US-Markt bröckelt
Labubu-Boom verblasst: Drastischer Umsatzeinbruch bei Pop Mart

| Redaktion 
| 28.10.2026

Blind Boxes, limitierte Figuren und Besitzerstolz auf Social Media: Mit seinen Labubus hat Pop Mart aus kleinen Plüschmonstern ein globales Phänomen gemacht, an dem 2025 zeitweise kein Weg vorbei schien. Allerdings verfügen viele Trendprodukte über eine eingebaute Schwachstelle, da die Aufmerksamkeit irgendwann weiterwandert – und einen beträchtlichen Teil der zuletzt gewohnten Umsätze hat sie in diesem Fall mitgenommen.

Im Sommer letzten Jahres waren Labubus eine Weile das popkulturelle Thema der Stunde: Dem chinesischen Spielzeugkonzern Pop Mart gelang es mustergültig, die handtaschengerechten Plüschmonster als Sammelobjekt zu vermarkten. Wieviel ein Labubu kostet, gehörte auch in Deutschland zu den meistgegoogleten Fragen.

Der Verkauf folgt grundsätzlich einem Prinzip, das jene Sammelleidenschaft und den guten, alten Glücksspielreiz geschickt verbindet: In sogenannten Blind Boxes bleibt der Inhalt bis zum Auspacken geheim – wer eine seltene Variante ergattern will, kauft mitunter also so lange weiter, bis die Wunschfigur dabei ist. Durch limitierte Auflagen ließ sich die Begehrlichkeit zusätzlich in die Höhe treiben.

Auf dem Höhepunkt des Hypes spekulierten Analysten seinerzeit, dass Pop Mart bis 2027 um 42 Prozent wachsen könnte. Seine größte Hoffnung legte der Konzern dabei in den begeisterungsfähigen US-Markt.

Gerade der Hoffnungsträger enttäuscht

Entsprechend ernüchternd dürften die jüngst von Pop Mart veröffentlichten Geschäftszahlen wirken, von denen unter anderem CNBC berichtet – schließlich sind die Umsätze ausgerechnet in den Vereinigten Staaten im dritten Quartal um über 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Auch für den asiatisch-pazifischen Raum ist demnach ein Rückgang von 65 bis 70 Prozent zu verbuchen, während sich das Umsatzminus in Europa auf 50 bis 55 Prozent beläuft. Am loyalsten zeigt sich der heimische Markt: Auf dem chinesischen Festland ging es im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 25 bis 30 Prozent zurück. Insgesamt ergeben sich dadurch Umsatzeinbußen von 45 bis 50 Prozent.

Damit bekommt Pop Mart dieser Tage durchaus schmerzhaft zu spüren, dass sich Begeisterung nicht beliebig verlängern lässt. Im vergangenen Jahr profitierte der Konzern ungemein davon, dass Labubu weit über die Spielzeugbranche hinaus zum modischen Accessoire und begehrten Statussymbol aufstieg – doch gerade Trends, die von sozialer Sichtbarkeit leben, können schnell kippen.

Was eben noch Exklusivität versprach, verliert an Reiz, sobald es allgegenwärtig wird und die Aufmerksamkeit allmählich weiterzieht. Obendrauf kommt die prinzipielle Schwierigkeit, virale Erfolge in dauerhaftes Wachstum umzumünzen.

Pop Mart will weiter aufs Ausland setzen

Kampflos will sich Pop Mart der aktuellen Entwicklung derweil keineswegs hingeben: CNBC nach setzen die Chinesen weiter auf internationale Expansion, zu der unter anderem Flagship-Stores in New York, Mailand oder Paris gehören. Beim Analysehaus Jefferies geht man davon aus, dass Marken wie Skullpanda, Hirono und Twinkle Twinkle helfen könnten, neue Auslandsmärkte zu erschließen.

Den selben Fachleuten zufolge sollte Pop Mart allerdings keine unmittelbare Wendung durch diese Schritte versprechen. Von Quartal zu Quartal rechnet Jefferies so zwar mit einem Umsatzplus von drei Prozent, was unterm Strich aber immer noch 34 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum wären.

Aufgrund der schwachen Auslandsgeschäfte und dem damit verbundenen Druck auf die Profitabilität hat das Analysehaus seine Gewinnprognosen für Pop Marts Jahre 2027 und 2028 entsprechend um neun bis zwölf Prozent zurückgefahren.

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