Insolventer Supermarkt
Feneberg: Rewe und LEH-Allgäu wollen Standorte retten

| Redaktion 
| 07.07.2026

Nach Monaten der Unsicherheit zeichnet sich für "einen wesentlichen Teil" der insolventen Supermarktkette Feneberg eine Zukunftslösung ab: Eine Investorenvereinbarung zwischen der Rewe Group, der LEH-Allgäu GmbH und der Eigenverwaltung sieht vor, die meisten Standorte zu übernehmen und zahlreiche Arbeitsplätze zu sichern – vom Erhalt der Traditionsmarke ist zunächst jedoch keine Rede.

Die Feneberg Lebensmittel GmbH ist einer der größten unabhängigen Lebensmittelhändler Deutschlands und betreibt Supermärkte in Schwaben, Teilen Oberbayerns und auch dem österreichischen Kleinwalsertal. Deren Zukunft stand insbesondere seit diesem April in den Sternen, als sich Feneberg nach Jahren der wirtschaftlichen Rückschläge in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begeben hat.

Wie am Dienstagabend mitgeteilt wurde, bahnt sich nun eine konkrete Lösung an: Die Rewe Group, die Eigenverwaltung der Feneberg Lebensmittel GmbH (kurz FLM) und die LEH-Allgäu GmbH haben demnach eine gemeinsame Investorenvereinbarung unterzeichnet.

Das Übereinkommen sieht die Übernahme "eines wesentlichen Teils der insgesamt 72 Standorte" durch die LEH-Allgäu und Rewe vor, die die Märkte künftig unabhängig betreiben wollen.

Rewe will "bestehende Arbeitsverträge unverändert fortgelten" lassen

"Mit der Unterzeichnung haben wir einen wichtigen Schritt für eine langfristige Perspektive im Allgäu gemacht. Die geplante Übernahme soll die Nahversorgung in der Region stärken und den betroffenen Standorten neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen", stellt Rewe-Vorstand Peter Maly in Aussicht.

"Unser Ziel ist es, den Menschen vor Ort, den Beschäftigten und damit der Region eine verlässliche Perspektive zu bieten. Genau darin liegt die Stärke unseres genossenschaftlichen Geschäftsmodells. Für die Mitarbeitenden der künftig von der Rewe Group betriebenen Märkte ist vorgesehen, dass ihre bestehenden Arbeitsverträge unverändert fortgelten."

Standardmäßig steht die Vereinbarung noch unter dem Vorbehalt der fusionskontrollrechtlichen Freigabe. Dem Insolvenzplan selbst müssen zudem die Gläubiger der FLM zustimmen; der vom Gericht eingesetzte Gläubigerausschuss hat derweil bereits seinen Segen ausgesprochen.

Auch LEH-Allgäu plant nahtlose Weiterbeschäftigung

Alexander Pade, geschäftsführender Gesellschafter der LEH-Allgäu GmbH, kommentiert: "Die Investorenvereinbarung ist ein wichtiger Schritt, um die Zukunft der Feneberg-Standorte im Allgäu und in Süddeutschland zu sichern. Als Unternehmer mit jahrzehntelanger Erfahrung im Lebensmittelhandel ist es unsere Motivation, eine langfristige und verlässliche Lösung zu schaffen, die die regionale Nahversorgung stärkt, Arbeitsplätze erhält und den Menschen vor Ort Sicherheit bietet."

"Für die Mitarbeitenden der künftig von der LEH Allgäu GmbH betriebenen Märkte ist geplant, dass die bestehenden Arbeitsverträge weiterhin gelten. Unser Anspruch ist es, aus einer herausfordernden Situation eine stabile und nachhaltige Perspektive für die Standorte zu entwickeln", so Pade weiter.

Ob Feneberg als Marke eine Zukunft hat, bleibt indes ungewiss. Die Vereinbarung spricht lediglich vom Weiterbetrieb der Standorte durch REWE und die LEH-Allgäu GmbH – nicht jedoch vom Fortbestand des Unternehmens oder seines Namens. Sollte es zu einer Umfirmierung der Märkte kommen, könnte das seit 1947 aktive Traditionsunternehmen trotz gesicherter Filialen und Arbeitsplätze also aus dem deutschen Lebensmittelhandel verschwinden.

Artikelbild: AJ Darmstadt nach CC BY-SA 4.0

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

leadersnet.TV