Geschäftszahlen 2025
Mercedes-Benz: Hoffnungsvoll bei (fast) halbiertem Konzernergebnis

| Redaktion 
| 12.02.2026

Mercedes-Benz blickt auf ein schwieriges Jahr zurück: Gewinne und Umsatz gingen deutlich zurück, das Konzernergebnis wurde fast halbiert. Dennoch gibt es Lichtblicke in Stuttgart, denn neue Modelle treffen auf bestätigende Nachfrage, Effizienzprogramme vergrößern den Handlungsspielraum und Aktionäre erhalten eine passable Dividende – auch, wenn sie sich nicht aus Kursgewinnen ergibt.

Schon für das dritte Quartal des vergangenen Jahres musste die Mercedes-Benz Group einen "dramatischen Gewinneinbruch" vermelden, wie wir Ende Oktober thematisiert haben.

Dementsprechend war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass die am Donnerstagmorgen abgehaltene Annual Results Conference allzu viele erfreuliche Kennzahlen für das gesamte Geschäftsjahr 2025 beinhalten würde.

Oder etwa doch? "Mercedes-Benz Group AG erzielt soliden Cash-Flow und attraktive Aktionärsrendite", titelt die Presseabteilung des Stuttgarter Traditionsherstellers in der resümierenden Mitteilung.

Konzernergebnis nahezu halbiert

Bereits ein flüchtiger Blick auf die bereitgestellten Zahlen verrät jedoch, dass fast jede finanzielle Entwicklung mit einem Minus versehen ist: Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent von 145,594 Milliarden Euro auf 132,214 Milliarden Euro.

Besonders deutlich fiel der Rückgang beim operativen Ergebnis aus: Das Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern brach um 57,2 Prozent ein und lag nur noch bei 5,820 Milliarden Euro nach 13,599 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Auch das bereinigte operative Ergebnis entwickelte sich klar negativ und verringerte sich um 39,9 Prozent auf 8,235 Milliarden Euro.

Der neue Mercedes-Benz GLC 400 4MATIC mit EQ Technologie (Bild: Mercedes-Benz AG)
Der neue Mercedes-Benz GLC 400 4MATIC mit EQ Technologie (Bild: Mercedes-Benz AG)

Das Konzernergebnis halbierte sich nahezu und ging um 48,8 Prozent auf 5,331 Milliarden Euro zurück. Parallel dazu verschlechterte sich die Liquiditätssituation des Industriegeschäfts: Der Free Cash Flow sank um 40,8 Prozent auf 5,414 Milliarden Euro.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Ergebnis je Aktie wider, das mit 5,34 Euro um 47,6 Prozent unter dem Vorjahreswert liegt.

Finanzielle Ergebnisse "im Rahmen unserer Prognose"

Hinter den Rückgängen stehen externe wie interne Belastungsfaktoren, wobei Mercedes-Benz negative Wechselkurseffekte, globale Zölle oder etwa den intensiven Wettbewerb in China anführt.

Gleichzeitig drückten geringere Absatzvolumina und schwächere Netto-Preisdurchsetzung auf das operative Ergebnis; auch höhere Aufwendungen für Forschung, Entwicklung und Sachinvestitionen schlugen zu Buche.

"In einem dynamischen Marktumfeld lagen unsere finanziellen Ergebnisse im Rahmen unserer Prognose, getragen von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität", fasst der Mercedes-Vorstandsvorsitzende Ola Källenius zusammen.

Der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius (Bild: Mercedes-Benz AG)
Der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius (Bild: Mercedes-Benz AG)

Er führt aus: "Wir haben unsere bislang größte Produkt- und Technologie-Offensive erfolgreich gestartet und Spitzentechnologien eingeführt – darunter unser neues Betriebssystem MB.OS, den neuen Point-to-Point-Navigationsassistenten sowie ein völlig neues Niveau elektrischer Performance mit dem Concept AMG GT XX."

Ferner verzeichne sein Unternehmen "starke Nachfrage nach dem neuen CLA, dem neuen GLC und der neuen S-Klasse"; bestätigt davon wolle man die eigene Transformation "mit einem klaren Plan und einem sehr wettbewerbsfähigen Produktportfolio" vorantreiben.

"Wir sind bereit für das Jahr 2026", versichert Källenius mit Verweis auf die Markteinführung neuer Modelle, die künftig noch weiter beschleunigt werden soll.

Effizienzprogramm spart 3,5 Milliarden Euro ein

Tatsächlich sind die Donnerstag veröffentlichten Angaben keine lupenreine Aneinanderreihung von Hiobsbotschaften: Wie beschrieben ist der Free Cash Flow um fast 41 Prozent eingebrochen, verschafft dem Unternehmen jedoch weiterhin nennenswerten Handlungsspielraum für Investitionen und Dividenden.

Darüber hinaus lag die Nettoliquidität des Industriegeschäfts bei 32,2 Milliarden Euro, was etwa 800 Millionen Euro mehr als bei der vorherigen Annual Results Conference ist.

"Einen Teil des Gegenwinds" abfedern können zudem Sparmaßnahmen des Effizienzprogramms namens Next Level Performance. Durch verringerte Materialkosten und gesteigerte Effizienz in verschiedenen Bereichen konnte in der Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars ein "positiver EBIT-Beitrag von mehr als 3,5 Milliarden Euro" erreicht werden.

Und die "attraktive Aktionärsrendite"? Die lässt sich zumindest mit Blick auf den Total Shareholder Return stützen: Durch die Dividende von 3,50 Euro je Aktie liegt die Gesamtrendite über 20 Prozent. Da neben der Dividende selbst (2024: 4,30 Euro) auch der Aktienkurs selbst gefallen ist, ergibt sich die positive Bilanz der Aktionäre allerdings vor allem aus der Ausschüttung, nicht aus Kursgewinnen.

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