Immobilienkonzerne rücken zusammen
Grand City Properties steigt mit 20 % bei LEG ein

| Redaktion 
| 21.10.2026

Grand City Properties beteiligt sich mit 20,04 Prozent an LEG Immobilien und baut damit seine Position auf dem deutschen Wohnungsmarkt aus. Der Luxemburger Immobilienkonzern erwartet von dem Investment einen deutlichen Beitrag zum operativen Ergebnis. Die Beteiligung könnte zudem noch wachsen. Bei den Stimmrechten hat allerdings zunächst das Bundeskartellamt mitzureden.

Grand City Properties hat sich mit 20,04 Prozent an der LEG Immobilien SE beteiligt. Für den Erwerb weiterer LEG-Aktien schloss der Luxemburger Wohnimmobilienkonzern Vereinbarungen mit Finanzintermediären. Zusammen mit bereits gehaltenen Anteilen ergibt sich die nun gemeldete Beteiligung.

Der Einstieg ist vor allem wegen seiner Größenordnung bemerkenswert. LEG Immobilien zählt zu den größten deutschen Wohnungsunternehmen und verfügt über umfangreiche Bestände mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen. Auch Grand City Properties ist in mehreren dieser Märkte tätig. Die Beteiligung verschafft dem Konzern damit ein zusätzliches finanzielles Engagement in einem bereits vertrauten Markt.

Beteiligung an LEG Immobilien könnte wachsen

Die aktuelle Beteiligung muss nicht die endgültige Höhe bleiben. Grand City Properties behält sich ausdrücklich vor, den Anteil an LEG Immobilien auf bis zu 29,9 Prozent aufzustocken. Ebenso könnte das Unternehmen seine Position kurzfristig deutlich reduzieren oder Aktien vollständig verkaufen.

Damit lässt der Konzern offen, wie langfristig er die Beteiligung halten will. In seiner Mitteilung bezeichnet Grand City Properties den Einstieg als Finanzinvestition. Eine Fusion oder vollständige Übernahme wurde nicht angekündigt.

Die Beteiligung verstärkt das Engagement von Grand City Properties auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt. Für die Bewertung großer Immobilienbestände sind auch die Entwicklung der Wohnungspreise und der Sanierungsbedarf in Deutschland relevant.

Grand City Properties erwartet höheres Ergebnis

Aus finanzieller Sicht verbindet Grand City Properties mit dem Einstieg konkrete Erwartungen. Nach eigenen Angaben liegt die FFO-I-Rendite der Beteiligung bei mehr als 13 Prozent. Der Konzern rechnet auf anteiliger Basis mit einem Anstieg des FFO I um rund 30 Prozent.

FFO steht für "Funds from Operations“ und ist eine wichtige Kennzahl für das laufende operative Ergebnis von Immobilienunternehmen. Die genannten 30 Prozent sind eine Prognose von Grand City Properties und kein bereits erzielter Ergebnisanstieg.

Den auf die erworbenen Anteile entfallenden Buchwert des LEG-Eigenkapitals beziffert das Unternehmen auf rund 1,8 Milliarden Euro. Einen konkreten Kaufpreis nennt die Mitteilung nicht. Buchwert und tatsächlich gezahlter Preis sind daher nicht gleichzusetzen.

Grand City Properties verweist zudem auf einen möglichen einmaligen Buchgewinn, der unter bestimmten Voraussetzungen nach den internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS entstehen könnte. Ein solcher Effekt wäre nicht zahlungswirksam.

Bundeskartellamt muss Stimmrechte freigeben

Für die Ausübung der mit den Aktien verbundenen Stimmrechte steht noch eine kartellrechtliche Freigabe aus. Bis zur entsprechenden Entscheidung des Bundeskartellamts will Grand City Properties diese Rechte nicht ausüben.

Auch die Finanzierung spielt bei der Bewertung des Einstiegs eine Rolle. Das Unternehmen erklärt, die Investition solle innerhalb seiner Finanzierungs- und Ratingvorgaben bleiben. Der Beleihungsauslauf, das Verhältnis von Schulden zum Immobilienvermögen, soll deutlich unter der eigenen Obergrenze von 45 Prozent liegen.

Für die Immobilienbranche ist der Einstieg ein weiteres Beispiel dafür, dass große Wohnungsbestände nicht nur durch direkte Immobilienkäufe, sondern auch über Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen wirtschaftlich erschlossen werden können. Neben der Finanzierung beeinflusst auch die Entwicklung der Mietpreise in deutschen Großstädten die wirtschaftlichen Perspektiven großer Wohnungsportfolios.

Ob Grand City Properties seine LEG-Beteiligung tatsächlich weiter ausbaut, ist derzeit offen. Fest steht zunächst der Erwerb von 20,04 Prozent – und die Erwartung des Konzerns, damit sein operatives Ergebnis deutlich zu steigern.

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