Entlastungsprämie
Sarna Röser kritisiert Krisenbonus – "Berlin hat den Knall nicht gehört"

| Redaktion 
| 15.04.2026

Die von CDU, CSU und SPD geplante steuerfreie "Entlastungsprämie“ von bis zu 1.000 Euro sorgt für Kritik aus der Wirtschaft. Unternehmerin Sarna Röser äußert sich im Interview mit WELT TV deutlich. Sie sieht in der Maßnahme keine echte Entlastung, sondern eine Verlagerung politischer Verantwortung auf Unternehmen. Gleichzeitig verweist sie auf eine angespannte wirtschaftliche Lage mit steigenden Insolvenzen und wachsendem Druck auf Betriebe.

Die Bundesregierung plant für 2026 eine freiwillige steuerfreie Prämie für Beschäftigte. Arbeitgeber sollen bis zu 1.000 Euro auszahlen können. Während die Maßnahme als Entlastung gedacht ist, stößt sie bei Teilen der Wirtschaft auf Ablehnung. Besonders deutlich positioniert sich Unternehmerin Sarna Röser bei WELT TV, die die Initiative als unzureichend und fehlgeleitet bewertet.

Kritik am Krisenbonus

Röser stellt die Wirksamkeit der geplanten Prämie grundsätzlich infrage. "Da wacht man heute Morgen auf und ist immer noch am Kopfschütteln", sagte sie im Interview. Angesichts der wirtschaftlichen Lage sei die Maßnahme realitätsfern.

Sie verweist auf eine hohe Zahl an Unternehmensinsolvenzen und beschreibt die Situation vieler Betriebe als existenziell. "Alle 20 Minuten" melde ein Unternehmen Insolvenz an, so Röser. In dieser Lage sei es problematisch, zusätzliche freiwillige Leistungen von Arbeitgebern zu erwarten.

Besonders kritisch bewertet sie die politische Kommunikation: „Das ist keine Entlastung. Das ist eine Frechheit.“ Aus ihrer Sicht werde Verantwortung von der Politik auf Unternehmen verlagert, während strukturelle Probleme ungelöst bleiben.

Wirtschaft unter Druck

Die Reaktionen aus der Unternehmerschaft beschreibt Röser als geprägt von Frust und Unverständnis. Als zentrale Belastungsfaktoren nennt sie hohe Energiepreise, Bürokratie sowie eine im internationalen Vergleich hohe Steuer- und Abgabenquote.

Das wirtschaftliche Umfeld sei bereits angespannt, das "Fundament" der Wirtschaft bröckele. Zusätzliche Maßnahmen wie der Krisenbonus würden diese Situation nicht verbessern, sondern könnten den Druck weiter erhöhen.

Röser fordert stattdessen strukturelle Reformen. Dazu zählen eine dauerhafte Senkung der Energiesteuer, die Abschaffung der CO₂-Abgabe sowie niedrigere Unternehmenssteuern. Diese Maßnahmen sollen Unternehmen mehr finanziellen Spielraum verschaffen.

Gefährdete Wettbewerbsfähigkeit?

Auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sieht Röser kritisch. Sie verweist auf wirtschaftspolitische Strategien anderer Länder, die gezielt Investitionen fördern und klare Wachstumsziele verfolgen.

In Ländern wie Indien, Saudi-Arabien oder Vietnam werde aktiv um Unternehmen geworben. Deutschland hingegen fehle es aus ihrer Sicht an klaren wirtschaftspolitischen Leitlinien. Dies könne langfristig zu Standortnachteilen führen.

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