Besucherrekord knapp verpasst
Maschseefest: Veranstalter, Gastronomen und Polizei ziehen Bilanz

| Redaktion 
| 10.08.2026

Am vergangenen Sonntag endete die 38. Ausgabe des Maschseefest, die verteilt über 19 Veranstaltungstage stolze 2,3 Millionen Besucher ans größte Gewässer Hannovers locken konnte. Angesichts eines nur knapp verpassten Rekordinteresses freuen sich die Veranstalter über ein "hervorragendes Ergebnis", während auch Gastronomie und Polizei – trotz kleiner Makel – insgesamt zufrieden zurückblicken.

"2,3 Millionen Gäste - dieses hervorragende Ergebnis stimmt uns sehr zufrieden und zeigt einmal mehr, welche Anziehungskraft das Maschseefest für Hannover und die gesamte Region hat“, resümiert André Lawiszus, Geschäftsführer der verantwortlichen Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG).

"In diesem Jahr hat auch die Verbindung mit den Finals 2026 für zusätzliche Dynamik rund um den Maschsee gesorgt. Spitzensport und Sommerfestival haben sich dabei perfekt ergänzt und den Maschsee als gemeinsame Bühne erlebbar gemacht. Das Maschseefest ist ein fester Bestandteil des hannoverschen Sommers und für viele Menschen ein jährlicher Treffpunkt am See", ergänzt er.

Mit dem diesjährigen Besucherzuspruch liegt die Veranstaltung über dem Durchschnitt von 2,2 Millionen Menschen und nur knapp unter dem bisherigen Rekord, der mit 2,4 Millionen Gästen im Jahre 2018 aufgestellt werden konnte.

Wetter spielt Gastronomie weitgehend in die Karten

"Das Wetter gehört bei einer Open-Air-Veranstaltung immer zum Risiko dazu“, unterstreicht Lawiszus. "Umso schöner ist es, dass wir über weite Strecken sehr gute Bedingungen hatten und die Gäste die sommerlichen Abende am Maschsee ausgiebig genutzt haben."

Wie wechselhaft und einflussreich die Außenbedingungen sind, wurde insbesondere Ende letzten Monats eindrucksvoll demonstriert: Während der Mittwoch, 29. Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 25,5 Grad der wärmste Tag auf dem Maschseefest war, sorgte eine Unwetterwarnung am Donnerstag, 30. Juli für einen verspätete Eröffnung und den insgesamt besucherschwächsten Tag dieses Jahres.

Auch die am Maschsee vertretene Gastronomie scheint insgesamt im Guten auf die jüngst abgeschlossene, 38. Ausgabe des Fests zurückzuschauen. "Wir sind insgesamt sehr zufrieden“, bestätigt so zum Beispiel Philip Lutz von der Weinbar Gegenüber am Nordufer.

Lutz führt aus: "Die wetterbedingten Einschränkungen am ersten Sonntag und Montag waren zwar schade, allerdings zählen diese Tage ohnehin nicht zu den besucherstärksten des Maschseefests. Am Donnerstag mussten wir aufgrund der Unwetterwarnung und der damit verbundenen späteren Öffnungszeit rund 300 Reservierungen absagen - das hat uns einiges an Nerven und Umsatz gekostet."

Sascha Casado vom Ohana Beach kommentiert: "Wir hatten viele sehr gute Tage und eine tolle Stimmung am See. Gleichzeitig bleibt das Wetter bei einer Veranstaltung dieser Größe natürlich ein Risiko."

"Ich freue mich sehr, dass sich die Gastronominnen und Gastronomen im zweiten Vertragsjahr weiter etabliert haben und die neuen Angebote von den Besucherinnen und Besuchern so gut angenommen wurden", sagt Naomi Peter, Projektleiterin des Maschseefests.

"Das Zusammenspiel aus den unterschiedlichen gastronomischen Konzepten, dem vielfältigen Programm und dem überwiegend sommerlichen Wetter hat in diesem Jahr sehr gut funktioniert."

Polizei: Auch Auseinandersetzung auf überdurchschnittlichem Niveau

Die Polizei verzeichnet für das diesjährige Maschseefest einen "weitestgehend geordneten" Ablauf, bei dem sich das Vorkommen von Straftaten insgesamt auf dem Niveau der Vorjahre bewege.

Einen Ausreißer stellen Körperverletzungsdelikte dar, die "sich nach derzeitigem Stand im mittleren bis oberen zweistelligen Bereich" bewegen und damit vorherige Durchschnittswerte übertreffen.

Entsprechende Konflikte hätten sich vor allem an den besucherstarken Wochenenden zugetragen und häufig "deutlich alkoholisierte" Gäste beinhaltet. Um Auseinandersetzungen frühzeitig zu beenden, hat die Polizei "Platzverweise im dreistelligen Bereich" ausgesprochen.

Raubtaten, Bedrohungen und sexuelle Belästigung wurden den Beamten jeweils im einstelligen Bereich gemeldet; ohne nähere Bezifferung liegen Diebstähle derweil "nach derzeitigem Stand etwa auf Vorjahresniveau".

"Bei einer Veranstaltung mit mehreren Millionen Besucherinnen und Besuchern über 19 Tage handelt es sich immer um eine dynamische Lage. Entscheidend ist, dass die allermeisten Menschen friedlich gefeiert haben und wir insgesamt von einem weitgehend geordneten Verlauf sprechen können", erklärt Polizeidirektor Tobias Giesbert, Leiter des Einsatzbereichs der Polizeiinspektion Hannover.

Gleichzeitig betont er: "Für uns ist dabei jeder einzelne Vorfall relevant: Hinter jeder angezeigten Straftat stehen Betroffene, deren Anliegen wir ernst nehmen und konsequent verfolgen."

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