Wer durch deutsche Innenstädte geht, sieht derzeit zwei Entwicklungen gleichzeitig. Einerseits verschwinden bekannte Handelsketten aus guten Lagen oder verkleinern ihre Präsenz. Andererseits entstehen an denselben Standorten neue Konzepte, die weniger auf klassische Verkaufsflächen als auf Markenpräsenz setzen.
Westwing gehört zu den Unternehmen, die diesen Weg verfolgen. Der neue Store in Frankfurt befindet sich an der Ecke Kaiserstraße und Neue Mainzer Straße, nur wenige Schritte vom Willy-Brandt-Platz entfernt. Auf mehr als 300 Quadratmetern zeigt das Unternehmen Teile seines Sortiments aus Möbeln, Wohnaccessoires und Dekorationsartikeln.
Der Showroom ersetzt nicht den Onlineshop
Interessant ist dabei weniger die Eröffnung selbst als die Rolle, die solche Geschäfte inzwischen übernehmen.
Noch vor einigen Jahren wurden stationäre Läden und Onlinehandel häufig als Gegensätze betrachtet. Entweder kaufte man im Geschäft oder im Internet. Diese Trennung existiert heute kaum noch. Viele Kund beginnen ihre Suche online, möchten bestimmte Produkte aber vor einer Kaufentscheidung sehen, anfassen oder vergleichen.
Gerade bei Möbeln und Einrichtung spielt dieser Faktor eine größere Rolle als in vielen anderen Branchen. Ein Stoff wirkt auf einem Smartphone anders als in einem realen Raum. Farben verändern sich je nach Licht. Größenverhältnisse lassen sich oft erst vor Ort richtig einschätzen.
Für Händler bedeutet das: Der Laden muss nicht jede Ware auf Lager haben. Oft reicht es, Produkte erlebbar zu machen. Der eigentliche Kauf findet später online statt.
Warum Frankfurt für Westwing interessant ist
Dass die Wahl auf Frankfurt fiel, überrascht nicht. Die Stadt gehört zu den kaufkraftstärksten Standorten Deutschlands und verfügt über ein internationales Publikum. Gleichzeitig ist der Wettbewerb um attraktive Innenstadtlagen hoch.
Für Marken, die sich im gehobenen Einrichtungssegment positionieren, bleibt Frankfurt deshalb ein relevanter Markt. Dort treffen Berufspendler, internationale Fachkräfte und eine vergleichsweise einkommensstarke Bevölkerung aufeinander.
"Frankfurts internationaler Charakter, die ausgeprägte Affinität zu Design und die Bedeutung als führender Wirtschaftsstandort machen die Stadt zu einem äußerst attraktiven Standort für Westwing", sagt CEO Andreas Hoerning.
Frankfurt ist dabei nicht die einzige Erweiterung des Unternehmens. Westwing treibt seit einiger Zeit sowohl den Ausbau seines Filialnetzes als auch die internationale Präsenz voran. Erst Anfang des Jahres erschloss der Münchner Händler mit Großbritannien seinen 23. europäischen Markt und wagte damit den Schritt in den zweitgrößten Online-Home-&-Living-Markt Europas.
Der Handel sucht nach neuen Rollen für die Fläche
Westwing ist mit dieser Entwicklung nicht allein. In vielen Branchen verändert sich derzeit die Funktion des stationären Handels. Verkaufsflächen werden kleiner, stärker kuratiert und zunehmend als Kontaktpunkt zwischen Marke und Kundschaft verstanden.
Die klassische Logik, möglichst viele Produkte auf möglichst vielen Quadratmetern zu präsentieren, verliert an Bedeutung. Stattdessen gewinnen Beratung, Produktinszenierung und Service an Gewicht.
Ob dieses Modell langfristig aufgeht, wird sich zeigen. Fest steht jedoch: Die Vorstellung, dass erfolgreiche Onlinehändler zwangsläufig auf stationäre Präsenz verzichten, gehört inzwischen der Vergangenheit an. Die Eröffnung in Frankfurt ist dafür ein weiteres Beispiel.
Wenn Omnichannel zur Logistikfrage wird
Die stärkere Verzahnung von Onlinehandel und stationärer Präsenz stellt Händler zugleich vor neue Anforderungen in Logistik, Warenverfügbarkeit und Lieferkettensteuerung. Wie digitale Plattformen dabei helfen können, Lieferanten, Bestellungen und Transportprozesse transparenter zu vernetzen, zeigt Tesisquare auch beim Procurement Summit 2026 in Hamburg.
Dort präsentiert Martin Gebel, Sales Country Manager DACH bei Tesisquare, im Rahmen der Matterhorn Masterclasses den Vortrag „Supply-Chain Orchestrierung für mehr Transparenz und optimierte Prozesse“. Im Mittelpunkt steht u.a. die Westwing Success Story: Der Home-&-Living-Anbieter setzt auf die Tesisquare Supply Chain Management Platform, um Lieferanten, Bestellungen und Transportprozesse besser zu vernetzen und die Inbound-Lieferkette transparenter, effizienter und skalierbarer zu steuern.
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