Ostern wird teurer
Schokohasen: Preise rauf, Umsatz runter?

| Redaktion 
| 30.03.2026

Am kommenden Wochenende steht Ostern an, was für gut 40 Prozent der Deutschen mit Investitionen in zuckersüße Aufmerksamkeiten einhergeht. Wie schon zur Weihnachtszeit scheinen die Preise für Schokoladenprodukte jedoch nur eine Richtung zu kennen – und gepaart mit weiteren Konsumlaune-Hemmern zeichnet sich dadurch ein weniger umsatzstarkes Saisongeschäft für den Einzelhandel ab.

Ob bei Milka oder der Familienkonditorei Kreuzkamm (hier im Leadersnet-Interview): Schokoladenprodukte steigen seit geraumer Zeit nahezu kontinuierlich im Preis, was in der Regel auf immer höhere Rohstoffkosten zurückgeführt wird.

Für vergangenen Oktober hat das Statistische Bundesamt zur damaligen Vorweihnachtszeit ermittelt, dass Schokoladen im Schnitt stolze 21,8 Prozent teurer als im Vorjahresmonat waren – ungeachtet dessen, dass die 2024 deutlich kostspieliger gewordenen Kakao-Importe wieder etwas günstiger möglich waren.

Derartige Rohstoffpreisrückgänge finden den Weg zum Verbraucher jedoch (wenn überhaupt) erst mit gewisser Verzögerung, was an von längerer Hand geplanten Verträgen, Lagerbeständen oder Produktionszyklen liegen kann.

Lindt und Milka: Preise steigen um die Wette

Zur Weihnachtszeit blieb ein finanzielles Aufatmen für Freunde verschiedenster Schokoladenmarken also aus – und auch der Osterhase verschafft noch keine Erleichterung: Mehrere Medien (unter anderem Bild) berichten unter Berufung auf einen Vergleich der Fach-App Smhaggle für die DPA, dass Preise für einige der populärsten Produkte abermals im zweistelligen Prozentbereich in die Höhe gehen.

Unter den Klassikern des Saisongeschäfts wird beispielhaft der Lindt-Schokohase genannt, dessen 100-Gramm-Ausgabe gegenüber dem Vorjahresmärz 70 Cent mehr kostet. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent, das der 50‑Gramm-Hause mit einem Preisanstieg von 50 Cent prozentual gesehen noch toppt (+18).

Der schwerere der beiden Lindt-Hasen, der zu den beliebtesten des Landes zählt, war 2020 noch für 2,99 Euro zu haben und schlägt inzwischen mit 4,99 Euro zu Buche.

Daneben kostet der Schmunzelhase von Milka nur 3,29 Euro – allerdings ist er zehn Gramm leichter und im Vergleich zum Vorjahr sogar 22,3 Prozent (60 Cent) teurer geworden. Vor sechs Jahren ging er für 1,99 Euro übers Kassenlaufband. Mit einem 20-Cent-Aufschlag ist die 45-Gramm-Variante dagegen "nur" 12 Prozent weniger erschwinglich.

Handelsverband erwartet Umsatzrückgang

Doch nicht alle Zahlen rund ums Ostergeschäft weisen ein Plus auf: Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht davon aus, dass es dem Einzelhandel dieses Jahr etwa 2,1 Milliarden Euro beschert, was einem Rückgang von 6,5 Prozent gegenüber 2025 entspricht.

Einer eigens durchgeführten Befragung zufolge wollen etwa 40 Prozent der Deutschen rund um die anstehenden Feiertage Geld ausgeben. Zum Anlass besonders hoch im Kurs stehen dabei naheliegenderweise Lebensmittel (86 Prozent), während 61,9 Prozent der Osterlustigen den Kauf von Dekorationsartikeln planen. Spielwaren (45,9 Prozent) oder Blumen (44,7 Prozent) sind als Geschenke ebenfalls gefragt. Pro Kopf wird mit Ausgaben von etwa 38 Euro gerechnet.

"Aufgrund der anhaltend angespannten wirtschaftlichen und politischen Lage ist die Konsumlaune der Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin verhalten. Viele Händlerinnen und Händler hoffen daher, dass das Ostergeschäft die Konsumstimmung wieder etwas ankurbeln kann", zeigt sich HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der mäßigen Prognose zum Trotz optimistisch.

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