Krankenkassen-Ranking
Gesetzliche Krankenkassen im Test: Diese Anbieter holen die Bestnoten

| Redaktion 
| 17.06.2026

Steigende Zusatzbeiträge, Bonusprogramme bis 275 Euro und deutliche Schwächen am Telefon: Ein neuer Test zeigt, wie stark sich gesetzliche Krankenkassen bei Leistungen, Konditionen und Service unterscheiden. Während mehrere Anbieter Bestnoten erreichen, wird an anderer Stelle sichtbar, wo Versicherte lange warten – oder gar niemanden erreichen.

In einer aktuellen Studie im Auftrag von ntv hat das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) in Kooperation mit Krankenkassennetz.de 21 gesetzliche Krankenkassen nach Konditionen, Leistungen und Service bewertet. Das Ergebnis fällt überwiegend positiv aus: Sechs Anbieter erhielten das Qualitätsurteil "sehr gut", zehn weitere ein "gut". Drei Krankenkassen wurden mit "befriedigend" bewertet, zwei kamen nur auf "ausreichend".

Viactiv setzt sich an die Spitze

Ganz oben im Ranking steht die Viactiv Krankenkasse. Sie erzielte das beste Gesamtergebnis und punktete laut Untersuchung vor allem mit einem breiten Leistungsangebot, hohen Zuschüssen für Naturheilverfahren und starken Online-Services. Auch E-Mail-Anfragen wurden überzeugend beantwortet.

Auf Platz zwei folgt die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland. Sie hatte mit 2,47 Prozent den niedrigsten Zusatzbeitrag aller getesteten Krankenkassen. Hinzu kommt ein Bonusprogramm mit bis zu 250 Euro Geldprämie pro Jahr. Auch bei den Vorsorgeleistungen schnitt die Kasse stark ab.

Die AOK Bayern komplettiert die Top 3. Sie erhielt ebenfalls ein "sehr gut" und überzeugte mit Vorsorgeleistungen, Gesundheitsförderung, einem Bonusprogramm mit bis zu 170 Euro Barprämie sowie einem gut ausgebauten Online-Service.

Wo die Kassen besonders punkten

Besonders gute Noten gab es für Zusatzleistungen rund um Vorsorge und Gesundheitsförderung. 17 der 21 untersuchten Krankenkassen übernehmen die Kosten eigener Präventionskurse vollständig. Kurse externer Anbieter werden von allen getesteten Kassen bezuschusst.

Auch bei Impfleistungen ist das Angebot breit. 19 Krankenkassen tragen die Kosten für Grippeschutzimpfungen komplett. Gesundheitsreisen werden ebenfalls bezuschusst. Sämtliche Anbieter haben zudem Services rund um Schwangerschaft und Geburt im Programm, darunter Beratungsangebote oder Baby-Hotlines.

Ein wichtiges Differenzierungsmerkmal bleiben die Bonusprogramme. Alle getesteten Krankenkassen bieten Geldprämien an. Je nach Anbieter sind bis zu 275 Euro im Jahr möglich. Damit zeigen sich nicht nur Unterschiede beim Beitrag, sondern auch bei Leistungen, die für Versicherte einen unmittelbaren finanziellen Nutzen haben können.

Erreichbarkeit bleibt ein Problem

So stark viele Kassen bei Zusatzleistungen und digitalen Angeboten abschneiden, so deutlich sind die Schwächen im direkten Kontakt. Die Webseiten sind laut Studie informativ und gut bedienbar, die Apps für Versicherte funktional. Am Telefon und per E-Mail fällt das Bild schwächer aus.

Gut die Hälfte der Telefonate wurde wegen mangelhafter Bedarfsanalyse kritisiert. In vielen Gesprächen blieb offen, welchen konkreten Mehrwert die Beratung für Versicherte hatte. Hinzu kommt ein Erreichbarkeitsproblem.

DISQ-Geschäftsführerin Bianca Möller sagt: "Im Schnitt müssen Versicherte fast zwei Minuten in der Warteschleife verbringen, bevor ihr Anruf angenommen wird. Fast jeder fünfte Anruf bleibt gänzlich unbeantwortet. Hier sollten die Kassen ihren Service der Nachfrage entsprechend anpassen."

Der Test zeigt damit klare Unterschiede in einem Markt, der für Millionen Versicherte relevant bleibt. Viele gesetzliche Krankenkassen liefern starke Zusatzleistungen und digitale Services. Beim persönlichen Kontakt bleibt jedoch ausgerechnet jener Bereich schwach, in dem Servicequalität unmittelbar spürbar wird.

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