Ex-EZB-Chef erhält höchste EU-Ehrung
Mario Draghi mit Karlspreis 2026 ausgezeichnet

| Redaktion 
| 18.01.2026

Er gilt als Architekt der Euro-Stabilität und strategischer Vordenker Europas: Mario Draghi wurde mit dem Internationalen Karlspreis 2026 ausgezeichnet. Die Jury ehrte nicht nur sein politisches Lebenswerk, sondern vor allem seine aktuellen wirtschaftspolitischen Impulse für ein souveränes und wettbewerbsfähiges Europa.

Mario Draghi wurde mit dem Internationalen Karlspreis 2026 ausgezeichnet. Das Direktorium würdigte damit seine außergewöhnlichen Verdienste um die wirtschaftliche Stärkung Europas – insbesondere in Zeiten tiefgreifender geopolitischer und ökonomischer Umbrüche. Draghis Wirken als EZB-Präsident, italienischer Regierungschef und strategischer Berater der EU stand sinnbildlich für die Idee eines vereinten und resilienten Europas – und für eine Politik, die sich konsequent für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der EU einsetzt.

Pressekonferenz zur Preisvergabe

Am 17. Januar 2026 gab das Direktorium der Karlspreisstiftung im Aachener Rathaus bekannt, dass Mario Draghi mit dem Internationalen Karlspreis 2026 ausgezeichnet wurde.
Armin Laschet, Präsident der Stiftung, würdigte Draghi in seiner Ansprache als "Brückenbauer, Visionär und entscheidenden Impulsgeber für Europas wirtschaftliche Souveränität". Die Preisvergabe sei ein Signal für mehr strategisches Denken und Entschlossenheit in Zeiten globaler Umbrüche gewesen – so lautet auch die offizielle Begründung für den Karlspreis 2026 an Mario Draghi, die auf seinen wirtschaftspolitischen Weitblick und seine Rolle als Ex-EZB-Chef verweist.

"Whatever it takes" – Draghis Vermächtnis

Kaum eine Figur hat die europäische Wirtschaftspolitik der letzten zwei Jahrzehnte so geprägt wie Mario Draghi. Als Präsident der Europäischen Zentralbank (2011–2019) stabilisierte er die Eurozone in der Schuldenkrise – mit dem mittlerweile historischen Satz:
"Whatever it takes."

Die Folgen? Eine geldpolitische Kehrtwende, neue EZB-Instrumente – und ein entscheidender Beitrag zur Rettung des Euro. Die Karlspreis-Jury würdigte Draghis "historische Verdienste um die Festigung und Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion".

Impulsgeber für Europas Wirtschaftskraft

Auch nach seiner EZB-Zeit blieb Draghi eine zentrale Stimme im europäischen Diskurs. Sein vielbeachteter Draghi-Report 2024 formulierte eine strategische Agenda zur Stärkung der EU-Wirtschaft, mit klaren Empfehlungen zur Förderung von Investitionen, Innovation und Handlungsfähigkeit. Eine offizielle Zusammenfassung des Berichts bietet das Bundeswirtschaftsministerium auf seiner Website.

In einer vielbeachteten Rede 2025 in Rimini warnte Draghi eindringlich vor europäischer Selbstzufriedenheit:

"Diese neue Welt ist uns nicht wohlgesonnen. […] Die Europäer müssen wieder zu einheitlichem Handeln finden – jetzt, solange wir noch die Macht haben, unsere Zukunft zu gestalten."

Das Direktorium betonte in seiner Begründung, dass Draghis Analyse die wirtschaftliche Basis für Europas strategische Unabhängigkeit liefere – insbesondere in Fragen der Verteidigung, Technologie und Rohstoffsicherheit.

Reformen, Stabilität und europäische Souveränität

Mario Draghi, Jahrgang 1947, blickt auf eine beispiellose Karriere zurück: Weltbank, Schatzministerium, Goldman Sachs, Zentralbank Italiens, EZB – und schließlich ab 2021 italienischer Ministerpräsident. In dieser Funktion gelang es ihm inmitten der Pandemie, Italien wirtschaftlich zu stabilisieren und mit ambitionierten Investitionsprogrammen die Voraussetzungen für Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu schaffen.

Dabei setzte er nicht auf Parteitaktik, sondern auf technokratische Effizienz und europäische Zusammenarbeit – etwa im Schulterschluss mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Seine pragmatische Regierungsführung führte nicht nur zu steigender Impfquote und wirtschaftlichem Aufschwung, sondern auch zu einem Stimmungswandel im Land.

Heute gilt Draghi als gefragter Berater auf EU-Ebene und Impulsgeber für eine strategisch orientierte Wirtschaftspolitik. Der Karlspreis 2026 war daher mehr als ein Rückblick – er war ein politisches Signal: Europa braucht wirtschaftliche Stärke als Grundlage für Handlungsfähigkeit und Souveränität.

Der Karlspreis im Überblick

Name: Internationaler Karlspreis zu Aachen
Seit: 1950 jährlich vergeben
Verliehen von: Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen
Ort: Krönungssaal des Aachener Rathauses
Ziel: Auszeichnung für besondere Verdienste um die europäische Einigung
Bekannte Preisträger: Winston Churchill, Angela Merkel, Emmanuel Macron, Papst Franziskus
Preisträger 2026: Mario Draghi
Begründung: Für seine Rolle in der Euro-Rettung, seinen Einsatz für wirtschaftliche Souveränität Europas und den Draghi-Report 2024
Website: www.karlspreis.de

Kommentar veröffentlichen

* Pflichtfelder.

Der Karlspreis im Überblick

Name: Internationaler Karlspreis zu Aachen
Seit: 1950 jährlich vergeben
Verliehen von: Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen
Ort: Krönungssaal des Aachener Rathauses
Ziel: Auszeichnung für besondere Verdienste um die europäische Einigung
Bekannte Preisträger: Winston Churchill, Angela Merkel, Emmanuel Macron, Papst Franziskus
Preisträger 2026: Mario Draghi
Begründung: Für seine Rolle in der Euro-Rettung, seinen Einsatz für wirtschaftliche Souveränität Europas und den Draghi-Report 2024
Website: www.karlspreis.de

leadersnet.TV