Entlastungspaket beschlossen
Koalition senkt Spritsteuer und ermöglicht 1.000-Euro-Bonus für Beschäftigte

| Redaktion 
| 13.04.2026

Die Bundesregierung reagiert auf die anhaltend hohen Energie- und Mobilitätskosten mit einem umfassenden Maßnahmenpaket. Im Fokus stehen sinkende Spritpreise sowie eine steuerfreie Bonuszahlung für Beschäftigte. Die Beschlüsse sollen kurzfristig entlasten und richten sich sowohl an private Haushalte als auch an Unternehmen.

Nach Beratungen im Koalitionsausschuss haben sich CDU, CSU und SPD auf mehrere Schritte zur Dämpfung der Energiepreise verständigt. Ziel ist es, die finanzielle Belastung durch hohe Kraftstoffkosten zu reduzieren und zusätzliche Spielräume für Arbeitnehmer:innen zu schaffen. Wie tagesschau.de berichtet, wurden die Maßnahmen nach nächtlichen Verhandlungen in Berlin beschlossen.

Spritsteuer sinkt befristet

Zentraler Bestandteil des Pakets ist die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Für einen Zeitraum von zwei Monaten soll der Preis an den Zapfsäulen um rund 17 Cent brutto pro Liter reduziert werden.

Erst kürzlich hatte der Bundestag zudem eine neue Preisregel für Tankstellen beschlossen, wonach Benzin- und Dieselpreise nur noch einmal täglich erhöht werden dürfen. Die Koalition erwartet, dass die Mineralölwirtschaft die Entlastung vollständig an Verbraucher:innen weitergibt.

Insgesamt sollen Haushalte und Unternehmen bei den Kraftstoffkosten um rund 1,6 Milliarden Euro entlastet werden.

Steuerfreier Bonus für Beschäftigte

Zusätzlich plant die Koalition eine steuer- und abgabenfreie "Entlastungsprämie" von bis zu 1.000 Euro. Arbeitgeber sollen diese im Jahr 2026 flexibel an ihre Mitarbeiter:innen auszahlen können.

Die Maßnahme richtet sich insbesondere an Beschäftigte, die durch steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten unter Druck stehen. Unternehmen erhalten damit ein Instrument, um finanzielle Belastungen gezielt abzufedern.

Erste Unternehmen reagieren: Rossmann kündigt Soforthilfe an

Kaum beschlossen, setzt mit Rossmann bereits eines der ersten großen Unternehmen die angekündigte Entlastungsprämie konkret um. Der Drogeriekonzern plant, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine steuer- und abgabenfreie Sonderzahlung zu gewähren.

Sobald die gesetzliche Grundlage rechtskräftig ist, soll eine Soforthilfe von bis zu 500 Euro ausgezahlt werden, Verkaufshilfen erhalten 250 Euro.

Raoul Roßmann, Sprecher der Geschäftsführung, erklärt:
"Wir sind der Bundesregierung dankbar für diese kluge und weitsichtige Entscheidung. Die Erfahrung hat uns recht gegeben: Dieses Instrument wirkt. Das ist die beste Investition in die Kaufkraft und in die Anerkennung der Leistung, die unseren Erfolg erst möglich macht."

Bereits in der Vergangenheit hatte sich das Unternehmen für ein solches Modell eingesetzt und die Inflationsausgleichsprämie bis Ende 2024 vollständig ausgeschöpft.

Flankierend erhöht Rossmann zudem den Zuschuss zum Deutschlandticket als Jobticket sowie zur Gesundheitsförderung via Hansefit von bislang 25 auf nun 50 Prozent.

Gegenfinanzierung und weitere Schritte

Zur Gegenfinanzierung der Entlastungen ist eine vorgezogene Erhöhung der Tabaksteuer vorgesehen. Parallel begrüßt die Koalition Überlegungen auf EU-Ebene, zusätzliche Maßnahmen gegenüber der Mineralölwirtschaft zu prüfen. Diskutiert werden unter anderem kartell- oder steuerrechtliche Instrumente sowie eine mögliche Übergewinnsteuer.

Die Kombination aus kurzfristiger Entlastung und möglichen strukturellen Eingriffen soll sicherstellen, dass die Maßnahmen ihre Wirkung entfalten und nicht durch Marktmechanismen abgeschwächt werden.

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