Der Deutschlandtourismus setzt seinen Wachstumskurs fort. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichneten die deutschen Beherbergungsbetriebe im Jahr 2025 insgesamt 497,5 Millionen Gästeübernachtungen. Das entsprach einem Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2024.
Auch 2026 zeigt sich eine hohe Nachfrage. Von Januar bis Juli registrierten Hotels, Pensionen, Ferienunterkünfte und weitere erfasste Beherbergungsbetriebe insgesamt 282,1 Millionen Übernachtungen. Damit wurde laut Destatis ein neuer Höchstwert für diesen Zeitraum erreicht. Allein im Juli stieg die Zahl der Übernachtungen gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2 Prozent auf 58,4 Millionen.
Für die Tourismuswirtschaft ist die Entwicklung relevant. Die Nachfrage betrifft nicht nur große Städte und bekannte Ferienorte. Auch ländliche Regionen bieten touristische Leistungen an, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Im Herbst gewinnen dabei Weinbaugebiete, Mittelgebirge, Nationalparks und Küstenlandschaften an Bedeutung.
Die folgenden fünf Regionen sind keine Rangliste nach Besucherzahlen. Sie stehen vielmehr für unterschiedliche touristische Profile und zeigen, welche Möglichkeiten der Herbsturlaub in Deutschland bietet.
Mosel: Weinlese als Wirtschaftsfaktor
Die Mosel verbindet eine markante Kulturlandschaft mit einer touristischen Infrastruktur rund um Wein, Gastronomie und Übernachtungen. Zwischen Koblenz und Trier prägen steile Weinberge, historische Ortskerne und der Fluss das Bild.

Besonders im Herbst erhält die Region durch die Weinlese ein klares saisonales Profil. Orte wie Cochem und Bernkastel-Kues bieten Ausgangspunkte für Ausflüge zu Weingütern und Wanderungen. Am Calmont bei Bremm, einem der bekanntesten Steilhänge der Region, eröffnet sich der Blick auf die Moselschleife.
Wirtschaftlich interessant ist die Verbindung mehrerer Branchen: Weinbau, Gastronomie, Beherbergung und Freizeitangebote sprechen teilweise dieselben Gäste an. Für Reisende bedeutet das kurze Wege zwischen Naturerlebnis und regionaler Kulinarik.
Das offizielle Tourismusportal der Mosel informiert über Weinveranstaltungen, Wanderwege und Unterkünfte.
Schwarzwald: Natur, Seen und Wellness im Herbst
Der Schwarzwald zählt zu den etablierten deutschen Urlaubsregionen. Seine touristische Stärke liegt in der Verbindung von Naturerlebnissen, regionaler Küche, Aktivurlaub und Erholung. Besonders im Herbst bieten die Wälder und Seen der Region eine reizvolle Kulisse.
Am Titisee und Schluchsee gehören Bootsfahrten und Spaziergänge entlang des Wassers zum touristischen Angebot. Wenn sich die umliegenden Wälder verfärben und am Morgen Nebel über den Seen liegt, zeigt sich der Schwarzwald von einer besonders stimmungsvollen Seite. Wanderwege und Aussichtspunkte ergänzen die Möglichkeiten für einen Kurzurlaub.

Für die regionale Tourismuswirtschaft ist die Vielfalt der Angebote ein Vorteil. Neben Ausflugszielen und Wassersportangeboten sprechen Wellnesshotels, Gastronomiebetriebe und Unterkünfte unterschiedliche Gästegruppen an. Damit bietet der Schwarzwald auch außerhalb der klassischen Sommerferien Anreize für einen Aufenthalt.
Sächsische Schweiz: Felsenlandschaft zieht Aktivurlauber an
Die Sächsische Schweiz südöstlich von Dresden unterscheidet sich deutlich von klassischen Erholungsregionen. Hier prägen Sandsteinfelsen, tiefe Täler und Aussichtspunkte das Landschaftsbild.
Im Herbst entstehen durch verfärbte Wälder und morgendlichen Nebel besonders markante Eindrücke. Zu den bekannten Zielen zählt die Bastei mit ihrem Blick über das Elbtal.

Die Region steht vor allem für Wander- und Naturtourismus. Davon können neben Beherbergungsbetrieben auch Gastronomie und Anbieter touristischer Dienstleistungen profitieren. Die Nähe zu Dresden ermöglicht zudem eine Verbindung von Natur- und Städtereise.
Die Deutsche Zentrale für Tourismus nennt die Sächsische Schweiz ausdrücklich unter den Regionen, die sich für herbstliche Ausblicke über die Wälder eignen.
Rügen: Küstentourismus jenseits der Badesaison
Rügen ist vor allem für seine Ostseestrände bekannt. Doch die größte deutsche Insel bietet auch außerhalb der Badesaison touristische Anziehungspunkte. Im Herbst rücken Küstenwanderungen, Naturerlebnisse und Erholung in den Vordergrund.
Besonders eindrucksvoll ist der Nationalpark Jasmund. Dort treffen die weißen Kreidefelsen auf ausgedehnte Buchenwälder, deren Laub sich im Herbst verfärbt. Teile dieser Wälder gehören zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Das Angebot unterscheidet sich deutlich vom klassischen Strandurlaub. Spaziergänge entlang der Küste, Besuche von Ausstellungen und Ausflüge in die Natur bieten Gründe für einen Aufenthalt auch bei niedrigeren Temperaturen.
Für die regionale Tourismuswirtschaft zeigt Rügen damit, wie sich ein Reiseziel über verschiedene Jahreszeiten positionieren kann. Informationen zu Wanderwegen und Besucherangeboten bietet der Nationalpark Jasmund.
Kellerwald-Edersee: Naturtourismus in Nordhessen
Der Nationalpark Kellerwald-Edersee in Nordhessen steht für eine andere Form des Deutschlandtourismus. Statt großer Ferienanlagen prägen ausgedehnte Buchenwälder, Wanderwege und der Edersee die Region.
Besonders im Herbst entfaltet die Landschaft ihren Reiz. Die Wälder färben sich gelb und rot, während Nebel über dem See aufsteigen kann. Teile der alten Buchenwälder zählen zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Zu den bekannten Wandermöglichkeiten gehört der Urwaldsteig Edersee. Er führt durch die abwechslungsreiche Landschaft und eröffnet immer wieder Ausblicke auf das Wasser.
Touristisch verbindet die Region Naturschutz mit Freizeitangeboten und Übernachtungsmöglichkeiten im ländlichen Raum. Sie steht damit exemplarisch für Reiseziele, deren Attraktivität wesentlich auf einer intakten Naturlandschaft beruht. Einen Überblick über die Besonderheiten des Nationalparks bietet die Deutsche Zentrale für Tourismus.
Was der Tourismusrekord für die Regionen bedeutet
Die bundesweiten Rekordzahlen belegen die hohe Nachfrage nach Reisen innerhalb Deutschlands. Welche Regionen besonders stark wachsen oder wie profitabel die Betriebe wirtschaften, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.
Für Hotels, Gastronomie und touristische Dienstleister kommt es deshalb auch darauf an, mit attraktiven Angeboten Gäste außerhalb der Hauptsaison zu gewinnen. Die fünf Regionen setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte: An der Mosel verbinden sich Weinbau und Gastgewerbe, im Schwarzwald Aktivurlaub und Wellness. Die Sächsische Schweiz punktet mit ihrer Felsenlandschaft, Rügen mit Küstenerlebnissen und der Kellerwald-Edersee mit Naturtourismus. So bieten sich auch im Herbst Möglichkeiten, die touristische Saison zu verlängern.
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