Friedenspreis des Deutschen Films
Die Brücke führt zu "Gelbe Briefe" und Edgar Reitz

| Redaktion 
| 24.06.2026

Vor 66 Jahren heimste "Die Brücke" von Bernhard Wicki fünf Deutsche Filmpreise, einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung ein. Heute ist der international gefeierte Antikriegsfilm bewährter Namenspate für den Friedenspreis des Deutschen Films, der am Dienstag einmal mehr im Gedenken an den prägenden Regisseur vergeben wurde.

Ernst Lubitsch ist nicht der einzige Regisseur vergangener Tage, der am Dienstag durch die Vergabe eines Preises in Ehren gehalten wurde: Viele hundert Kilometer weiter südlich hat der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds "Die Brücke" vergeben – der "Friedenspreis des Deutschen Films", der "für Toleranz, Menschenrechte und Frieden" eintretende Werke und die Personen dahinter hervorhebt.

Benannt ist der Preis nach Wickis berühmtem Antikriegsfilm aus dem Jahre 1959, während die eigentliche Veranstaltung vor rund 450 Gästen im glanzvollen Ambiente des Cuvilliés-Theaters von München über die Bühne ging.

Initiiert wurde der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds selbst im Übrigen von Witwe Elisabeth Wicki-Endriss, die neben Carlos Gerstenhauer, Gabriele Pfennigsdorf, Adrian Prechtel, Bettina Reitz und Katrin Strauch auch in der Jury sitzt.

Friedenspreise für Ilker Çatak und Cherien Dabis

Die diesjährigen Entscheidungen des besagten Fachgremiums wurden am Dienstag gebührend gefeiert, wobei "Die Brücke" in insgesamt vier Kategorien verliehen wurde.

Mit 7500 Euro am höchsten dotiert ist jene um den Friedenspreis für einen "Film von menschlicher und politischer Dimension", über den sich diesmal Ilker Catak für "Gelbe Briefe" freuen darf – nach einer eher mageren Ausbeute beim Deutschen Filmpreis also doch noch ein weiterer Award für den Gewinner des Goldenen Bären auf der Berlinale.

Ilker Çatak, Edgar Reitz, Elisabeth Wicki-Endriss, Daniela Magnani Hüller und Dominik Maringer als Vertretung für Cherien Dabis (Bild: Brauer Photos / Dominik Beckmann)
Ilker Çatak, Edgar Reitz, Elisabeth Wicki-Endriss, Daniela Magnani Hüller und Dominik Maringer als Vertretung für Cherien Dabis (Bild: Brauer Photos / Dominik Beckmann)

"Ilker Çatak zeigt mit erschreckender Präzision, wie autoritäre Systeme nicht nur Freiheiten nehmen, sondern das Vertrauen zwischen Menschen zerstören. Çatak erzählt von einem Paar, das unter äußerem Druck beginnt, sich selbst zu verlieren - und macht so das Innenleben politischer Unterdrückung spürbar wie kaum ein Film zuvor", lobt die Jury.

Während "Gelbe Briefe" auf nationaler Ebene siegreich ist, geht die ebenfalls mit 7500 Euro dotierte Variante an Cherien Dabis für den autobiographisch geprägten Streifen "Im Schatten des Orangenbaums".

Ehrenpreis für Edgar Reitz

Mit dem Ehrenpreis wurde der 93-jährige Edgar Reitz prämiert, wobei insbesondere sein 52 Stunden umfassender "Heimat"-Zyklus zwischen 1984 und 2013 als prägend für sein Lebenswerk hervorgehoben wurde.

"Edgar Reitz hat dem deutschen Film etwas geschenkt, das die Zeit überdauert: ein Werk von außergewöhnlicher Tiefe und Wahrhaftigkeit, das kollektive Erinnerung bewahrt und Menschen weltweit berührt. Ein Filmchronist, wie ihn das deutsche Kino nur einmal hervorbringt", resümiert die Jury.

Der mit 5000 Euro dotierte Debütpreis geht unterdessen an die Münchner Filmemacherin Daniela Magnani Hüller und "Was an Empfindsamkeit bleibt". Besonders Hüllers "Bildsprache von seltener Empfindsamkeit, die aus einem persönlichen Schmerz heraus etwas erschafft, das alle angeht", konnte die Fachleute überzeugen.

  • Wer sich trotz der hier erfolgten Spoiler für die komplette Veranstaltung interessiert, kann die Verleihung des Friedenspreises am Samstag, 27. Juni (23:45 Uhr) in einem ausführlichen Zusammenschnitt auf 3sat sehen. Nach einer Auswertung im BR (Dienstag, 30. Juni / 23:45 Uhr) ist die Gala auch in der ARD Mediathek verfügbar.

Die Brücke: Alle Gewinner 2026

  • Ehrenpreis: Edgar Reitz
  • Friedenspreis National: İlker Çatak für "Gelbe Briefe"
  • Friedenspreis International: Cherien Dabis für "Im Schatten des Orangenbaums"
  • Debütfilmpreis: Daniela Magnani Hüller für "Was an Empfindsamkeit bleibt"

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Die Brücke: Alle Gewinner 2026

  • Ehrenpreis: Edgar Reitz
  • Friedenspreis National: İlker Çatak für "Gelbe Briefe"
  • Friedenspreis International: Cherien Dabis für "Im Schatten des Orangenbaums"
  • Debütfilmpreis: Daniela Magnani Hüller für "Was an Empfindsamkeit bleibt"

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