EU-Verhaltenskodex
KI-Transparenz: dentsu beansprucht Pionierrolle

| Redaktion 
| 03.09.2026

Per KI generierte Inhalte müssen nicht nur als solche erkennbar sein – Unternehmen sollen auch zeigen können, wie die Kennzeichnung zustande kommt und eingehalten wird. Hier setzt der neue EU-Verhaltenskodex für Transparenz an, der die gesetzlichen Vorgaben des AI Act in konkrete Praxis übersetzt. Als nach Eigenangabe "erste globale Marketing- und Werbeholding" verpflichtet sich dentsu dem freiwilligen Rahmenwerk fortan.

Seit Anfang August geben die Transparenzvorgaben des EU AI Act, dass durch Unternehmen per KI-generierte Inhalte entsprechend gekennzeichnet sein müssen – hier auf Leadersnet ist ihnen einen kleine, grüne Markierung bei betreffenden Motiven seitdem womöglich schon aufgefallen.

Flankiert werden diese gesetzlichen Vorgaben nun durch den EU-Verhaltenskodex für Transparenz bei KI-generierten Inhalten. Er wurde unter Federführung des europäischen AI Office von sechs unabhängigen Experten und in einem mehrstufigen Verfahren mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und weiteren Bereichen erarbeitet.

Anders als die zugrunde liegenden Transparenzpflichten des AI Act ist der Kodex selbst freiwillig. Er soll einen einheitlichen, von der EU anerkannten Praxisrahmen dafür liefern, wie genau Unternehmen KI-generierte oder manipulierte Inhalte kennzeichnen, technisch kenntlich machen und die Einhaltung der Vorgaben nachweisen können. Erfasst werden unter anderem Bilder, Audio, Videos und bestimmte Texte sowie Deepfakes.

Vom EU-Gesetz zur Unternehmenspraxis

"Als erste globale Marketing- und Werbeholding" haben die Verantwortlichen nun ihre Signatur unter den EU-Code of Practice on Transparency of AI Generated Content gesetzt. Dieser sei "derzeit der einzige anerkannte Standard, welcher Organisationen dazu verpflichtet, die Vorgaben von Artikel 50 des EU AI Act in die Praxis zu überführen und deren Einhaltung auch nachzuweisen".

Um KI-bearbeitete Inhalte künftig unmissverständlich kennzeichnen zu können und die dazugehörigen Governance- und Kontrollstrukturen weiterzuentwickeln, will das Netzwerk neue Arbeitsabläufe und technische Lösungen etablieren oder gezielte Schulungsangebote für Mitarbeitende bereitstellen.

Vor diesem Hintergrund soll auch die Zusammenarbeit mit Regulierungsbehörden, Technologiepartnern, Kunden und Branchenvertretern intensiviert werden.

Transparenz soll Vertrauen schaffen

"Die Zukunft des Marketings wird maßgeblich von KI geprägt sein. Umso wichtiger sind klare Standards, die Transparenz und Verantwortlichkeit fördern", sagt Will Swayne, Global Practice President für Media and Integrated Solutions bei dentsu.

"Mit der Unterzeichnung des EU-Kodex bekräftigen wir unseren Anspruch, die Entwicklung und Anwendung von KI aktiv mitzugestalten. Gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern wollen wir die Voraussetzungen schaffen, damit Innovation nicht nur schneller, sondern auch verantwortungsvoll vorangetrieben werden kann."

Katja Anette Brandt (Bild: dentsu)
Katja Anette Brandt (Bild: dentsu)

Katja Anette Brandt, Media Practice President Central Europe & CEO Germany, betont, dass KI ihr "volles Potenzial nur entfalten kann, wenn sie auf Vertrauen basiert", weshalb die Unterzeichnung "Orientierung und Sicherheit in einem sich rasant wandelnden Umfeld" bedeute.

"Dafür schaffen wir klare Governance-Strukturen, definierte Prozesse und Nachvollziehbarkeit darüber, wie KI-basierte Inhalte entstehen und eingesetzt werden."

"Unser Ziel ist es, über reine Compliance hinauszugehen und Innovation im großen Maßstab zu ermöglichen", führt Brandt aus. "So können Unternehmen die Potenziale von KI nutzen und gleichzeitig das Vertrauen der Menschen stärken, die sie erreichen möchten."

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