Trump zeigt Mittelfinger bei Ford
Was die Geste über Leadership und Körpersprache verrät

| Redaktion 
| 14.01.2026

Ein unerwarteter Moment bei einem öffentlichen Auftritt von Donald Trump sorgt weltweit für Aufsehen: Beim Rundgang durch ein Ford-Werk in Michigan reagiert der Ex-Präsident mit dem ausgestreckten Mittelfinger auf eine Provokation. Der Vorfall wirft eine spannende Frage auf: Welche Wirkung haben spontane Gesten in der Führungsetage – und was sagt nonverbale Kommunikation über den Führungsstil einer Person aus?

Donald Trump hat es wieder getan – diesmal mit einer Geste statt mit Worten: Bei einem Besuch in einem Ford-Werk in Michigan zeigt der frühere US-Präsident einem Kritiker den Mittelfinger. Ein Auftritt, der um die Welt geht und die Debatte über die Bedeutung von Körpersprache im Management neu entfacht. In Zeiten, in denen jede Bewegung von Führungskräften aufgezeichnet und gedeutet wird, ist der Fall ein Lehrstück in Sachen nonverbaler Kommunikation – und ihrer potenziellen Fallstricke.

Körpersprache als Führungsinstrument

Ob CEO, Politiker:in oder Konzernsprecher: Nonverbale Kommunikation ist ein zentraler Bestandteil professioneller Führung. Studien zeigen, dass bis zu 70 Prozent unserer Kommunikation über Mimik, Gestik und Körpersprache erfolgen. Während ein souveränes Lächeln Vertrauen erzeugen kann, wirken verschränkte Arme oder ein abgewandter Blick schnell distanziert oder defensiv.

Der ausgestreckte Mittelfinger – international als obszöne Geste bekannt – ist ein deutliches Zeichen der Ablehnung oder Wut. Wenn eine solche Geste ausgerechnet von einer Person in Führungsposition kommt, wird sie nicht nur emotional, sondern auch strategisch gedeutet. In diesem Fall war es der 79-jährige Donald Trump, der laut einem Bericht von t-online nach einer Beleidigung durch einen Ford-Mitarbeiter mit genau dieser Geste antwortete – ergänzt durch die Worte "fuck you".

Das Weiße Haus verteidigte das Verhalten: Der Präsident habe "angemessen und unmissverständlich" reagiert, so Kommunikationsdirektor Steven Cheung. Ford selbst prüft laut CNN disziplinarische Maßnahmen gegen den betroffenen Mitarbeiter.

Geste oder Grenzüberschreitung?

Die Szene ist ein Paradebeispiel dafür, wie Körpersprache im Zeitalter digitaler Dauerbeobachtung zur Machtfrage wird. In einer Welt, in der jede spontane Reaktion gefilmt, geteilt und analysiert wird, verschwimmen die Grenzen zwischen authentischer Emotion und öffentlicher Inszenierung.

Donald Trumps Gestik kann dabei als kalkulierte Provokation oder als Kontrollverlust interpretiert werden – je nach Perspektive. Klar ist: Wer in leitender Position steht, sendet auch über sein Verhalten eine Botschaft. Der Mittelfinger im Business-Kontext wirkt dabei weniger wie ein Ventil, sondern eher wie ein Symbol: für Polarisierung, Eskalation – und vielleicht auch für den Wandel der Führungskultur hin zu mehr Konfrontation statt Konsens.

Was Entscheider:innen daraus lernen können

Der Vorfall bietet eine wichtige Erkenntnis für Führungskräfte in allen Branchen: Gesten wirken. Ob bewusst oder spontan – sie bleiben hängen. Wer sich seiner Körpersprache nicht bewusst ist, riskiert Missverständnisse oder Imagebrüche. Zugleich zeigt sich, dass souveräne Führung stets durch ein Zusammenspiel aus Selbstbeherrschung, Haltung und klaren Verhaltensprinzipien geprägt ist – wie es in der modernen Leadership-Forschung vielfach beschrieben wird.

Fünf Learnings für moderne Führungspersönlichkeiten:

  1. Nonverbale Kommunikation ist entscheidend
    Mimik, Haltung und Gestik vermitteln Botschaften oft wirkungsvoller als Worte.

  2. Jede Geste wirkt öffentlich
    In einer digitalisierten Welt können selbst spontane Reaktionen weltweit verbreitet werden.

  3. Körpersprache spiegelt Führungsstil
    Gesten offenbaren Haltung, Charakter und emotionale Kontrolle – gewollt oder ungewollt.

  4. Medientrainings sind unverzichtbar
    Vorbereitung auf öffentliche Auftritte hilft, authentisch und professionell zu wirken.

  5. Authentizität ja, Kontrollverlust nein
    Emotionen dürfen sichtbar sein – aber nie das professionelle Verhalten dominieren.

Ein einziger Finger – und die ganze Welt spricht über Leadership. Körpersprache war nie mächtiger.

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