Dramatischer Jobabbau
120.000 Industriearbeitsplätze 2025 gestrichen

| Redaktion 
| 17.02.2026

Die deutsche Industrie hat 2025 massiv Stellen abgebaut. Mehr als 120000 Arbeitsplätze gingen innerhalb eines Jahres verloren. Besonders stark betroffen ist die Automobilbranche. Die Entwicklung verdeutlicht, wie tief die konjunkturelle Schwäche inzwischen in die industrielle Basis eingreift – und warum auch 2026 weitere Einschnitte wahrscheinlich sind.

Die Entwicklung am Industriestandort Deutschland verschärft sich. Nach mehreren schwachen Jahren rutschte die Beschäftigung 2025 deutlich ab. Der Rückgang betrifft zentrale Schlüsselbranchen und verdeutlicht die anhaltende Transformation der Industrie.

Deutlicher Beschäftigungsrückgang im Jahresvergleich

Ende 2025 arbeiteten rund 5,38 Millionen Menschen in Industriebetrieben mit mindestens 50 Beschäftigten. Das sind gut 124000 weniger als ein Jahr zuvor, ein Minus von 2,3 Prozent. Damit fiel der Stellenabbau deutlich stärker aus als im Vorjahr.

Wie die Wirtschaftswoche unter Berufung auf eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY berichtet, basiert die Auswertung auf Daten des Statistischen Bundesamts. Seit 2019 summiert sich der Rückgang in der Industrie auf rund 266000 Arbeitsplätze. Die Entwicklung geht damit über eine kurzfristige Konjunkturschwäche hinaus.

Automobilindustrie verliert am stärksten

Am stärksten betroffen ist die Automobilbranche. Dort gingen 2025 rund 50000 Stellen verloren. Seit dem Vorkrisenjahr 2019 sank die Beschäftigung in diesem Sektor um etwa 13 Prozent. Neben der schwachen Nachfrage wirken hier Transformationsprozesse, Investitionen in Elektromobilität und internationale Standortverlagerungen.

Besonders deutlich wird der Anpassungsdruck bei großen Konzernen. So will Volkswagen seine Ausgaben bis 2028 konzernweit um rund 20 Prozent senken. Details zu den geplanten Maßnahmen, darunter mögliche Werksschließungen und umfassende Kosteneinsparungen, zeigt das angekündigte Kostensenkungsprogramm des Autobauers. Intern stehen Materialkosten, Entwicklungsausgaben, Vertrieb und Verwaltung auf dem Prüfstand. Der Schritt verdeutlicht, wie stark selbst Marktführer ihre Strukturen neu ausrichten müssen, um Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Auch im Zulieferbereich wächst der Druck. Steigende Insolvenzzahlen und eine zurückhaltende Investitionstätigkeit verschärfen die Lage entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Stellenabbau in der Industrie ist damit nicht nur konjunkturell getrieben, sondern Ausdruck einer tiefgreifenden strukturellen Neuausrichtung.

Umsatzentwicklung erhöht den Anpassungsdruck

Parallel zur sinkenden Beschäftigung blieb auch die Umsatzentwicklung schwach. 2025 gingen die Industrieerlöse erneut zurück, das vierte Quartal markierte bereits das zehnte in Folge mit rückläufiger Tendenz.

Für 2026 rechnen Ökonom:innen zwar mit einem moderaten Wachstum der Gesamtwirtschaft. In der Industrie dürfte eine spürbare Erholung jedoch zeitverzögert eintreten. Hinzu kommen steigende Insolvenzen im Zulieferbereich sowie die Verlagerung von Produktions- und Entwicklungsstandorten ins Ausland.

Der Stellenabbau 2025 unterstreicht damit die strukturellen Herausforderungen des Standorts. Für Unternehmen rücken Effizienz, strategische Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit noch stärker in den Fokus.

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