Eric Ole Völkening gewinnt
Red Bull Wattlauf trotzt dem Herbstwind

| Redaktion 
| 21.09.2026

Der österreichische Getränkegigant Red Bull ist nachgewiesen sportbegeistert und beschreitet dabei gern ungewohnte Pfade – so auch beim hauseigenen Wattlauf an der Nordseeküste, der namensgemäß durch Schlick oder kniehohes Wasser führt. Im "ersten Herbststurm der Saison" wurde den Veranstaltern am Sonntag aufgezeigt, wie bedingt planbar eine so stark von der Natur abhängige Strecke eigentlich ist.

Wiesn im Süden, Wattenmeer im Norden – am  Wochenende hat Deutschland seine regionalen Vorzüge und Gepflogenheiten ausführlich genossen und genutzt: Während in München munter Maßkrüge beim Oktoberfest geschwungen wurden, haben rund 1500 Menschen in Cuxhaven-Duhnen stattdessen die Beine in die Hand genommen und den Red Bull Wattlauf nach der Premiere im Vorjahr offiziell zur jungen Serie gemacht.

Allerdings waren gleich zur zweiten Ausgabe am Sonntag gewisse Feinjustierungen notwendig, die dem ausgesprochen naturnahen Aspekt der Ausdauer-Herausforderung geschuldet sind. Starker Westwind hatte in den Tagen vor dem Event viel Wasser in die Südwestseite der Bucht gedrückt, weshalb der Streckenverlauf durch das UNESCO-Weltnaturerbe kurzfristig angepasst werden musste.

Statt nach Neuwerk ging es deshalb nach Neu-Neuwerk – eine umstandsbedingte Wendepunktmarke, die mit einem eigenen Mini-Leuchtturm markiert wurde. Nachdem sich im Vorfeld noch ein Duell zwischen Premierensieger Florian Neuschwander und David Schönherr angedeutet hat, freute sich am Ende Eric Ole Völkening.

Eric Ole Völkening gewinnt die Schlammschlacht

"Die größte Herausforderung war heute ganz klar der Wind. Gegen die Böen anzulaufen, hieß einfach: Kopf aus und durch", resümiert der diesjährige Sieger. "Dass ich unter diesen Bedingungen am Ende den Wattlauf gewinnen konnte, ist für mich eine unglaubliche Erfahrung und etwas ganz Besonderes."

Eric Ole Völkening beim Zieleinlauf (Bild: Red Bull / Pascal Lieleg)
Eric Ole Völkening beim Zieleinlauf (Bild: Red Bull / Pascal Lieleg)

Nach einer Stunde, 24 Minuten und 49 Sekunden kam Völkening am Sonntag ins Ziel, womit am Ende deutlich weniger Zeit auf der Uhr stand als letzten Spätsommer.

Damals brauchte Florian Neuschwander eine Stunde, 40 Minuten und 45 Sekunden – allerdings auf der ursprünglichen Strecke, die mit 24,6 Kilometern über vier Kilometer länger war als die modifizierte Variante vom vergangenen Sonntag.

Bei den Frauen konnte Deike Keilers-Burkhardt in einer Stunde, 37 Minuten und 53 Sekunden das Rennen machen. "Nach so einem windigen Lauf als Erste ins Ziel zu kommen, ist ein mega Gefühl", freut sich die Gewinnerin.

"Im Watt fühlt man sich ein bisschen wie ein kleines Kind, das durch den Matsch läuft – genau das macht so viel Spaß. Auf den letzten Metern habe ich nochmal Vollgas gegeben, und dann zu hören, dass ich die erste Frau bin, war einfach richtig cool."

Neuschwander siegt auf der Kurzstrecke

Gut 2000 Interessierte fanden sich am Sonntag in Cuxhaven-Duhnen ein, um die Athleten trotz mitunter ungemütlichen Wetterbedingungen anzufeuern. Unnötig zu erwähnen, dass sich die naturbedingten Umstände auf die Läufer umso intensiver ausgewirkt hat, wie auch Florian Neuschwander bestätigt:

"Der Hinweg mit dem starken Gegenwind war brutal und hat richtig Kraft gekostet. Auf dem Rückweg wurde es etwas leichter, aber insgesamt war es trotzdem super anstrengend – und genau das macht den Reiz aus. Die Stimmung war richtig gut und man sieht einfach, wie viel Bock die Leute auf Laufen, Adventure Running und dieses Unbekannte haben."

Teilnehmer beim Red Bull Wattlauf 2026 (Bild: Red Bull / Sebastian Kraft)
Teilnehmer beim Red Bull Wattlauf 2026 (Bild: Red Bull / Sebastian Kraft)

In diesem Sinne ließ es sich der erprobte Ausdauersportler nicht nehmen, die neue Disziplin des diesjährigen Red Bull Wattlauf selbst mitzunehmen: Das Debüt der 8,3 Kilometer langen Kurzstrecke konnte Neuschwander prompt für sich entscheiden; Marie Heymann triumphierte unter den Frauen.

Hendrik Flügel, Meteorologe bei WetterOnline, fasst zusammen: "Verantwortlich für die außergewöhnlichen Bedingungen war Tiefdruckgebiet Bea, das kräftigen Wind und Schauer an die Nordseeküste brachte. Gerade gegen den Wind mussten die Läuferinnen und Läufer mit deutlich spürbarem Widerstand kämpfen, während der Rückweg mit Rückenwind ganz andere Voraussetzungen bot."

"Rückblickend kann man durchaus vom ersten Herbststurm der Saison sprechen – und der hat dem Red Bull Wattlauf in diesem Jahr seinen ganz eigenen Charakter gegeben", so Flügel.

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