Neue Machtverhältnisse
PUMA: Neuer Großaktionär aus China übernimmt 29 Prozent

| Redaktion 
| 08.10.2026

Der Milliarden-Deal ist abgeschlossen: PUMA hat mit ANTA Sports einen neuen größten Aktionär. Der chinesische Sportartikelkonzern übernimmt 29,06 Prozent der Anteile am Unternehmen aus Herzogenaurach. Für PUMA kommt der Eigentümerwechsel in einer wirtschaftlich schwierigen Phase. Während der neue Investor langfristiges Wachstum verspricht, stellt sich eine entscheidende Frage: Wie viel Einfluss bekommt ANTA Sports auf die deutsche Traditionsmarke?

Bei PUMA ist der angekündigte Einstieg des chinesischen Sportartikelkonzerns ANTA Sports nun offiziell abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilte, hat ANTA Sports das bisher von der französischen Beteiligungsgesellschaft Artémis SAS gehaltene Aktienpaket von 29,06 Prozent übernommen. Damit ist der Konzern aus China neuer größter Anteilseigner des Sportartikelherstellers aus Herzogenaurach.

Der Kauf war bereits im Januar bekannt geworden. Damals wurde über den 1,5 Milliarden Euro schweren Einstieg von ANTA Sports bei PUMA berichtet. Mit dem jetzt erfolgten Abschluss ist aus der angekündigten Transaktion ein vollzogener Eigentümerwechsel geworden.

PUMA bleibt trotz chinesischem Großaktionär unabhängig

Trotz des neuen Großaktionärs soll PUMA weiterhin eigenständig geführt werden. ANTA Sports habe ausdrücklich zugesichert, die Markenidentität, Unternehmenskultur und unabhängige Unternehmensführung zu respektieren.

PUMA-Chef Arthur Höld bezeichnet den Einstieg als Vertrauensbeweis in die Strategie und das Management des Unternehmens. Gemeinsam mit ANTA Sports wolle man prüfen, wie sich die jeweiligen Stärken nutzen lassen, um langfristig zusätzlichen Wert zu schaffen.

Höld führt den Konzern seit Juli 2025. Der frühere Adidas-Manager war mit dem Auftrag angetreten, PUMA strategisch neu auszurichten. Das Unternehmen verfolgt weiterhin das Ziel, zu den drei führenden Sportmarken weltweit zu gehören.

Neuer Großaktionär trifft auf schwierige Geschäftslage

Der Einstieg erfolgt in einer herausfordernden Phase. PUMA hatte das Geschäftsjahr 2025 mit einem Verlust von rund 644 Millionen Euro abgeschlossen. Auch der Umsatz ging zurück. Das Management leitete daraufhin einen umfassenden Umbau ein und setzte 2026 als Übergangsjahr an.

Für ANTA Sports ist die Beteiligung eine langfristige strategische Investition. Ding Shizhong, Board Chairman des chinesischen Konzerns, sieht in PUMA eine international etablierte Marke mit erheblichem Entwicklungspotenzial.

ANTA Sports will seine Erfahrungen im Sportartikelgeschäft und in der Führung mehrerer Marken einbringen, um PUMAs Wachstum zu unterstützen. Konkrete gemeinsame Projekte oder operative Veränderungen wurden bislang allerdings nicht angekündigt.

Was sich für PUMA jetzt tatsächlich ändert

Mit dem Abschluss der Transaktion löst ANTA Sports die französische Beteiligungsgesellschaft Artémis als größten Aktionär ab. Für die Unternehmensführung bedeutet das zunächst keinen Wechsel: PUMA bleibt nach eigenen Angaben unabhängig, während ANTA Sports als langfristiger strategischer Partner auftreten will.

Auch die Aufsichtsratsvorsitzende Héloïse Temple-Boyer begrüßt den neuen Anteilseigner. Sie erwartet, dass dessen Erfahrung im Sportgeschäft zur weiteren Entwicklung des Unternehmens beitragen kann.

Ob die Zusammenarbeit PUMAs wirtschaftliche Erholung beschleunigt, muss sich erst zeigen. Fest steht: Der bereits im Januar angekündigte Milliarden-Deal ist jetzt abgeschlossen. Für die Sportmarke beginnt damit eine neue Phase mit einem chinesischen Großaktionär – aber weiterhin eigenständiger Unternehmensführung.

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