Gesteinsindustrie protestiert
Vor dem Reichstag: Frachtschiff versperrt die Spree

| Redaktion 
| 24.06.2026

Was man beim Betrachten der bloßen Schlagzeile für ein hitzebedingtes Missgeschick beim Manövrieren halten könnte, war tatsächlich eine im Vorfeld angekündigte Protestaktion der deutschen Gesteinsindustrie. Mittels eines 80 Meter langen Frachtschiff sollte auf die Bedeutung der Rohstoffsicherung hingewiesen werden, die die Regierung aus Sicht der Branche vernachlässigt.

Während Volksvertreter in Berlin diese Woche insbesondere über die Zukunftsfähigkeit der Rente diskutieren, stehen im Bundestag ebenso Beratungen über das Infrastruktur-Zukunftsgesetz sowie die Baugesetzbuch-Novelle mit Änderungen im Raumordnungsrecht an.

Diesen Anlass hat die deutsche Gesteinsindustrie am Mittwoch genutzt, um im Berliner Regierungsviertel auf die Bedeutung heimischer Bodenschätze aufmerksam zu machen, da sie "die unverzichtbaren heimischen Baurohstoffe" in den aktuellen Gesetzesvorhaben nicht ausreichend berücksichtigt sieht.

Mittelpunkt der ungewöhnlichen Protestaktion war ein rund 80 Meter langes, mit Sand beladenes Frachtschiff, das vor dem Reichstagsgebäude auch Banner mit Botschaften wie "Was nützt das Sondervermögen ohne Gesteinsrohstoffe?" oder "Kies, Sand, Schotter und Splitt stecken im Genehmigungsstau" an Bord hatten.

MIRO verweist auf fundamentale Rohstoff-Bedeutung

An der Demonstration haben sich Unternehmen und Verbände aus unterschiedlichsten Teilen Regionen Deutschlands zusammengefunden, worin die Initiatoren vom Bundesverband Mineralische Rohstoffe e.V. (MIRO) einen Beleg für die bundesweite Bedeutung des Themas sehen.

In diesem Zusammenhang erinnern die Branchenvertreter daran, wie elementar die ausreichende Versorgung mit Rohstoffen für verschiedenste Wirtschaftszweige ist.

"Wer mehr bauen will, muss auch die Kies- und Gesteinslagerstätten im Raumordnungsgesetz sichern. Wer Infrastrukturbau und -sanierung beschleunigen will, muss auch die Genehmigungsverfahren für Kiesgruben und Steinbrüche beschleunigen", formulierte es MIRO-Präsident Christian Strunk am Mittwoch vor Ort.

Kompakt zusammengefasst fordert die Gesteinsindustrie…

  • die vorsorgende Sicherung von Lagerstätten für mineralische Rohstoffe
  • die Gleichstellung von Rohstoffgewinnung und -aufbereitung mit anderen Infrastruktur- und Energievorhaben
  • die ausdrückliche Anerkennung der Rohstoffgewinnung als "überragendes öffentliches Interesse" im Raumordnungsrecht
  • eine deutliche Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren für Kiesgruben und Steinbrüche
  • den Abbau bürokratischer Hürden, um die langfristige Versorgung mit heimischen Baurohstoffen sicherzustellen

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