Nein zu Olympia
Hamburg stoppt Olympia-Bewerbung nach Bürgerentscheid

| Redaktion 
| 01.06.2026

Die Hamburger Bürger:innen haben eine Olympia-Bewerbung ihrer Stadt abgelehnt. Bei einem Referendum sprach sich die Mehrheit gegen die Pläne des Senats aus. Damit scheidet Hamburg aus dem Auswahlverfahren für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 aus. Nach dem Rückzug der Hansestadt verbleiben Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr im Rennen um die deutsche Olympia-Kandidatur. Welcher Standort Deutschland künftig im internationalen Bewerbungsverfahren vertreten soll, will der DOSB im September festlegen.

Die Bürger:innen Hamburgs haben sich mehrheitlich gegen eine Olympia-Bewerbung ihrer Stadt ausgesprochen. Nach dem Referendum wird die Hansestadt ihre Bewerbung für Olympische Spiele nicht weiterverfolgen. Das Ergebnis ist für den Senat bindend und beendet die Teilnahme Hamburgs am nationalen Auswahlverfahren des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Mehrheit stimmt gegen die Olympia-Bewerbung

Nach Auszählung der Stimmen entfielen 54,9 Prozent auf das Nein-Lager, während 45,1 Prozent für die Bewerbung votierten. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher erklärte daraufhin, dass die Stadt ihre Bewerbung zurückziehen werde. Wie der NDR berichtet, wurde die Entscheidung bereits dem DOSB sowie den deutschen Vertretern beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) mitgeteilt.

Das Ergebnis fiel deutlicher aus als im Vorfeld vielerorts erwartet. Mit dem Votum endet die aktuelle Hamburger Bewerbung um Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044.

Zweites Nein seit 2015

Für Hamburg ist es nicht die erste Ablehnung einer Olympia-Bewerbung durch die Bevölkerung. Bereits 2015 hatte ein Referendum die damaligen Pläne für eine deutsche Kandidatur beendet. Auch diesmal führt die Entscheidung dazu, dass die Hansestadt aus dem nationalen Auswahlprozess ausscheidet.

Die Abstimmung unterstreicht die Bedeutung gesellschaftlicher Akzeptanz bei der Planung internationaler Sportgroßveranstaltungen. Fragen zu Finanzierung, Infrastruktur, Nachhaltigkeit und langfristigem Nutzen prägen seit Jahren die Debatten rund um Olympia-Bewerbungen in zahlreichen Städten weltweit.

Berlin, München und Rhein-Ruhr bleiben im Rennen

Nach dem Rückzug Hamburgs verbleiben Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr im Wettbewerb um die deutsche Olympia-Kandidatur. Die Entscheidung über den nationalen Bewerber für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 soll bei der DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September fallen.

Während Hamburg seine Bewerbung nach dem negativen Bürgerentscheid zurückziehen muss, erhielt die Olympia-Bewerbung NRW zuletzt Rückenwind: Bei einer Abstimmung in 17 Städten sprach sich eine Mehrheit der Teilnehmenden für das Projekt aus. Damit konnte die Rhein-Ruhr-Region ihre Position im laufenden Auswahlverfahren stärken.

Auswirkungen hat das Hamburger Votum auch auf Kiel. Die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt war im Hamburger Konzept als Segelstandort sowie als Austragungsort weiterer Wettbewerbe vorgesehen. Obwohl Hamburg nicht mehr Teil des Verfahrens ist, bleibt Kiel weiterhin im Rennen. Sowohl München als auch die Rhein-Ruhr-Region ziehen die Stadt als möglichen Segelstandort für ihre Konzepte in Betracht.

Mit einer Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über die Vergabe künftiger Sommerspiele rechnet der DOSB derzeit nicht vor 2027.

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