E-Commerce Trends 2026
Social Commerce: Kauft die Gen Z bald nur noch via TikTok & Instagram?

| Redaktion 
| 18.01.2026

Soziale Netzwerke mutieren zu globalen Marktplätzen. Eine aktuelle Bitkom-Studie belegt: Was als Inspiration begann, wird zur Verkaufsfläche. Vor allem die unter 30-Jährigen treiben den Wandel voran – mit radikalen Konsequenzen für den klassischen Online-Handel.

Social Media ist längst kein reiner Unterhaltungsraum mehr. Knapp jede dritte internetaffine Person in Deutschland nutzt Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok bereits als direkten Einkaufskanal. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Bitkom unter 1.120 Internetnutzer:innen. Besonders brisant: Rund 29 Prozent der Gen Z können sich vorstellen, ihre Einkäufe künftig ausschließlich über Social Media zu tätigen.

Der direkte Erwerb innerhalb der Apps (In-App-Shopping) etabliert sich als fester Bestandteil des digitalen Alltags. Die Zahlen verdeutlichen den Altersgraben:

  • 16- bis 29-Jährige: 48 % haben bereits via Social Media geshoppt.
  • 30- bis 49-Jährige: 36 % nutzen Social Shopping.
  • Gesamtdurchschnitt: 29 % der Deutschen sind aktive Social-Commerce-Nutzer.

Instagram führt, TikTok Shop Deutschland als Gamechanger

Während Instagram mit 15 % Gesamtnutzung aktuell noch den Thron hält, verschieben sich die Gewichte bei den Jüngeren massiv. Der Start von TikTok Shop in Deutschland im Frühjahr 2025 markiert hierbei einen Wendepunkt, da er den Kaufprozess vollständig ohne App-Wechsel ermöglicht.

Plattform-Ranking der 16- bis 29-Jährigen:

  1. Instagram: 34 %
  2. YouTube: 23 %
  3. TikTok: 20 % (stark steigend)
  4. Facebook: 17 %
  5. Snapchat: 10 %

Prognose: Ein 8,5-Billionen-Dollar-Markt

Social-Media-Anzeigen sind hocheffektiv: 42 % der Käufer:innen entdecken so regelmäßig neue Produkte. Doch der Einfluss von Influencer:innen wird kritischer beäugt. Nur 21 % der Befragten empfinden Influencer-Marketing als sympathisch. In der jungen Zielgruppe fordern zudem 43 Prozent eine deutlichere Kennzeichnung von Werbeinhalten. Transparenz wird 2026 zum entscheidenden harten Standortfaktor für Marken.

Das wirtschaftliche Ausmaß ist gigantisch. Laut Prognosen von DHL könnte der weltweite Social-Commerce-Umsatz bis zum Jahr 2030 auf 8,5 Billionen US-Dollar ansteigen. Für Marken bedeutet das: Wer die nächste Konsumentengeneration nicht dort abholt, wo sie scrollt, verliert den Anschluss an den Markt der Zukunft.

 

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