Personalcoup
Disney holt Philip Pratt von Amazon zu Disney+

| Redaktion 
| 12.10.2026

Disney verpflichtet mit Philip Pratt einen langjährigen Amazon-Manager für sein Streaming-Geschäft. Der bisherige Head of Original Productions bei Amazon MGM Studios wechselt Anfang 2027 zur Walt Disney Company. Als Vice President Original Production übernimmt er die Verantwortung für sämtliche lokalen Disney+-Produktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Mit der Personalentscheidung stärkt Disney seine Führungsebene im deutschsprachigen Streaming-Markt. Pratt bringt mehr als elf Jahre Erfahrung bei Amazon mit und war dort unter anderem für erfolgreiche Prime-Video-Produktionen wie "Maxton Hall – Die Welt zwischen uns" und "LOL: Last One Laughing" verantwortlich. Sein Wechsel fällt in eine Phase, in der Disney die Produktion internationaler Originalserien deutlich ausbauen will.

Philip Pratt übernimmt Disney+-Originals in DACH

In seiner neuen Funktion verantwortet Philip Pratt künftig die Entwicklung und Umsetzung lokaler Originalproduktionen für Disney+ in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er berichtet direkt an Angela Jain, Head of Content, Disney+ EMEA / EMEA Original Production bei The Walt Disney Company EMEA.

Die Ernennung gab Disney am 12. Oktober 2026 in München bekannt. Pratt wird seine neue Position Anfang 2027 antreten. Einen konkreten Termin für den Wechsel nannte das Unternehmen nicht.

Für Disney ist die Verpflichtung Teil seiner Strategie, regionale Inhalte innerhalb des internationalen Streaming-Angebots stärker zu gewichten. Dabei sollen Produktionen entstehen, die sowohl das Publikum in den jeweiligen Herkunftsmärkten ansprechen als auch über Ländergrenzen hinweg Aufmerksamkeit erzielen.
Angela Jain unterstreicht die Bedeutung lokaler Geschichten für die weitere Entwicklung des Streaming-Dienstes. "Mit dem Ausbau unserer lokalen Originals für Disney+ in EMEA wollen wir mutiges, unverwechselbares Storytelling fördern, das für das lokale Publikum relevant ist, heraussticht und wahrgenommen wird", erklärt die Content-Chefin.

Pratts bisherige Arbeit und seine Erfahrung seien aus ihrer Sicht wichtige Voraussetzungen, um diese Strategie im deutschsprachigen Raum gemeinsam mit Produktionsunternehmen und Kreativen umzusetzen.

Auch Pratt verbindet mit seinem Wechsel konkrete Vorstellungen für die künftige Zusammenarbeit mit der Film- und Fernsehbranche. Er möchte Disney+ als Anlaufstelle für Produzent:innen und kreative Talente etablieren, die neue Stoffe entwickeln und einem breiten Publikum zugänglich machen wollen.

"Meine Vision ist, dass Disney+ zu einer kreativen Heimat wird, in der Produzentinnen, Produzenten und Talente zusammenfinden, mutige Ideen vorantreiben und außergewöhnliche Unterhaltung schaffen", sagt Pratt.

Von Amazon zu Disney: Erfolgreiche Produktionen

Der neue Disney-Manager zählt zu den erfahrenen Führungskräften im deutschen Streaming-Geschäft. Bei Amazon MGM Studios verantwortete Pratt mehr als ein Jahrzehnt lang die deutschen Eigenproduktionen für Prime Video.

Zu den bekanntesten Projekten aus seiner Amtszeit gehört die deutsche Serie "Maxton Hall – Die Welt zwischen uns". Nach Angaben von Disney entwickelte sie sich zur weltweit meistgestreamten internationalen Originalserie bei Prime Video.
Auch die Comedyshow "LOL: Last One Laughing" entstand während seiner Verantwortung für das deutsche Originalprogramm. Hinzu kommen Produktionen aus unterschiedlichen Genres, darunter der Kriegsfilm "Der Tiger", der Thriller" Sebastian Fitzeks Der Heimweg" und die Reality-Competition "The 50".

