I Play Rocky
Kinostart für den inspirierendsten Film des Jahres steht fest

| Redaktion 
| 30.07.2026

Es gibt Filme, deren Entstehung fast noch beeindruckender ist als das fertige Werk. "Rocky" gehört dazu: Während die Figur Rocky Balboa als Außenseiter gegen den Schwergewichts-Champion kämpft, rang der damals unbekannte Sylvester Stallone mit seinem Drehbuch darum, überhaupt eine Chance in der Filmbranche zu erhalten. Mit dem vielversprechenden "I Play Rocky" bringt Leonine Studios die Geschichte hinter der Geschichte auf die deutsche Leinwand.

Ein halbes Jahrhundert ist ins Land gezogen, seit sich "Rocky" erstmals in die Herzen zahlloser Filmfans geboxt hat. Titelfigur Rocky Balboa ist ein Geldeintreiber aus schlichten Verhältnissen, der sich nebenher als Boxer versucht und aus dem Nichts die Chance seines Lebens erhält: Der Schwergewichts-Champion Apollo Creed braucht kurzfristig einen Ersatzgegner und gewährt Rocky nicht zuletzt aufgrund des vermarktbaren Ringnamens "The Italian Stallion" einen Kampf.

Am Ende des Films verliert Rocky. Zumindest oberflächlich betrachtet: Gleichzeitig ist der krasse Außenseiter die komplette Distanz mit dem völlig überraschten Champion gegangen, hat mit Adrian die Liebe seines Lebens und obendrauf endlich den Glauben an sich selbst gefunden.

Der Film vermittelt eine primitive, aber edle Kampfeslust – nicht gegen andere, sondern für ein besseres Selbst. Rocky Balboa ist kein glänzender Held, sondern ein einfacher Mann mit bodenständigem Charme, der durch Willen, Herz und Ausdauer seine Würde zurückgewinnt.

Nicht zu vergessen: Die von "Gonna fly now" unterlegte Trainingsmontage dürfte 1976 die motivierendste Sequenz gewesen sein, die Menschen bis dahin auf einer Kinoleinwand erleben konnten.

Zwei Storys über Beharrlichkeit in einer

Qualitäten, die Cineasten schon damals offensichtlich nicht verborgen blieben, immerhin erwies sich "Rocky" als erfolgreichster Film des Jahres und staubte wenig später drei Oscars bei zehn Nominierungen und einen Golden Globe ab.

Der künstlerische wie kommerzielle Triumph läutete die internationale Karriere von Sylvester Stallone ein, die bis heute floriert. Doch wie hat es ein damals erfolg- und namenloser Schauspieler eigentlich geschafft, einem großen Filmstudio sein eigenes Drehbuch zu verkaufen und obendrauf die Hauptrolle für sich selbst herauszuschlagen?

Mit dieser Frage befasst sich "I Play Rocky", den Leonine Studios am Donnerstag, 05. November in die deutschen Kinos bringt. Hier der Trailer:

Auf (im englischen Originalton) beeindruckend authentische Art und Weise verkörpert Anthony Ippolito den jungen Sylvester Stallone. Dieser schreibt das Drehbuch von "Rocky" innerhalb weniger Tage als Reaktion auf die Ablehnung mehrerer Produzenten, die aufgrund seines Aussehens und seiner undeutlichen Aussprache keinen Hauptdarsteller in ihm sehen.

Das ändert sich zunächst auch nicht, als Stallone mit seinem Skript tatsächlich das Interesse wichtiger Industriefiguren erweckt – allerdings besteht er felsenfest darauf, den Titelpart selbst zu spielen; auch verlockende Geldangebote des Studios und kleine Schikanen können ihn nicht davon abbringen, zu Rocky Balboa zu werden.

Stallone nicht persönlich involviert

Regisseur von "I Play Rocky" ist der durch "Green Book" ebenfalls oscarbewährte Peter Farrelly, während in weiteren Rollen Matt Dillon als Frank Stallone Sr., Stephan James als Carl Weathers, Anna Sophia Robb als Stallones damalige Ehefrau Sasha Czack oder Jay Duplass als "Rocky"-Macher John G. Avildsen zu sehen sind.

Die Weltpremiere findet im September im Rahmen des Toronto TIFF statt, ehe sich Filmfans hierzulande wie erwähnt bis in den November gedulden müssen.

Allerdings besteht große Hoffnung, dass sich das Warten lohnt: Die bisherigen Eindrücke vermitteln, dass die Verantwortlichen großen Wert auf eine detailgetreue Rekonstruktion der damaligen Ära legen – atmosphärisch und ästhetisch lässt sich der Spirit des Originals förmlich fühlen.

Bemerkenswert ist zudem, dass Sylvester Stallone (anders, als es bei vielen anderen Biopics üblich ist) nicht selbst an der Produktion beteiligt war. Gerade sein Fehlen könnte "I Play Rocky" letztlich eine besondere Würde verleihen: Keine nachträgliche Selbstbeweihräucherung, sondern eine liebevolle Hommage an eine außergewöhnliche Geschichte über Beharrlichkeit, Selbstvertrauen und den Glauben an die eigene Idee.

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