Preise, Proteste und prominente Botschaften
Golden Globes 2026: Wer gewonnen hat – und wer erneut leer ausging

| Redaktion 
| 12.01.2026

Bei den Golden Globes 2026 wurden nicht nur filmische Leistungen ausgezeichnet – die Gala in Los Angeles war auch ein Ort stiller politischer Proteste. Während Timothée Chalamet und Jessie Buckley zu den gefeierten Namen zählten, nutzten zahlreiche Hollywood‑Stars das internationale Podium, um mit "ICE OUT"‑ und "BE GOOD"‑Pins auf die jüngsten Vorfälle im Zusammenhang mit Polizeigewalt und ICE‑Einsätzen aufmerksam zu machen.

Die diesjährigen Golden Globes präsentierten sich als Ereignis zwischen Glamour und Gewissensfragen. Während Publikumslieblinge wie Chalamet und Buckley neue Trophäen entgegennahmen, gingen andere – allen voran Leonardo DiCaprio – überraschend leer aus. Zugleich wurde der Abend zur Bühne für leise, aber deutliche Protestzeichen gegen Polizeigewalt und soziale Ungleichheit.

Wer gewonnen hat – und wer nicht

Timothée Chalamet wurde erstmals mit einem Golden Globe ausgezeichnet – für seine Hauptrolle in der Komödie Marty Supreme. Er setzte sich gegen ein prominentes Feld durch, darunter Leonardo DiCaprio, der für One Battle After Another nominiert war, jedoch erneut ohne Auszeichnung blieb. Auch George Clooney, nominiert für seine Nebenrolle in The Senator’s Son, verließ die Gala ohne Trophäe – ein weiteres prominentes Beispiel dafür, dass der Abend nicht allen Erwartungen gerecht wurde.

 
 
 
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Als Bester Film – Drama wurde Hamnet von Chloé Zhao prämiert. Jessie Buckley erhielt für ihre Rolle als Agnes Shakespeare den Preis als Beste Hauptdarstellerin – Drama.

Doppelten Erfolg verbuchte das brasilianische Werk The Secret Agent: als Bester nicht-englischsprachiger Film sowie mit einem Globe für Wagner Moura als Bester Hauptdarsteller – Drama.

Gewinnerliste – Golden Globes 2026 (Auswahl)

  • Bester Film – Drama: Hamnet

  • Beste Hauptdarstellerin – Drama: Jessie Buckley – Hamnet

  • Bester Hauptdarsteller – Drama: Wagner Moura – The Secret Agent

  • Bester Film – Komödie/Musical: One Battle After Another

  • Bester Hauptdarsteller – Komödie: Timothée Chalamet – Marty Supreme

  • Beste Hauptdarstellerin – Komödie: Rose Byrne – If I Had Legs I’d Kick You

  • Bester Nebendarsteller: Stellan Skarsgård – Sentimental Value

  • Beste Nebendarstellerin: Teyana Taylor – One Battle After Another

  • Beste Filmmusik: Ludwig Göransson – Blood & Sinners

  • Bester Podcast (neu eingeführt): Good Hang with Amy Poehler

Zwischen Red Carpet und Haltung

Für Aufsehen sorgten neben den Auszeichnungen vor allem die deutlichen, wenn auch stillen politischen Botschaften. Zahlreiche Stars erschienen mit auffälligen Pins: "ICE OUT" und "BE GOOD" waren Reaktionen auf den Tod der 37-jährigen Renee Nicole Good, die wenige Tage vor der Verleihung von einem ICE-Beamten in Minneapolis erschossen worden war.

Hollywood-Stars wie Mark Ruffalo, Wanda Sykes, Natasha Lyonne und Jean Smart positionierten sich damit sichtbar gegen die umstrittenen Praktiken der US-Einwanderungsbehörde. Die Gala wurde so zur Plattform für politischen Protest – ohne Worte, aber mit Wirkung.

Teyana Taylor, ausgezeichnet als Beste Nebendarstellerin, nutzte ihre Rede für eine klare Botschaft: "Wir gehören in jeden Raum, in den wir hineingehen. Unsere Stimmen zählen."

 
 
 
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Indie-Momente und Premierenpreise

Erstmals vergab die Jury einen Golden Globe in der Kategorie Bester Podcast. Die Auszeichnung ging an Amy Poehler, die mit Good Hang with Amy Poehler eine unterhaltsame Gesprächsreihe etabliert hat.

Rose Byrne, ausgezeichnet als Beste Hauptdarstellerin – Komödie, überzeugte in If I Had Legs I’d Kick You, einer Low-Budget-Produktion. Ihr trockener Dank: "Wir haben diesen Film in 25 Tagen für ungefähr 8,50 Dollar gedreht. Vielen Dank."

 
 
 
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Wenn Unterhaltung Haltung zeigt

Die Golden Globes 2026 machten sichtbar, wie eng kulturelle Anerkennung und gesellschaftliche Verantwortung inzwischen miteinander verknüpft sind. Die Gala diente nicht nur als Bühne für filmische Leistungen, sondern auch als Resonanzraum politischer Botschaften – von der Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen bis hin zu stillen Protesten gegen ICE. Die breite mediale Berichterstattung verlieh diesen Momenten Relevanz und trug die Statements weit über Hollywood hinaus in den öffentlichen Diskurs.

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