im Möbelhaus bleibt, kauft wahrscheinlich Essen oder Getränke und beschäftigt sich mit den Produkten. Gleichzeitig zeigen die Nutzer, wie sich Schreibtische, Stühle und Sofas im Alltag bewähren. Die Duldung passt auch zur Marke. Ikea will nicht nur Verkaufsort sein, sondern ein Platz zum Entdecken, Essen und Verweilen.

Dass Ikea das Geschäftsfeld kennt, zeigt San Francisco: Dort eröffnete 2024 über einer Innenstadtfiliale der professionelle Coworking-Bereich Hej! Workshop. Im Gegensatz zur improvisierten Nutzung der Restaurants ist dieser kostenpflichtig.

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