Versicherungen verraten
Wie gefährlich ist Freitag, der 13. wirklich?

| Redaktion 
| 12.02.2026

Manche Menschen kreuzen den Weg einer schwarzen Katze und schlendern anschließend unter einer Leiter her, ohne sich irgendetwas dabei zu denken – doch für manche ist diesen Freitag allein der Blick auf den Kalender mit namenlosem Schrecken verknüpft. Drei verschiedene Institutionen haben zum Anlass untersucht, wie berechtigt entsprechende Sorgen sind.

Freitag, der 13., gilt seit Jahrhunderten als Unglückstag, was in einer Mischung aus Aberglaube, Religion und Zahlenmystik begründet liegt. Dass das Datum besonders unheilvoll sei, wurde in jüngerer Zeit durch Literatur wie Thomas W. Lawsons "Friday, the Thirteenth" von 1907 oder die Horrorfilmreihe "Freitag, der 13." (ab 1980) popkulturell verankert.

Doch wie steht es tatsächlich um die unglückliche Wirkung dieses (vermeintlich) besonderen Tages? "Wer zu Aberglaube neigt, kann zumindest im Straßenverkehr entspannt bleiben", versichert Oliver Reidegeld, Pressesprecher des ADAC Hessen-Thüringen. "Das Unfallrisiko ist an einem Freitag, dem 13. nicht höher, als an anderen Tagen im Jahr."

Verkehrsdichte entscheidender als Zahlenmystik

Seitens des Verkehrsclubs heißt es, dass es 2024 durchschnittlich 653 Unfälle auf deutschen Straßen gab, die an einem Freitag stattgefunden haben.

Insgesamt stellt der Einstieg ins Wochenende den Tag mit der höchsten Unfallwahrscheinlichkeit, was vor allem Wochenendpendlern und anderen Reisenden geschuldet ist.

Die entsprechend erhöhte Verkehrsdichte gibt auch eine Erklärung dafür zur Hand, warum die beiden Freitage am 13. des Monats 2024 recht unterschiedlich ausgefallen sind: Im spätsommerlichen September waren 732 Unfälle zu beklagen, während es im Dezember 611 waren – der überdurchschnittliche Ausreißer wird durch einen unterdurchschnittlichen also in gewissen Teilen egalisiert.

Freitag ist Hauptunfalltag

Neben dem ADAC hat auch die Verti Versicherung AG, laut Eigenangabe "Deutschlands zweitgrößter Kfz-Direktversicherer", das sagenumwobene Datum untersucht.

Dazu wurden über 130.000 Haftpflichtschäden der letzten Jahre ausgewertet – und die Fachleute können bestätigen, dass Freitag generell der Tag mit den meisten Verkehrsunfällen ist (16,7 Prozent).

Einen gewissen Unglücksausschlag kann Verti trotzdem verzeichnen: Demnach treten am Freitag, den 13. statistisch etwas mehr Kfz-Haftpflichtschäden als an regulären Freitagen (durchschnittlich 6,7 Prozent) auf. Besonders unfallfrei geht es auf deutschen Straßen im Schnitt an Sonntagen zu, für die lediglich 7,6 Prozent aller Schäden vermerkt sind.

Freitag, der 13. dieses Jahr gleich dreifach

Last, but not least blickt die R+V Versicherung AG in ihre Daten, die sich nicht allein auf den Straßenverkehr beschränken. Dabei kommen vergleichsweise beruhigende Ergebnisse zutage: Eine Auswertung der Schäden aus zwei Jahrzehnten zeigt demzufolge, dass an Freitagen, die auf den 13. fielen, im Schnitt rund 3209 Schäden eintreten.

An allen anderen Freitagen waren es durchschnittlich allerdings 194 Schäden mehr; die anderen Werktagen bringen es im Schnitt sogar auf durchschnittlich 276 Schäden mehr als der angebliche Unglückstag.

Ob sich die geringe Zahl der Schäden an Freitag, dem 13. darauf zurückführen lässt, dass abergläubische Menschen an diesem Datum besonders vorsichtig vorgehen, vermögen die Fachleute von R+V nicht zu sagen. Allerdings erinnern sie daran, dass es dieses Jahr nicht beim Schicksalstag im Februar bleibt: Auch im März und November ist wieder Freitag, der 13. …

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