Diese Bandbreite ist für seine neue Aufgabe relevant. Disney+ setzt bei seinen lokalen Produktionen ebenfalls auf unterschiedliche Erzählformen und Zielgruppen. Pratt bringt damit Erfahrung sowohl mit fiktionalen Serien und Filmen als auch mit Unterhaltungsformaten mit.

Seine berufliche Laufbahn begann allerdings nicht bei Amazon. Zuvor leitete er die Content-Abteilung des Streaming-Anbieters Watchever. Außerdem gründete und führte er die Jakun Media UG, die sich auf die Produktion und den Lizenzhandel digitaler Videoinhalte spezialisierte.

Pratt studierte Film- und Fernsehproduktion an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Weitere berufliche Stationen führten ihn in die Zusammenarbeit mit Produktionsfirmen, Fernsehsendern, Filmverleihern und einem Branchenverband.

Damit verfügt der künftige Disney-Manager über Erfahrungen auf unterschiedlichen Seiten des Produktionsgeschäfts – von der Entwicklung und Beschaffung von Inhalten bis zur Zusammenarbeit mit den Unternehmen, die Filme und Serien herstellen.

Für Disney dürfte insbesondere seine Kenntnis der deutschen Produktionslandschaft von Bedeutung sein. Seine neue Position umfasst nicht nur Deutschland, sondern auch Österreich und die Schweiz. Damit erweitert sich sein Verantwortungsbereich gegenüber seiner bisherigen Tätigkeit bei Amazon um zwei weitere Märkte.

Disney+ plant deutlich mehr Originalserien

Der Führungswechsel erfolgt vor dem Hintergrund einer internationalen Expansion des Originalprogramms. Disney will das Volumen internationaler Originalserien auf Disney+ innerhalb der kommenden drei Jahre weltweit verdreifachen. Für den deutschsprachigen Raum bildet das bisherige lokale Programm die Grundlage dieser Pläne. Seit dem Start deutscher Disney+-Originalproduktionen im Jahr 2021 verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 30 Nominierungen und 13 Auszeichnungen bei bedeutenden deutschen und internationalen Film- und Fernsehpreisen.

Zu den ausgezeichneten Formaten gehört "Sam – Ein Sachse", das einen Grimme-Preis erhielt. Auch das Drama "Deutsches Haus" und die Serie "Call my Agent Berlin" zählen zu den von Disney hervorgehobenen Produktionen.

Weitere Projekte befinden sich bereits in Vorbereitung. Für Deutschland nennt Disney die Serien "Vienna Game", "Nele Neuhaus Monster" und "Westwell". Hinzu kommt mit "Under The Ice" eine neu angekündigte Produktion aus der Schweiz. Die geplanten Veröffentlichungen verdeutlichen, dass Disney seine lokalen Inhalte nicht ausschließlich auf den deutschen Markt beschränkt.

Mit der neuen Führungsstruktur werden Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unter einer gemeinsamen regionalen Verantwortung zusammengeführt.
Auch außerhalb des deutschsprachigen Raums arbeitet der Konzern an zusätzlichen Originalserien. Zum europäischen Programm gehören unter anderem "Breslau 2" aus Polen, "Mosquito" aus Großbritannien und "Murder on Lake Garda" aus Italien.

Die einzelnen Projekte sind Teil einer übergeordneten Content-Strategie für Europa, den Nahen Osten und Afrika (EMEA). Lokale Geschichten sollen das internationale Angebot ergänzen und die Attraktivität von Disney+ in den jeweiligen Märkten erhöhen.
Für Produktionsunternehmen und Kreative im deutschsprachigen Raum ist die Personalentscheidung deshalb relevant: Pratt wird künftig eine zentrale Rolle bei der Auswahl und Umsetzung lokaler Projekte spielen.

Welche neuen Stoffe unter seiner Führung entstehen und wie sich das Produktionsvolumen konkret auf die drei Länder verteilt, hat Disney bislang nicht bekannt gegeben. Fest steht, dass der Konzern mit Pratt einen Manager verpflichtet, der bereits umfangreiche Erfahrung mit deutschen Streaming-Produktionen gesammelt hat. Ab Anfang 2027 wird er diese Expertise bei Disney+ einbringen und den weiteren Ausbau des lokalen Originalprogramms verantworten.

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