Streamingdienst auf Sparkurs
Netflix strafft seine Filmproduktion

Der neu ernannte Filmchef Dan Lin plant eine umfassende Neustrukturierung. Die Organisation soll kostengünstiger gestaltet und weniger Filme produziert werden. Auch die Bezahlung von Schauspielern und Filmschaffenden will der Manager umkrempeln.

Streaming-Gigant Netflix baut seine Filmproduktion um. Wie die New York Times berichtet, hat der neue Filmchef Dan Lin bereits mit einer Umstrukturierung begonnen und dabei 15 Mitarbeitende entlassen. Die bisherige Herangehensweise, die sich stark auf hochkarätige Namen wie Martin Scorsese und Alfonso Cuarón stützte, wird zugunsten einer genrebasierten und kostenbewussteren Organisation aufgegeben. Ziel sei es, die Anzahl der Filme zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität zu steigern.

Die Neuausrichtung soll es Netflix ermöglichen, ein breiteres Spektrum an Filmen zu produzieren und dabei unterschiedliche Budgets zu berücksichtigen. Das Vorgehen zielt darauf ab, die Interessen der Abonnenten besser zu bedienen und gleichzeitig die Produktionskosten zu senken. Zusätzlich plant Lin, die Bezahlungsmodelle für Filmschaffende zu überarbeiten. Dem Bericht zufolge soll dabei auch eine stärkere Betonung auf die Eigenentwicklung von Stoffen durch Netflix-Produzenten gelegt werden, anstatt auf Angebote externer Produzenten und Agenten zu warten.

Werden die Gagen weiter gestutzt?

Diskussionen über die Bezahlung von Filmschaffenden sind bei Netflix nicht neu. Bereits vor Lins Amtsantritt gab es Überlegungen, Schauspieler und Filmschaffende basierend auf dem Erfolg ihrer Filme zu entlohnen. Der Wechsel einiger bekannter Namen zu anderen Plattformen, wie Maggie Gyllenhaal zu „The Lost Daughter“ und Martin Scorsese, dessen Projekt „Killers of the Flower Moon“ letztlich bei Apple TV+ realisiert wurde, könnte ein Indiz für Unzufriedenheit mit der bisherigen Vergütungsstruktur sein.

Darüber hinaus gibt es Berichte über Budgetstreitigkeiten bei einem neuen Projekt von Colin Farrell und Edward Berger, die auf Unstimmigkeiten in den finanziellen Rahmenbedingungen hinweisen. Diese Entwicklungen könnten das Bedürfnis nach einer überarbeiteten Bezahlungsstruktur unterstreichen.

Kino-Strategie soll bleiben

Die Strategie, ausgewählte Filme zunächst in Kinos zu zeigen, bevor sie auf der Streaming-Plattform erscheinen, bleibt laut dem Artikel unverändert. Dieser Schritt dient dazu, die Filme einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen.

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