Verleihung in Berlin
Theaterpreis des Bundes: 500.000 Euro für herausragende Bühnen

| Redaktion 
| 17.04.2026

Zwischen Berlinale und Buchhandlungspreis waren staatlich geförderte Auszeichnungen im Kultursektor zuletzt ein Garant für wochenlange Debatten. Der Theaterpreis des Bundes scheint am Freitag jedoch ohne größere Störfeuer über die Bühne gegangen zu sein: Im Haus der Berliner Festspiele durften sich insgesamt fünf ausgewählte Einrichtungen über hochdotierte Anerkennung freuen.

Freitagabend zeigte sich der Staat in bester Auszeichnungslaune: Im Berliner Hotel Adlon Kempinski eröffnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum letzten Mal den 73. Bundespresseball, während Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nur ein paar Kilometer weiter den Theaterpreis des Bundes vergab.

Dieser wurde 2015 ins Leben gerufen und seinerzeit als Ermutigungspreis für kleine und mittlere Theater initiiert. Allerdings hat er im letzten Jahr eine inhaltliche Neuausrichtung in Richtung Innovationspreis erfahren, sodass sich seitdem alle Theatereinrichtungen in Deutschland (seien es Stadt- und Staatstheater, Landesbühnen, Privattheater, Gastspielhäuser oder auch freie Produktionshäuser) bewerben können.

Identität, Gemeinschaft und Debatten

"Der Theaterpreis des Bundes würdigt Institutionen und Ensembles, die durch ihre Programme Identität stiften, Gemeinschaften stärken und Debatten anstoßen", formuliert es Dr. Wolfram Weimer selbst.

"Der Preis steht für eine breite Anerkennung der Darstellenden Künste im ganzen Land – von der freien Szene bis zu etablierten Bühnen. Er macht sichtbar, was Theater ausmacht: Vielfalt, Mut und die Fähigkeit, gesellschaftliche Gegenwart künstlerisch zu interpretieren", so Weimer weiter.

Am 17. April 2026 wurde die mit insgesamt einer halben Million Euro dotierte Auszeichnung erstmals im unmittelbaren Vorfeld des Berliner Theatertreffens im Haus der Berliner Festspiele verliehen. Prämiert wurden vor etwa 1000 Gästen:

  • Kategorie: Theaterpreis des Bundes
    Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste in Dresden

    Intendantin Carena Schlewitt nahm den mit 200.000 Euro dotierten Hauptpreis entgegen, der der weiteren Programmarbeit und der Verbesserung der künstlerischen Produktionsbedingungen zugutekommen soll.

    "Als zentraler Produktions-, Residenz- und Gastspielort der Freien Darstellenden Künste im Osten Deutschlands verbindet es regionale Verankerung mit internationalen Perspektiven und stellt sich immer wieder entschlossen ins Verhältnis zu seinem gesellschaftlichen Umfeld", heißt es aus der Begründung der Jury.

  • Kategorie: Stadt-, Staats­theater und Landesbühnen
    Theater Oberhausen

    "Das Theater Oberhausen unter Intendanz von Kathrin Mädler zeigt beispielhaft, wie ein Stadttheater zeitgemäß aufgestellt sein kann: strukturell innovativ, ästhetisch auf der Höhe der Zeit und zugleich offen für neue Impulse, internationale Kooperation, Teilhabeformate und Publikumsentwicklungen", befindet die Jury. Dotiert mit 100.000 Euro.

  • Kategorie: Privattheater und Gastspielhäuser
    Theater Lindenhof

    Zur ebenfalls mit 100.000 Euro ausgestatteten Einrichtung in Melchingen sagt die Jury: "Als regional verwurzeltes Haus verbindet es poetisches Volkstheater mit gesellschaftlicher Relevanz und starker Bildungsarbeit. Mit eigenständigen Bearbeitungen und mobiler Präsenz zeigt es beispielhaft, wie Theater im ländlichen Raum wirkt."

Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer empfing die herausragenden Kulturschaffenden am Freitag in Berlin (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)
Kulturstaatsminister Dr. Wolfram Weimer empfing die herausragenden Kulturschaffenden am Freitag in Berlin (Bild: Brauer Photos / O. Walterscheid)

  • Kategorie: Freie Produktionshäuser
    stellwerk junges theater

    "Als Möglichkeitsraum für junges, selbstorganisiertes und zeitgenössisches Theater stärkt es Identifikation, Selbstwirksamkeit und neue künstlerische Handschriften. Mit inklusiven Projekten und starker Bildungsarbeit setzt das Haus bundesweit Maßstäbe", lobt die Jury zur ebenfalls mit 100.000 Euro dotierten Preisvergabe an das Theater aus Weimar.

  • Neben den Preisen der Bundesregierung verlieh der Fonds Darstellende Künste zum 17. Mal den Tabori Preis, mit dem "die Freien Darstellenden Künste als weitere wichtige Säule der Theaterlandschaft im Bundesgebiet sichtbar" gemacht werden sollen. Anerkennung und 100.000 Euro werden diesmal raumlaborberlin zuteil.

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