Klima-Konferenz: Vom Schaden und Nutzen der KI

| Redaktion 
| 23.10.2023

Künstliche Intelligenz könnte Bemühungen zum Schutz des Klimas effektiv unterstützen. Andererseits rufen Forscher den beträchtlichen Energiebedarf entsprechender Anwendungen mahnend in Erinnerung.

Ralf Herbrich ist Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam und Leiter des Fachgebiets Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit. Er warnt, dass Rechenzentren „heute vier bis fünf Prozent des weltweiten Energieverbrauchs“ ausmachen und eine Kehrtwende keinesfalls in Sicht ist: „Es gibt Schätzungen, dass der Verbrauch in den nächsten Jahren auf 30 Prozent ansteigen wird.“

Im späten Oktober (25. & 26.10.) findet die „Clean-IT“-Konferenz des HPI statt, die Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu Diskussionen rund um KI und Klimawandel anregt.

Das Handelsblatt berichtet, dass Herbrich einige seiner sicherlich auch in Potsdam thematisierten Zukunftssorgen bereits im Vorfeld teilt. So weist er zum Beispiel darauf hin, dass das Training bestimmter KI-Modelle mitunter den Wattaufwand hunderter wochenlang betriebener Backöfen verschlingt.

Kopf an Kopf mit Irland

Auch der Amsterdamer Datenwissenschaftler Alex de Vries ist nicht um einen anschaulichen Vergleich verlegen: Seiner Schätzung zufolge verarbeitet Google aktuell bis zu neun Millionen Suchanfragen pro Tag. Wenn jede dieser Suchen wiederum KI nutze, könnte ein Strombedarf von 29,2 Terrawattstunden im Jahr entstehen – damit würde Google in etwa mit Irland gleichziehen.

Laut Handelsblatt sei De Vries bewusst, dass es sich hierbei um ein extremes und in absehbarer Zukunft eher unwahrscheinliches Szenario handelt; allein aus Gründen der technischen Umsetzbarkeit. Gleichzeitig ruft er jedoch ins Gedächtnis, dass selbst jede Form von Text- oder Bilderzeugung durch KI-Assistenten Energie verschlingt und schätzt die dahingehenden „Kosten“ für ChatGPT auf 564 Megawattstunden Strom pro Tag.

Google gibt sich gewappnet

Google präsentiert sich dem Handelsblatt zufolge etwas weniger sorgenvoll. Das US-amerikanische Technologieunternehmen, das in diesem Jahr seinen eigenen Chatbot namens Bard gelauncht hat, stelle anhand von „Untersuchungen und eigenen Erfahrungen“ fest, dass die Zunahme des Energiebedarfs für KI-Anwendungen „viel langsamer“ als prognostiziert erfolge.

Es kämen außerdem „erprobte Verfahren“ zum Einsatz, die den Energiebedarf beim Training von KI-Modellen stark senken. Mit Verweis auf benzinsparende Routenoptionen bei Google Maps oder die Vorhersage von Flussüberschwemmungen möchte Google außerdem an die eigenen, KI-unterstützten Maßnahmen im Interesse des Klimaschutzes erinnern.

Clean-IT Konferenz 2023

Die clean-IT Konferenz ist eine internationale Plattform für den Austausch von Ideen, um die digitale Welt nachhaltiger zu gestalten. Hochrangige Führungskräfte aus Politik und Industrie treten in einen Dialog mit Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um die drängende Frage zu beantworten, wie digitale Technologien den Kampf gegen den Klimawandel unterstützen können und was getan werden muss, um den CO2-Fußabdruck der Digitalisierung zu verringern.

WAS: clean-IT Konferenz

WANN: am 25. und 26. Oktober 2023, Beginn 9.00 Uhr

WO: Hasso-Plattner-Institut, Prof.-Dr.-Helmert-Str. 2-3 in 14482 Potsdam

U.a. mit:

  • Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr
  • Dr. Ceren Susut-Bennett, Associate Directorof Advanced Scientific Computing Research beim U.S. Department of Energy
  • John Platt, Distinguished Scientist bei Google
  • Prof. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung
  • Prof. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes
  • Dr. Philipp Herzig, Head of Cross Product Engineering & Experience bei SAP
  • Prof. Ralf Herbrich, Geschäftsführer am HPI und Leiter des Fachgebiets "Artificial Intelligence and Sustainability"

Das Konferenzprogramm sowie den Link zur Anmeldung finden Interessierte hier.

Die Konferenzsprache ist Englisch.

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WO: Hasso-Plattner-Institut, Prof.-Dr.-Helmert-Str. 2-3 in 14482 Potsdam

U.a. mit:

  • Daniela Kluckert, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr
  • Dr. Ceren Susut-Bennett, Associate Directorof Advanced Scientific Computing Research beim U.S. Department of Energy
  • John Platt, Distinguished Scientist bei Google
  • Prof. Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung
  • Prof. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes
  • Dr. Philipp Herzig, Head of Cross Product Engineering & Experience bei SAP
  • Prof. Ralf Herbrich, Geschäftsführer am HPI und Leiter des Fachgebiets "Artificial Intelligence and Sustainability"

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