CineHamburg
Roland Emmerich nimmt Gläserne Leinwand entgegen

| Redaktion 
| 08.07.2026

Noch bis Freitag geht im Norden die erste Ausgabe des Branchenevents CineHamburg über die Bühne. Zum Auftakt war niemand Geringeres als Deutschlands weltweit erfolgreichster Regisseur überhaupt zu Gast: Roland Emmerich wurde in der Hansestadt mit der Gläsernen Leinwand gewürdigt.

Was bisher die Filmtage Köln und Kino – Der Filmtheaterkongress waren, ist seit Montag die CineHamburg: Zum ersten Mal machen der AllScreens Verband Filmverleih und Audiovisuelle Medien e.V. sowie der Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF Kino e.V.) gemeinsame Sache, sodass aus den besagten Einzelveranstaltungen ein neues Format wird, das "sowohl programmatisch als auch strukturell über das hinausgeht, was bisher in Deutschland existierte".

Das Programm gliedert sich dabei in drei Bereiche: Film (exklusive Tradeshows und Vorführungen kommender Kinofilme), Markt (Ausstellung zu Kinotechnik, Services und Innovationen) sowie Dialog, wo Kongresse mit Panels, Seminaren, Workshops und Diskussionen zur Zukunft des Kinos bis Freitag, 10. Juli auf dem Plan stehen.

"Jahrzehntelang außergewöhnliche neue Welten"

Schon zum Auftakt war der ersten Ausgabe der CineHamburg dabei hoher Besuch gewiss. Hintergrund: Die Gläserne Leinwand, die seit 1967 äußerst sparsam von HDF Kino vergeben wird, schließlich zählte man bisher gerade einmal 26 Preisträger, zu denen illustre Namen wie Walt Disney, Michael Ballhaus oder Albert R. Broccoli gehören.

Infrage kommen grundsätzlich Personen oder Institutionen, die sich in besonderer Weise um die Filmwirtschaft verdient gemacht haben. Der kommerziell erfolgreichste deutsche Regisseur aller Zeiten scheint dafür ein geeigneter Kandidat zu sein – und so nahm Roland Emmerich die Auszeichnung am Dienstagabend persönlich im CinemaxX Hamburg Dammtor in Empfang.

Roland Emmerich mit Gläserner Leinwand (Bild: Brauer Photos / H. Ross)
Roland Emmerich mit Gläserner Leinwand (Bild: Brauer Photos / H. Ross)

"Die Verleihung der Gläsernen Leinwand an den international gefeierten, deutschen Regisseur, Produzenten und Drehbuchautor würdigt die beeindruckende Kreativität, die es ihm ermöglicht, jahrzehntelang in seinen Filmen außergewöhnliche neue Welten zu erschaffen und mit spannenden Geschichten das Publikum zu begeistern", heißt es seitens der Verantwortlichen zur Begründung.

Roland Emmerichs erster Spielfilm "Das Arche Noah Prinzip" wurde bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin 1984 uraufgeführt – sein Abschlussfilm an der HFF München, der mit seinem weit überdurchschnittlichen Budget von etwa einer Million Mark früh zu verstehen gegeben hat, dass der Regisseur weder Kosten noch Mühen scheut, um seine Vorstellungen zu realisieren.

Emmerich ist Deutschlands unangefochtener Box-Office-König

Sein frühes Schaffen in Deutschland ebnete ihm den Weg in die US-amerikanische Traumfabrik, wo er Jean-Claude Van Damme als "Universal Soldier" inszenierte, Kurt Russell anschließend durchs "Stargate" schickte und mit dem ikonischen "Independence Day" im Jahre 1996 schließlich den erfolgreichsten Film seiner Karriere vorlegte.

Wenn Hollywood nach Deutschland kommt, ist Steven Gätjen zur Stelle (Bild: Brauer Photos / H. Ross)
Wenn Hollywood nach Deutschland kommt, ist Steven Gätjen zur Stelle (Bild: Brauer Photos / H. Ross)

Großflächige Zerstörung sollte sich unter wechselnden Vorzeichen durch die weitere Karriere des heute 70-jährigen ziehen – sei es durch eine übergroße Echse ("Godzilla"), den Klimawandel ("The Day after Tomorrow"), Maya-Vorhersagen ("2012") oder den Mond ("Moonfall").

Dazwischen bewies der einst gern als "Spielberg aus Sindelfingen" bezeichnete Filmemacher seine weit über Verwüstung hinausgehende Bandbreite etwa durch "Der Patriot" (Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg), "Anonymus" zur Zeit von Königin Elisabeth I. oder den prähistorischen Abenteuerstreifen "10.000 B.C.".

Insgesamt haben Roland Emmerichs Filme mehr als vier Milliarden US-Dollar am globalen Box Office eingespielt. In jüngerer Vergangenheit verantwortete er fünf Episoden der TV-Serie "Those about to die", während er seine aufwändigen Ideen künftig vermehrt mithilfe von Künstlicher Intelligenz umsetzen will.

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