76. Verleihung in Berlin
"In die Sonne schauen" dominiert Deutschen Filmpreis

| Redaktion 
| 29.05.2026

Nach dem eher glücklosen Abschneiden auf der internationalen Awardbühne hat "In die Sonne schauen" beim Deutschen Filmpreis in Berlin mustergültig abgeräumt: Neben der Goldenen Lola für den Besten Spielfilm gewann der Streifen von Regisseurin und Drehbuchautorin Mascha Schilinski gleich neun weitere Auszeichnungen.

Filme, die das deutsche Kino prägen, gesellschaftliche Themen verhandeln oder internationale Aufmerksamkeit erzeugen: Seit 1951 zeichnet der Deutsche Filmpreis Werke aus, die (in den Augen der hauptverantwortlichen Deutschen Filmakademie) einen herausragenden Beitrag zur cineastischen Landschaft der Bundesrepublik geleistet haben.

Lange Zeit ging die gemeinhin auch als Lola bezeichnete Trophäe nicht nur mit künstlerischer Anerkennung einher, schließlich handelte es sich einst um einen der höchstdotierten Kultur- und Filmpreisen Europas: Allein der Gewinner der Goldenen Lola für den Besten Spielfilm kassierte 500.000 zweckgebundene Euro, die die Produzenten wieder in neue Werke investieren mussten. Im Interesse der Anpassung an andere Wettbewerbe wurde das Preisgeld letztes Jahr abgeschafft.

Nachdem sowohl der Nominiertenabend im April als auch der New Faces Award Film am Vorabend ausreichende Einstimmungsarbeit geleistet haben, fand die 76. Verleihung des Deutschen Filmpreises schließlich am Freitag im Palais am Funkturm / Messe Berlin statt. Wie schon 2025 führte Schauspieler und Musiker Christian Friedl durchs Programm.

Senta Berger ist Beste Hauptdarstellerin

Über besagte Goldene Lola durften sich letztlich die Verantwortlichen hinter "In die Sonne schauen" freuen, der eine auch durch Enttäuschungen geprägte Trophäensaison ausgesprochen versöhnlich beendet:

Nachdem der Streifen nicht für die Oscars berücksichtigt wurde und sich bei den European Film Awards dem letztlichen Academy-Award-Gewinner "Sentimental Value" geschlagen geben musste, ging der Hauptpreis auf nationaler Bühne an den generationsübergreifenden Film von Mascha Schilinski.

Ehrenpreisträger Wim Wenders mit Senta Berger, Beste Hauptdarstellerin des Jahres (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)
Ehrenpreisträger Wim Wenders mit Senta Berger, Beste Hauptdarstellerin des Jahres (Bild: Brauer Photos / J. Harrell)

Die Lolas in Silber und Bronze in der Königskategorie gingen an den Berlinale-Gewinner "Gelbe Briefe" beziehungsweise "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke".

Auch in weiteren Hauptkategorien gab es kein Vorbeikommen an "In die Sonne schauen", sodass Mascha Schilinski sowohl für die Beste Regie als auch das Beste Drehbuch (mit Louise Peter) ausgezeichnet wurde. Bester Dokumentarfilm ist "Siri Hustvedt – Dance Around the Self" unter der Regie von Sabine Lidl.

Die Darstellerpreise für Hauptrollen strichen Senta Berger ("Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke") und August Diehl ("Das Verschwinden des Josef Mengele") ein, während sich bei den Nebendarstellern Lena Urzendowsky ("In die Sonne schauen") und Michael Wittenborn ("Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke") behaupten konnten.

Deutscher Filmpreis 2026: Alle Gewinner im Überblick

  • Bester Spielfilm: "In die Sonne schauen" (Produktion: Maren Schmitt, Lucas Schmidt und Lasse Scharpen)
  • Bester Dokumentarfilm: "Siri Hustvedt – Dance Around the Self" (Produktion: Irene Höfer, Regie: Sabine Lidl)
  • Bester Kinderfilm: "Zirkuskind" (Produktion: Katharina Bergfeld und Martin Heisler)
  • Beste Regie: Mascha Schilinski ("In die Sonne schauen")
  • Bestes Drehbuch: Mascha Schilinski und Louise Peter ("In die Sonne schauen")
  • Beste weibliche Hauptrolle: Senta Berger ("Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke")
  • Beste weibliche Nebenrolle: Lena Urzendowsky ("In die Sonne schauen")
  • Beste männliche Hauptrolle: August Diehl ("Das Verschwinden des Josef Mengele")
  • Beste männliche Nebenrolle: Michael Wittenborn ("Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke")
  • Beste Kamera / Bildgestaltung: Fabian Gamper ("In die Sonne schauen")
  • Bester Schnitt: Evelyn Rack ("In die Sonne schauen")
  • Bestes Szenenbild: Cosima Vellenzer und Maike Kiefer ("In die Sonne schauen")
  • Bestes Kostümbild: Sabrina Krämer ("In die Sonne schauen")
  • Bestes Maskenbild: Anne-Marie Walther und Irina Schwarz ("In die Sonne schauen")
  • Beste Filmmusik: Marvin Miller ("Gelbe Briefe")
  • Beste Tongestaltung: Claudio Demel, Billie Mind, Kai Tebbel, Sebastian Heyser und Jürgen Schulz ("In die Sonne schauen")
  • Beste visuelle Effekte: Michael Wortmann und Frank Schlegel ("Momo")
  • Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises: Wim Wenders
  • Besucherstärkster Film: "Das Kanu des Manitu"

Zur 76. Verleihung des Deutschen Filmpreises fanden Katja Riemann, Palina Rojinski, Heike Makatsch, Collien Fernandes, Detlev Buck, Iris Berben, Sandra Maischberger, Jessica Schwarz, Frederick und Annika Lau, Tricia Tuttle, Veronica Ferres, Lavinia Wilson, Florence Kasumba, Lina Larissa Strahl, die Elevator Boys, Sarah Bauerett, Harriet Herbig-Matten, Franziska Knuppe und viele weitere Gäste den Weg ins Palais am Funkturm.

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