Schwache Nachfrage
Wohnungsbau: Hoffnung auf Erholung schwindet

| Redaktion 
| 13.07.2026

Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich im Juni erneut eingetrübt. Laut ifo Institut verschlechtern sich sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen der Unternehmen. Die aktuellen Umfrageergebnisse zeichnen das Bild einer Branche, die trotz einzelner positiver Signale weiter unter Druck steht.

Das Geschäftsklima im Wohnungsbau hat sich im Juni erneut verschlechtert. Nach Angaben des ifo Instituts fiel der entsprechende Index von -29,5 auf -31,0 Punkte. Damit bewerten die Unternehmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Perspektiven für die kommenden Monate schlechter als noch im Mai.

Besonders die Erwartungen der Unternehmen trübten sich deutlich ein. Sie erreichten den niedrigsten Stand seit März 2025. Aus Sicht des ifo Instituts erhält die zuletzt aufgekommene Hoffnung auf eine schrittweise Erholung damit einen weiteren Rückschlag.

"Die Hoffnung auf eine schrittweise Erholung hat erneut einen Dämpfer erhalten“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. "Viele Unternehmen sehen derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Belebung des Wohnungsbaus.“

Auftragsmangel belastet die Unternehmen

Neben der schwachen Stimmung bleibt auch das operative Geschäft angespannt. Immer mehr Unternehmen berichten von einer unzureichenden Auftragslage. Der Anteil der Betriebe mit zu wenigen Aufträgen stieg im Juni von 42,2 auf 43,7 Prozent.

Auch die Zahl der stornierten Projekte bleibt hoch. Die Stornierungsquote lag mit 11,4 Prozent weiterhin auf einem erhöhten Niveau. Gleichzeitig kämpfen viele Unternehmen nach wie vor mit Problemen bei der Versorgung wichtiger Baumaterialien. 9,7 Prozent der Betriebe meldeten erneut Engpässe bei Vorprodukten.

Steigende Baugenehmigungen reichen nicht aus

Auch wenn die Zahl der Baugenehmigungen zuletzt gestiegen ist und das ifo Institut Anfang des Jahres für die Baubranche insgesamt wieder optimistischere Perspektiven aufgezeigt hatte, sieht das Institut derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Erholung des Wohnungsbaus.

"Die Unternehmen kämpfen trotz steigender Baugenehmigungen weiterhin mit einer schwachen Nachfrage“, erklärt Klaus Wohlrabe. "Ein Rückgang der Stornierungen würde die fehlenden Neuaufträge nicht ausgleichen und deshalb keine Trendwende einleiten.“

Trendwende bleibt vorerst aus

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeichnen damit ein unverändert schwieriges Bild für den deutschen Wohnungsbau. Fehlende Neuaufträge, eine hohe Stornierungsquote und anhaltende Materialengpässe setzen viele Unternehmen weiterhin unter Druck.

Auch wenn die Zahl der Baugenehmigungen zuletzt gestiegen ist, sieht das ifo Institut derzeit keine Anzeichen für eine nachhaltige Erholung. Damit bleibt der Wohnungsbau auch zur Jahresmitte ohne spürbare Impulse. Solange die Nachfrage nicht anzieht und neue Aufträge ausbleiben, dürfte sich die angespannte Lage vieler Bauunternehmen kaum verbessern.

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