Langenscheidt
Jugendwort des Jahres: Ragebait macht das Rennen

| Redaktion 
| 09.10.2026

Wer im Netz möglichst viele Reaktionen auslösen will, muss nicht unbedingt informieren oder unterhalten – immer öfter genügt es, irgendwie für eine platzende Hutschnur zu sorgen. Ein Mechanismus, der auch weniger lebenserfahrenden Internetnutzern offenbar nicht verborgen bleibt, schließlich konnte sich "Ragebait" bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres 2026 gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Auf smash, goofy, Aura und das crazy folgt "Ragebait": Der Langenscheidt Verlag hat seine Entscheidung rund ums Jugendwort des Jahres im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verkündet, nachdem sich der letztliche Sieger neben den Begriffen "Peak" und "Crashout" behaupten konnte.

Aus den ursprünglich zehn vorgeschlagenen Jugendwörtern standen genannte drei im Finale einer Online-Abstimmung, die einmal mehr ein ziemlich knappes Ergebnis hervorbrachte: Etwa 36,5 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf "Ragebait", das sich dadurch vor "Peak" mit 34 Prozent behaupten konnte.

So erklärt Langenscheidt selbst das Jugendwort des Jahres 2026:

  • Ragebait bezeichnet Inhalte, die gezielt darauf ausgelegt sind, starke Reaktionen und vor allem Wut hervorzurufen. Das ist Content, der Dich absichtlich triggern soll. Mit provokanten Takes, offensichtlichen Falschbehauptungen oder komplett wilden Meinungen wird versucht, Wut auszulösen – denn genau das bringt Kommentare, Shares und Reichweite. Je mehr Du Dich aufregst, desto besser funktioniert der Post.

"Peak" (gelegentliche ironische Nutzung ausgenommen) ist ein positiv besetzter Begriff, der verschiedensten Dingen bescheinigt, von höchster Qualität zu sein – sei es ein Videospiel, ein Nudelgericht oder die Ära von Lionel Messi beim FC Barcelona.

Dagegen ist jemand bei einem "Crashout" zu beobachten, der angesichts einer bestimmten Aussage oder Information die Beherrschung verliert, emotional eskaliert und frustbedingt womöglich Dinge tut, die es später zu bereuen gilt.

"67" und "Gute Käse" abgeschlagen

Neben den drei Finalisten schafften es dieses Jahr auch "67", "Digga", "Du bist gut genug", "Gute Käse", "Macker", "Schere" und "Süper" in die Top Ten des Langenscheidt-Verlags, der das Jugendwort des Jahres bereits seit 2008, um den kreativen und wandelbaren Umgang junger Menschen mit Sprache sichtbar zu machen. Zugleich dient die Aktion als Werbetool für das hauseigene Jugendsprache-Lexikon.

Während die Entscheidung lange Zeit weitgehend auf eine Jury zurückging, liegt sie seit Anfang des Jahrzehnts stärker in den Händen der Besprochenen selbst: Begriffe können eingereicht und in mehreren Abstimmungsrunden mit Votes bedacht werden, wobei Jugendliche zwischen elf und 20 Jahren zur Teilnahme aufgerufen sind.

Ein Verlagsgremium prüft die Vorschläge anschließend unter anderem auf ihre tatsächliche Verbreitung im digitalen Sprachgebrauch und sortiert Fake-Einreichungen, organisierte Kampagnen oder anderweitig für ungeeignet erachtete Begriffe aus - dieses Jahr ging es zum Beispiel "Mehrzweckeier" an den Kragen.

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