Software-Zentrum Stuttgart
Hensoldt baut mit Bosch 300 neue Tech-Jobs auf

Hensoldt will Verteidigungssysteme künftig schneller, stärker vernetzt und softwarebasiert weiterentwickeln. Dafür plant der Konzern gemeinsam mit Bosch ein neues Software-Zentrum in Leinfelden bei Stuttgart und schafft rund 300 Tech-Jobs. Entscheidend ist dabei nicht nur der Personalaufbau: Hensoldt greift gezielt auf Kompetenzen aus der Automobilentwicklung zurück, um Software-Architekturen und Entwicklungsprozesse für sogenannte Software-Defined Defence auszubauen.

Software entwickelt sich zunehmend zum entscheidenden Baustein moderner Verteidigungssysteme. Um diesen Bereich auszubauen, plant Hensoldt gemeinsam mit Bosch ein neues Entwicklungszentrum in Leinfelden bei Stuttgart. Dort sollen rund 300 Stellen entstehen. Im Mittelpunkt stehen Softwareentwicklung, Systementwicklung und Elektrotechnik.

Mit dem neuen Standort will Hensoldt zusätzliche Entwicklungskapazitäten für sogenannte Software-Defined Defence aufbauen. Gemeint sind softwarebasierte, vernetzte und updatefähige Verteidigungssysteme, die sich schneller an neue Anforderungen anpassen lassen. Gleichzeitig will das Unternehmen Entwicklungsprozesse nutzen, die sich in der Automobilindustrie seit Jahren etabliert haben.

Software wird zum strategischen Faktor

Im neuen Entwicklungszentrum sollen Software-Architekturen für vernetzte und updatefähige Verteidigungssysteme entstehen. Außerdem will Hensoldt dort Multi-Domain-Fähigkeiten für seine Software-Suite MDOcore entwickeln, integrieren und industrialisieren.

Nach Angaben des Unternehmens soll die Kooperation dazu beitragen, Entwicklungsprozesse zu beschleunigen und zusätzliche Softwarekompetenz aufzubauen.

Die Entwicklung spiegelt einen breiteren Trend wider: Software und künstliche Intelligenz gewinnen in der Verteidigungsindustrie zunehmend an Bedeutung. Das zeigt sich auch daran, dass deutsche Verteidigungs- und KI-Unternehmen inzwischen zu den wertvollsten Start-ups des Landes zählen.

Hensoldt-CEO Oliver Dörre sagt: "Software-Defined Defence erfordert leistungsstarke Software- und Datenarchitekturen, die flexibel in komplexe und souveräne Verteidigungssysteme integriert werden können."

Zur Zusammenarbeit mit Bosch erklärt er: "Bosch hat in den vergangenen Jahren herausragende Kompetenzen im Bereich Software Engineering aufgebaut. Diese Expertise möchten wir im Rahmen unserer Kooperation gezielt nutzen, um unseren neuen Entwicklungsstandort in Leinfelden erfolgreich aufzubauen."

Warum Bosch eine Schlüsselrolle spielt

Die Kooperation zeigt zugleich, wie sich Kompetenzen aus der Automobilindustrie auf andere Technologiebereiche übertragen lassen. Bosch verfügt insbesondere in den Bereichen Softwareentwicklung, Systementwicklung und Elektrotechnik über Fachkräfte, deren Qualifikationen auch für Hensoldt gefragt sind.

Vor dem Hintergrund des Strukturwandels in der Automobilindustrie sollen qualifizierte Bosch-Mitarbeiter:innen die Möglichkeit erhalten, sich auf die neuen Stellen zu bewerben. Nach Unternehmensangaben soll so technisches Know-how in der Region gehalten und gleichzeitig der steigende Personalbedarf der Verteidigungsindustrie gedeckt werden.

Hensoldt baut Personal weiter aus

Der Ausbau des Entwicklungszentrums ist Teil des aktuellen Personalaufbaus des Unternehmens. Hensoldt stellte nach eigenen Angaben im Jahr 2025 rund 1.200 Mitarbeiter:innen ein und plant für 2026 weitere 1.600 Neueinstellungen, vor allem in Deutschland.

Besonders wachsen sollen die Standorte Ulm, Oberkochen/Aalen und Immenstaad am Bodensee.

Hensoldt mit Sitz in Taufkirchen bei München entwickelt Sensoren, Elektronik und Software für Anwendungen in den Bereichen Luft, Land, See, Cyber und Weltraum. Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigte das Unternehmen rund 9.500 Mitarbeiter:innen und erzielte einen Umsatz von 2,46 Milliarden Euro.

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV