Union fehlt auf Sat.1
Sommerinterviews finden ohne Friedrich Merz statt

| Redaktion 
| 16.08.2026

Gleich in mehreren Regionen geben die Bürger der Bundesrepublik in den kommenden Wochen ihre Stimme ab – ein plausibler Zeitpunkt für eine Interviewreihe mit den "Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien". Dabei fehlt mit der CDU jedoch ausgerechnet die des wohl wichtigsten Entscheidungsträgers, sodass die Sat1-Bühne den Spitzenkräften von AfD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und SPD überlassen wird.  

Die kommenden Wahlen verleihen den ":newstime Sommerinterviews" auf Sat.1 durchaus zusätzliche politische Brisanz: Am Sonntag, 06. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt, schon zwei Wochen später folgen am Sonntag, 20. September sowohl die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern als auch die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus.

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dürfte insbesondere das Abschneiden der AfD im Mittelpunkt stehen; in Berlin zeichnet sich ein enges Rennen um die politische Führung der Hauptstadt ab. Unterm Strich stehen innerhalb von nur zwei Wochen also drei Wahlen an, die wie so oft auch als Stimmungstest für die Parteien auf Bundesebene gelesen werden dürfen.

Folgende Termine, jeweils ausgestrahlt um 19:45 Uhr, hat Sat.1 für die Interviewreihe angesetzt:

  • Dienstag, 18. August: Lars Klingbeil, Vorsitzender der SPD und Vizekanzler
  • Donnerstag, 20. August: Ines Schwerdtner, Vorsitzende Die Linke
  • Dienstag, 25. August: Franziska Brantner, Vorsitzende Bündnis 90/Die Grünen
  • Dienstag, 1. September: Tino Chrupalla, Vorsitzender der AfD

Während Heiko Paluschka mit Lars Klingbeil und Tino Chrupalla ins Gespräch kommen wird, stehen Ines Schwertner und Franziska Brantner stattdessen Claudia von Brauchitsch Rede und Antwort.

Inhaltlich sollen sich die Interviews nicht konkret auf die anstehenden Wahlen fokussieren, auch wenn angesichts der angedachten Themenschwerpunkte mit Überschneidungen zu rechnen ist: Die Sat.1-Moderatoren wollen unter anderem die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, die Zukunft der Rente und "weitere Ideen bei den Themen Migration, Bildung oder Grundsicherung" mit ihren Gästen diskutieren.

Union wird nur im Öffentlich-rechtlichen interviewt

Aufmerksamen Beobachtern fällt auf, dass nicht ausnahmslos alle Vorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien für die ":newstime Sommerinterviews" eingeplant sind: Friedrich Merz, seines Zeichens CDU-Vorsitzender und Bundeskanzler, fehlt in der Runde ebenso wie irgendein anderer Vertreter der Union.

Bundeskanzler Friedrich Merz wird zunächst nicht auf Sat.1 interviewt (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)
Bundeskanzler Friedrich Merz wird zunächst nicht auf Sat.1 interviewt (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)

Warum das so ist, lässt die Pressemitteilung zur Sache offen. Sat.1 nennt weder eine Absage noch terminliche Gründe und geht auch nicht darauf ein, ob die CDU überhaupt für die Reihe angefragt wurde. Eine realistische Erklärung liegt in Merz‘ besonderer Doppelrolle von Merz; genauso ist ein Terminkonflikt denkbar.

Möglich ist grundsätzlich natürlich auch, dass die Union beziehungsweise Friedrich Merz selbst kein Interesse an einem Auftritt in der Reihe hat – gerade mit Blick auf die erwähnten Wahlen dürfte die Entscheidung, welche Medienformate ein Kanzler im Umfragetief wahrnimmt, nicht völlig nebensächlich sein.

Gleichzeitig meidet Merz die große Fernsehbühne keinesfalls grundsätzlich: Für Sonntag, 30. August ist er als Gast des finalen ARD-Sommerinterviews angekündigt, wo neben drei von vier Teilnehmern der Sat.1-Runde auch Markus Söder (CDU) bereits aufgetreten ist.

Eine Woche vor dem Kanzlertermin redet Moderator Markus Preiß außerdem noch mit Tino Chrupalla (AfD); beide Gespräche werden um 18 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

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