Materialengpässe
Deutschlands Industrie fehlen wieder mehr Vorprodukte

Mehr Industrieunternehmen melden fehlende Vorprodukte. Besonders betroffen sind Elektronik- und Optikhersteller, auch in der Chemie verschärft sich die Lage. Andere Branchen verzeichnen dagegen Entspannung.

Deutschlands Industrie bekommt die Materialversorgung wieder stärker zu spüren. Im September berichteten 14,6 Prozent der Unternehmen von fehlenden Vorprodukten, nach 13,3 Prozent im August. Das zeigt die am heutigen Montag veröffentlichte Konjunkturumfrage des ifo-Instituts. Einen flächendeckenden Anstieg der Lieferengpässe sehen die Wirtschaftsforscher allerdings nicht.

Wenn die Nachfrage auf Materialmangel trifft

Besonders angespannt ist die Lage bei Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen: Hier stieg der Anteil betroffener Unternehmen von 33,2 auf 37,8 Prozent. Damit fehlen mehr als jedem dritten Betrieb Vorprodukte.

"Gerade in Teilen der Elektroindustrie trifft eine kräftige Nachfrage auf eine angespannte Materialversorgung", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Fehlendes Material könnte dort zunehmend die Produktion begrenzen.

Chemie unter Druck, Metallbranche entlastet

In der Chemieindustrie nahm der Anteil der Unternehmen mit Materialengpässen von 12,5 auf 18 Prozent zu. Im Maschinenbau fiel der Anstieg von 14,9 auf 16,3 Prozent moderater aus.

Eine deutliche Verbesserung meldet dagegen die Metallerzeugung und -bearbeitung: Dort sank der Anteil von 21,1 auf 14,2 Prozent. Auch bei elektrischen Ausrüstungen ging er zurück, bleibt mit 27,4 Prozent jedoch hoch. Die Automobilindustrie verzeichnete mit 8,9 Prozent eine nahezu unveränderte Versorgungslage.

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