Karriere und Vergütung
Diese digitalen Skills sind 2027 besonders gefragt

| Redaktion 
| 22.09.2026

Digitale Skills werden für die Gehalts- und Karriereperspektiven am deutschen Arbeitsmarkt wichtiger. Der Gehaltsreport 2027 von Michael Page zeigt: Besonders gefragt sind Fachkräfte, die Branchenwissen mit Daten-, KI- und Technologiekompetenz verbinden. Während Spezialist:innen davon profitieren können, bleibt die allgemeine Gehaltsentwicklung verhalten.

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Arbeitsabläufe, sondern auch die Anforderungen an Fachkräfte. Der Gehaltsreport 2027 der Personalberatung Michael Page sieht vor allem für Beschäftigte neue Chancen, die fachliches Know-how mit Daten-, Automatisierungs- und Technologiekompetenz kombinieren. Je nach Branche, Position und Spezialisierung fällt die Entwicklung allerdings unterschiedlich aus.

Damit zeigt sich ein differenziertes Bild der Auswirkungen von KI auf die Vergütung. Eine ifo-Umfrage zu den Auswirkungen von KI auf die Gehälter hatte zuletzt ergeben, dass deutsche Unternehmen durch den KI-Einsatz eher mit sinkenden Löhnen rechnen. Michael Page sieht zugleich bessere Perspektiven für Fachkräfte, die neue Technologien mit ihrem beruflichen Wissen verbinden.

"KI ist kein einheitlicher Lohndruck-Faktor. Entscheidend ist, ob Fachkräfte die Technologie sinnvoll mit ihrem beruflichen Know-how verbinden können", sagt Michael Baier, Geschäftsführer von Michael Page in Deutschland. Als Beispiele nennt er die Modernisierung von Finanzprozessen, die datenbasierte Steuerung von Lieferketten und die Integration digitaler Systeme in Unternehmen.

Finance setzt stärker auf Spezialist:innen

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung laut Gehaltsreport in Finance und Accounting. Unternehmen stellen dort verstärkt Spezialist:innen statt Generalist:innen ein. Gefragt sind Beschäftigte, die Finanz- und Geschäftsverständnis mit Daten- und Technologiekompetenz verbinden.

Dazu gehören Fachkräfte für FP&A und Controlling mit Datenfokus sowie Expert:innen für Finance-Transformation und die Modernisierung von Unternehmenssoftware. Spezialist:innen für KI, Data & Analytics sowie ERP-Transformation werden laut Michael Page teilweise auf dem Niveau von Führungskräften vergütet. Konkrete Gehaltsspannen nennt die vorliegende Mitteilung für diese Profile nicht. Für viele andere Beschäftigte erwartet die Personalberatung aufgrund des Kostendrucks lediglich moderate Gehaltssteigerungen.

Auch im Personalwesen verändern sich die gesuchten Qualifikationen. Datenkompetenz, Technologieverständnis und Veränderungsbereitschaft gewinnen an Gewicht. Michael Page nennt unter anderem HR Business Partner mit strategischem Beratungsprofil, HR-Transformation- und Change-Manager sowie Fachkräfte für People Analytics, HR-Informationssysteme und KI-gestützte Personalentwicklung. Wie stark KI bereits den Arbeitsalltag einzelner Beschäftigtengruppen prägt, zeigt auch eine Untersuchung zur KI-Nutzung der Gen Z im Job.

Für den HR-Bereich erwartet Michael Page insgesamt Gehaltssteigerungen von drei bis fünf Prozent. Bei Kandidat:innen aus HR-Tech und Talent Acquisition seien deutlichere Sprünge möglich.

Jobwechsel weckt hohe Gehaltserwartungen

Wie wichtig die Vergütung bei der Jobsuche bleibt, zeigen ergänzende Daten aus der repräsentativen Arbeitsmarktstudie Talent Trends 2026 von Michael Page. Demnach achten 58 Prozent der deutschen Beschäftigten bei Stellenanzeigen besonders auf Angaben zum Gehalt.

Bei einem Jobwechsel erwarten 35 Prozent ein Gehaltsplus zwischen zehn und 19 Prozent. Weitere 17 Prozent wollen zwischen 20 und 29 Prozent mehr verdienen. Geld allein entscheidet allerdings nicht: 65 Prozent würden eine Beförderung samt Gehaltserhöhung ablehnen, wenn dadurch ihr persönliches Wohlbefinden gefährdet wäre. Im Jahr 2025 lag dieser Anteil bei 68 Prozent.

Gehaltsstrukturen bleiben häufig unklar

Für Arbeitgeber rückt zudem die Transparenz der Vergütung stärker in den Fokus. 56 Prozent der deutschen Beschäftigten empfinden die Gehaltsstrukturen in ihrem Unternehmen als intransparent. 30 Prozent halten sie sogar für überhaupt nicht transparent.

"Für Unternehmen wird es deshalb wichtiger, Gehaltsunterschiede nicht nur zu verwalten, sondern sachlich erklären zu können", sagt Baier. Dazu könnten klar definierte Rollen, Anforderungsprofile und einheitliche Gehaltsbänder beitragen.

Der Gehaltsreport basiert auf Vermittlungsaufträgen von Michael Page und einer Analyse der fortlaufend aktualisierten unternehmenseigenen Datenbank. Die Personalberatung weist darauf hin, dass Gehaltsentwicklungen und Vergütungsspannen je nach Unternehmensgröße, Region, Branche, Qualifikation und konjunktureller Entwicklung variieren können.

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