Bitkom-Befragung
Zwei Handys pro Kopf: Deutschlands ungenutzter Rohstoffschatz

| Redaktion 
| 15.04.2026

Schlummern Gold, Silber, Kupfer und Seltene Erden irgendwo in ihrer Schublade? Einer aktuellen Bitkom-Untersuchung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – schließlich entfallen auf jeden Einwohner in Deutschland ziemlich genau zwei Smartphones oder Handys, die ungenutzt aufbewahrt werden. Um wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten, gibt der Digitalverband Tipps zur sachgemäßen Entsorgung.

Bei manchen ist es eine Schublade, andere nutzen Aufbewahrungsboxen oder einfach nur Kartons: In irgendeiner Form ist die berühmte "Technikkiste" jedoch in fast jedem Haushalt zu finden. Darin lagern für gewöhnlich Kabel, Adapter, Kopfhörer, kaum mehr zuzuordnende Einzelteile längst vergessener Gerätschaften – und immer wieder auch alte Smartphones und Handys.

Doch was genau heißt "immer wieder" in diesem Fall? Dieser Frage ist der Digitalverband Bitkom nachgegangen, indem eine repräsentative Umfrage mit 1004 Personen mit Menschen ab 16 Jahren aus Deutschland durchgeführt wurde.

Größte Kennzahl: Rund 167 Millionen außer Dienst gestellte Kommunikationsgeräte befinden sich weiterhin in den Haushalten der Bundesrepublik. In Anbetracht von zuletzt etwa 83,5 Millionen Einwohnern entspricht das relativ genau zwei Handys oder Smartphones pro Kopf.

Wertvolle Rohstoffe bleiben ungenutzt

Bis Ende 2022 war die Zahl entsprechender Geräte auf bis zu 210 Millionen hochgegangen, sodass Bitkom die aktuelle Entwicklung positiv bewertet.

"Es ist ein gutes Zeichen, dass die Zahl der gehorteten Alt-Handys zurückgeht. Aber noch immer liegen in deutschen Haushalten enorme Mengen wertvoller Rohstoffe ungenutzt herum", kommentiert Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Alte Smartphones enthalten unter anderem Gold, Silber, Kupfer und Seltene Erden. Diese Rohstoffe sollten im Kreislauf gehalten werden."

Der Befragung zufolge sind Faulheit oder Vergesslichkeit keine nennenswerten Treiber dieser nach wie vor beträchtlichen Anzahl. Stattdessen argumentieren 48 Prozent mit dem klassischen "Man könnte es ja nochmal gebrauchen"-Ansatz, während sich 25 Prozent aus emotionaler Verbundenheit nicht von ihrem alten Smartphone oder Handy trennen wollen - bei unter 30-jährigen ist das mit 30 Prozent überdurchschnittlich oft der Fall. Angst um ihre alten Daten in falschen Händen haben 28 Prozent.

Tipps zur Entsorgung von Altgeräten

"Viele Altgeräte sind noch funktionsfähig oder können aufbereitet werden. Wer sie nicht mehr nutzt, sollte deshalb prüfen, ob sie weiterverkauft, verschenkt, gespendet oder professionell refurbished werden können", schildert Rohleder. "Und wenn ein Gerät endgültig ausgedient hat, muss es fachgerecht entsorgt werden - aber auf keinen Fall im Hausmüll."

Ein Aspekt, an dem es vielerorts noch hapert: 19 Prozent der Befragten sagen, dass sie "keine Zeit für die Entsorgung oder Weitergabe" haben, während insgesamt elf Prozent nicht wirklich wissen, wo man Altgeräte abgeben kann. Bei den über 65-Jährigen trifft das sogar auf 16 Prozent zu.

Um den Prozess zu erleichtern, hat Bitkom folgende (hier im Original weitergegebene) Tipps:

  • Kommunale Sammelstellen und Wertstoffhöfe nutzen
    Elektro- und Elektronik-Altgeräte müssen an berechtigte Sammelstellen abgegeben werden. Dazu zählen insbesondere kommunale Sammelstellen und Wertstoffhöfe.

  • Rückgabe im Handel nutzen
    Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Händler zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet. Das gilt für große Elektrohändler ebenso wie für große Supermärkte und Discounter, wenn sie regelmäßig Elektrogeräte anbieten. Kleine Geräte wie Smartphones können dort in der Regel auch ohne Neukauf zurückgegeben werden.

  • Auf das neue Rücknahme-Logo achten
    Kundinnen und Kunden sollen Rückgabestellen im Handel künftig leichter erkennen können: Dafür muss im Eingangsbereich das bundeseinheitliche Sammelstellenlogo für die Rücknahme von Elektrogeräten angebracht werden.

  • Auch Online-Händler und Hersteller bieten Rückgabemöglichkeiten
    Auch Online-Händler sind zur Rücknahme verpflichtet und müssen Rückgabemöglichkeiten in zumutbarer Entfernung schaffen. Viele Hersteller bieten ebenfalls Rücknahmesysteme an.

  • Persönliche Daten vor der Abgabe löschen
    Achtung: Vor jeder Weitergabe oder Entsorgung sollten alle persönlichen Daten vollständig entfernt, das Gerät auf Werkseinstellungen zurückgesetzt sowie SIM- und Speicherkarten entnommen werden.

  • Funktionsfähige Geräte möglichst weiterverwenden
    Noch funktionierende Smartphones sollten nach Möglichkeit privat oder an Anbieter von Refurbished-IT weiterverkauft, verschenkt oder gespendet werden.

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