Expeditions-Truck getauft
Hamburger Aussteiger tauschen Wohnung gegen Dirty Dancer

| Redaktion 
| 13.04.2026

Zwischen Van-Life und Tiny House wählen Julia und Ole Andresen einen eigenen Weg: Mit einem individuell ausgebauten LKW verabschiedet sich das Hamburger Paar vom klassischen Wohnmodell und startet in ein Leben, das Mobilität und Selbstständigkeit in den Mittelpunkt stellt.

Feste Arbeitszeiten, Miete zahlen, lähmende Routine – viele Menschen träumen zumindest ab und an davon, ihren gewohnten Alltag hinter sich zu lassen. In die Tat umgesetzt wird die Vision in den seltensten Fällen, schließlich erfordert es trotz grandioser Träume gewisse Überwindung, sowohl soziale Sicherheit als auch bewährte Strukturen und das gewohnte persönliche Umfeld hinter sich zu lassen.

Manche geben sich dabei dem Van-Life hin, während andere auf ein bei Bedarf transportierbares Tiny House setzen, um sich ein selbstständigeres Leben zu ermöglichen.

Julia und Ole Andresen pendeln sich irgendwo dazwischen ein: Das Hamburger Paar hat seine Wohnung verkauft, um künftig vollständig in einem maßgefertigten Expeditions-Truck zu leben.

Fahrbares Tiny House feierlich getauft

Schließlich geht das entstandene Gefährt, das auf einem MAN TGS basiert, beim besten Willen nicht als einfacher Van durch: Dusche, Toilette oder eine Küche mit Backofen, Mikrowelle und Kühlschrank liefern wichtige Lebensgrundlagen, während die dafür notwendige Energie auch durch Solarpaneele auf dem Dach generiert wird – im Wesentlichen handelt es sich um ein direkt fahrbares Tiny House.

Kati Schubert und Ole Andresen bei der Taufe von Dirty Dancer (Bild: Brauer Photos / H. Ross)

Vergangenen Samstag haben die Andresens ihren mobilen Wohnsitz feierlich getauft: Am Museumshafen in Hamburg-Övelgönne sorgte Kati Schubert, die erste Hamburger Bierkönigin, für die stilecht an der Außenseite zerschellende Sektflasche, um Dirty Dancer als Namen zu besiegeln.

Die Außenhaut des Vehikels wurde von der Künstlerin Jeannine Platz mit Kalligrafie und Vokabeln wie "Himmel, Frieden, Liebe" verziert, wodurch Gespräche und Austausch mit anderen Reisenden angeregt werden soll.

Heilsame Klänge auf Weltreise

Das Paar lebt seit längerer Zeit von Musik und will anstehende Trips durch den Verkauf der Wohnung, Auftritte, Online-Kurse und spontane Konzerte finanzieren. Während Julia Andresen als Sängerin und Songwriterin unter dem Namen Julilea auftritt, organisiert ihr Mann Auftritte und war zuvor in der Immobilienbranche tätig.

Die Andresens mit Jeannine Platz, die den Truck mitgestaltet hat (Bild: Brauer Photos / H. Ross)
Die Andresens mit Jeannine Platz, die den Truck mitgestaltet hat

Darüber hinaus praktiziert Julia Andresen sogenanntes Soundhealing: Dabei werden Stimme und Klänge gezielt eingesetzt, um Entspannung und innere Ausgeglichenheit zu fördern. Entsprechende Angebote sollen ebenfalls Teil der Zukunft sein, sodass der Dirty Dancer nicht nur als Zuhause, sondern auch als flexible Bühne dient.

Die Reise selbst startet im Mai; für den Sommer sind Frankreich und England angedacht, später geht es möglicherweise nach Marokko. Ein Traumziel ist Weihnachten in Namibia, doch letztlich sollen logistische Entscheidungen (neben der Sonne) von der politischen Lage und beruflichen Verpflichtungen abhängig gemacht werden – ganz wird man diese scheinbar nie wirklich los. Mit von der Partie ist der gemeinsame Hund Skipper.

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